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Montag, 22. August 2005
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Auch der Thunersee weiter angestiegen: Überschwemmungen und Hangrutsche

Mit über vier Zentimeter in der Stunde ist auch der Pegel des Thunersees am Montag weiterhin rasch gestiegen und lag am späten Nachmittag mehr als 30 Zentimeter über der Schadensgrenze. Entwarnung konnte in Thun am frühen Abend noch nicht gegeben werden. Es wurde damit gerechnet, der See könnte in der Nacht noch um weitere 20 bis 30 Zentimeter ansteigen. Bei den Wehrdiensten gingen rund 60 Schadenmeldungen zu überschwemmten Kellern und Hangrutschen ein.

Am Brienzersee – hier beim Camping Au Lac in Ringgenberg – ist die Schadengrenze von 564,90 Meter über Normalnull am früheren Montagnachmittag überschritten worden. Um 16.10 Uhr waren bereits 565,10 Meter erreicht. Aktuelle Kote von 19.30 Uhr:
565,27. (Bild Dora Schmid-Zürcher)


sth/aid/bns. In Thun kämpften laut einer Medienmitteilung vom frühen Montagabend 60 Zivilschützer, 70 Feuerwehrleute und 40 Mann einer Panzersapeurkompanie gegen die Folgen des Hochwassers, nachdem der Thunersee am Morgen bereits kurz nach acht Uhr die Schadengrenze von 557,30 Meter über Meer (Normalnull) überschritten hatte: «Seither stieg der See in rasantem Tempo weiter – mit vier bis fünf Zentimeter pro Stunde.» Dieses Tempo sei etwa doppelt so hoch wie im Jahr 1999, als das «Jahrhunderthochwasser» eintrat. Pro Sekunde flossen 150 Kubikmeter mehr in den See, als er abführen kann. Nach 16 Uhr lag der Pegel bei 557,63 Metern – 54 Zentimeter unter dem Höchststand von 1999.

Das Gemeindeführungsorgan Thun (GFO) stellte sich darauf ein, dass der Seepegel in der Nacht auf Dienstag – siehe auch Link auf Aktuelle Seewasserstände und Abflussmengen – um weitere 20 bis 30 Zentimeter steigen könnte. Im Verlauf des Tages waren beim GFO rund 60 Meldungen über Schäden eingegangen. Im Uferbereich im Gwatt, aber auch in andern Quartieren mussten Keller – teils, wie im Raum Pfaffenbühl, wegen eindringendem Grundwasser – ausgepumpt werden. Zudem wurde Hilfe nach Hangrutschen, Unterstützung bei Schutzmassnahmen an Liegenschaften oder beim Wegtransport von gefährdeten Materialien angefordert. Glücklicherweise sind bisher keine Verletzten gemeldet worden.

Die nach Hangrutschen zwischen dem Stadtrand und der Abzweigung nach Heiligenschwendi teilweise schlammbedeckte Kantonsstrasse nach Goldiwil bleibt laut Medienmitteilung bis auf weiteres geschlossen. Die Zufahrt nach Goldiwil sei via Wartboden möglich. Auf Thuner Stadtboden hätten keine weiteren wichtigen Verkehrsverbindungen geschlossen werden müssen.

Die 40 Soldaten der Panzersapeurkompanie seien damit beschäftigt gewesen, zusammen mit Zivilschutzangehörigen zusätzliche Sandsäcke abzufüllen, hiess es im weiteren. 3500 Sandsäcke seien aus Burgdorf bezogen worden: «Beim Bezirksführungsorgan (BFO) des Amtes Thun und beim Militär wurden bereits vorsorglich Anträge auf Materialhilfe deponiert.» Diese sollen bei Bedarf ausgelöst werden: «Die Kraft- und Pumpwerke in Thun laufen zur Zeit noch normal, werden aber laufend überwacht.»

Seit gestern Sonntagnachmittag sind laut Medienmitteilung die Aareschleusen in Thun voll geöffnet: «Auf dem See trieben heute Nachmittag grössere Mengen Schwemmholz, die sich aber glücklicherweise eher seeaufwärts und nicht Richtung Aareausfluss und Schleusen bewegten.»

Weiterhin angespannte Hochwasserlage

Die Hochwassersituation im Kanton Bern ist vom kantonalen Wasser- und Energiewirtschaftsamt in einer Medienmitteilung vom früheren Abend als «weiterhin angespannt» bezeichnet worden. Die Wasserstände der drei grossen Seen stiegen weiterhin stark an. Einzig an der Emme habe sich die Situation stabilisiert. Am späteren Nachmittag habe der Brienzersee die Kote von 565,10 Meter über Meer (Normalnull) – aktuelle Kote von 19.30 Uhr: 565,27 – erreicht. Der Seespiegel – siehe auch Auch am Brienzersee Schadengrenze überschritten – steige pro Stunde um fünf Zentimeter an: «Derzeit fliessen pro Sekunde rund 600 Kubikmeter Aarewasser in den See; 200 Kubikmeter verlassen den See bei Interlaken.» Die Kraftwerke Oberhasli (KWO) hielten weiterhin in ihren Anlagen das Wasser zurück. Der Thunersee habe die Marke von 558,69 Meter über Meer erreicht. Aktuell lag die Kote um 19.20 Uhr bei 558.81 Meter. Auch der Thunersee steige mit vier Zentimeter pro Stunde weiterhin an: «Pro Sekunde fliessen rund 700 Kubikmeter Wasser über die Zuflüsse in den See; 470 Kubikmeter verlassen den See in Thun.» In Bern habe das Hochwasser mit 600 Kubikmeter pro Sekunde fast das Niveau des Hochwassers vom Mai 1999 (620 Kubikmeter pro Sekunde) erreicht: «Die Lage hat sich jedoch inzwischen etwas entschärft.»

Berner Oberland News

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004




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