 |
|
Der Glyssibach in Brienz hat eine Spur der Zerstörung hinterlassen. Zwischen Glyssibach und Trachtbach sind zurzeit immer noch 80 Personen aus dem als gefährdet eingestuften Gebiet evakuiert. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
Über 2000 Hilfskräfte in den Schadengebieten – Flugverbot über Brienz
In den vom Unwetter betroffenen Gebieten stehen zurzeit rund 700 Soldaten, 840 Feuerwehrleute und 515 Zivilschützer im Einsatz. Seit Beginn der Hilfsmassnahmen sind im Kanton Bern rund 1800 Personen evakuiert worden. Über dem schwer heimgesuchten Brienz ist ab sofort ein Flugverbot verhängt worden.
Die Trümmer eines von acht vollständig zerstörten Brienzer Häusern.
pkb/S. Den Einsatzkräften in den Schadengebieten machen laut einer Medienmitteilung zunehmend auch Schaulustige zu schaffen: «Die Kantonspolizei Bern appelliert an die Vernunft und rät, von sogenannten ‹Gafferreisen› in die Schadengebiete abzusehen; Schaulustige können die Arbeit der Einsatzkräfte behindern und sich selber leichtsinnig in Gefahr bringen.» Behindernd abgestellte Fahrzeuge würden von den Einsatzkräften rigoros und unter Kostenfolge abgeschleppt. In Brienz stehen nach Angaben der örtlichen Behörden zur Bewachung und Sicherung der Aufräumarbeiten ist eine Kompanie Panzergrenadiere im Einsatz.
Spendenkonto für die Gemeinde Brienz
Postcheckkonto 30-6092-7
Vermerk: «Unwetter»
|
|
|
Flugverbot über Brienz
Das Bundesamt für Luftfahrt (BAZL) hat nach Angaben der Kantonspolizei ab sofort ein Flugverbot über Brienz verfügt. Im Klartext heisse das: «Ab sofort gilt ‹Temporary resticted area› über Brienz (1000 Meter über Grund und fünf Kilometer rund um Brienz).» Das BAZL werde entsprechende Inspektionsflüge vornehmen.
Eine ganze Anzahl von Autos ist von Schlamm und Geröll gegen das Gemeindehaus gedrückt worden.
Thun: Erstmals Schwemmholz mit Helikopter ausgeflogen
Am Freitag ist in Thun-Schwäbis eine grössere Menge Schwemmholz aus der Aare geholt worden. Damit konnte laut Medienmitteilung die Gefährdungslage des Elektrizitätswerks massiv entschärft werden. Für die Bergungsarbeiten habe das kantonale Führungsorgan in Bern einen Helikopter der Helog-Heliswiss, Küsnacht mit einer speziell konstruierten Greifvorrichtung eingesetzt.
Die effiziente Bergung von Schwemmholz in den Seen und Flüssen gehöre zu den vordringlichen Aufgaben der Einsatzkräfte, verlautet dazu. Neben der Sicherung des Holzes mit Schwemmholzsperren habe sich in Thun die möglichst rasche Bergung des schwimmenden Holzes vor dem Elektrizitätswerk aufgedrängt. Zu diesem Zweck habe das kantonale Führungsorgan in Bern einen Helikopter eingesetzt: «Die Idee, den Helikopter vom Typ ‹Kamov KA 32 A12› mit einer speziellen Greifvorrichtung auszurüsten, hatte vorgestern Mittwoch bei der Helog-Heliswiss AG Gestalt angenommen.» Die Konstruktion sei in der Nacht auf Freitag realisiert und bereits am Mittag in Thun in Betrieb genommen worden. Diese Art der Holzbergung aus dem Wasser stelle nach Aussagen der Helog-Heliswiss-Verantwortlichen in der Schweiz ein absolutes Novum dar. Die ordentliche Räumung von weiterem Schwemmholz soll in Zusammenarbeit mit den betroffenen Amtsbezirken und Gemeinde weitergeführt werden.
Noch keine Entwarnung - Einsatzkräfte vollzählig auch übers Wochenende
Nach aufwendigen Räumungsarbeiten wesentlich kleinere Schwemmholzmengen in der Aare und in den Schleusen, ein absinkender Seepegel und gute Wetteraussichten bewirkten in Thun eine gewisse Entspannung der Hochwasserlage, hiesss es gegen Abend: «Nach wie vor sind jedoch zahlreiche Liegenschaften ohne Strom, und auch die Abwasserprobleme bestehen weiterhin; deshalb bleiben die Einsatzkräfte übers Wochenende vollzählig im Dienst. Seit Freitagmittag wieder offen ist die Strasse nach Goldiwil.
Altersheim Falken wieder bewohnt
Wieder mit Strom versorgt ist laut Medienmitteilung das Altersheim Falken im Bälliz: «Deshalb konnten die 30 Bewohner heute, nach einem Tag, aus der Zivilschutzanlage des Regionalspitals in ihre vertraute Umgebung zurück kehren.»
Entwarnung frühestens bei 558,30
Das Thuner GFO hält gegenüber der Bevölkerung fest, dass sich die Lage zwar allmählich entspanne, dass aber noch keine Entwarnung gegeben werden könne. Diese werde frühestens erfolgen, wenn der Seepegel
– siehe auch Link auf Aktuelle Seewasserstände und Abflussmengen – unter die Schadensgrenze von 558,30 Meter über Meer (Normalnull) abgesunken sein wird, also in zwei bis drei Tagen. Deshalb blieben die Einsatzkräfte – in Ablösungen – auch vollzählig im Einsatz. Es handle sich um 100 Feuerwehrleute, 60 Zivilschschützer und noch neun Rekruten, die bei der Verkehrsregelung eingesetzt würden. Die übrigen 90 Rekruten der Panzersapeur- und der Panzergrenadierkompanien seien heute entlassen worden.
 |
|
Auch in der Aare – hier gegenüber dem bei der Schiffländte Interlaken-Ost vertäuten Seitenraddampfer «DS Lötschberg» – hat sich Schwemmholz angesammelt. |
| Berner Oberland News |
|
|
Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzlistrasse 244, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 33 821 10 61 und Fax +41 33 82110 64 / Mobile +41 79 427 45 78 / Postcheckkonto 40-71882-7 |
|
| Für den Inhalt von verknüpften externen Websites (Links) beziehungsweise für die darauf von Dritten angebotenen Informationen, Produkte und Dienstleistungen übernehmen die «Berner Oberland News» keine Verantwortung. |
|