Dienstag, 30. August 2005 |
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Hagelversicherung deckt auch Schlammschäden
Im ganzen Amtsbezirk Oberhasli sind als Folge der Rekordniederschläge von letzter Woche punktuell grosse Verwüstungen angerichtet worden, die noch wochen- und monatelange Wiederherstellungsarbeit erfordern. Die Schäden lassen sich noch nicht abschätzen. Ein Naturschadenfonds für nichtversicherbare Schäden an Landwirtschaftsland oder die Hagelversicherung sollen helfen, Kosten für das Beheben von Schäden am Kulturland zu tragen.
Die Behörden, die Einsatzleiter, Versicherungsvertreter und ein Geologe haben laut einem Medienbericht am Montagabend in der Kirche von Meiringen die Bevölkerung über die Hochwasserereignisse von letzter Woche und ihre Bewältigung informiert: «Nachdem die gebrochenen Dämme von Aare und Mühlebach notdürftig oder zum Teil schon endgültig geflickt sind, steht nun das Räumen der überführten oder überfluteten Wohnquartiere und Kulturflächen im Vordergrund.» Die Gebäudeversicherung rate dazu, die Schäden zu fotografieren, Offerten für die Wiederherstellung einzuholen und dann mit der Reinigung und Wiederherstellung zu beginnen. Für die Einwohner in den betroffenen Wohngebieten heisse das, dass sie noch lange in den unteren Stockwerken ihrer Häuser, in Vorgärten, auf Wegen und Wiesen gegen Schlamm und Geröll kämpfen müssten: «Der Kontrast zum vollständig unversehrten Dorfkern Meiringens, in dem die Gäste flanieren, und zu den im obersten Bereich frisch verschneiten, strahlenden Bergen könnte grösser nicht sein.»
«In Guttannen verschüttete ein riesiger Murgang den Aarelauf und leitete die Aare der Grimselpassstrasse entlang durch das Dorf. In Gadmen traten mehrere Bäche über die Ufer, Brücken und Strassen wurden weggerissen und Kulturland überschwemmt», heisst es in dem Bericht: «In Schattenhalb waren sämtliche Verbindungen unterbrochen, nachdem der Reichenbach sein Bett verlassen und das Kraftwerk der Elektrowerke Reichenbach sowie die Hauptstrasse überschwemmt hatte; die Privatklinik und ein Wohnquartier wurden stark in Mitleidenschaft gezogen.» Auf dem Hasliberg habe der Regen Humus und Feinteile aus der Grasnarbe steiler Hänge geschwemmt und diese destabilisiert: «Das Material rutschte in die Gräben und schoss zusammen mit dem vielen Regenwasser als Schlammlawinen zu Tal, einen Weg der Verwüstung, Schutt und Geröll hinterlassend; in Meiringen, wo einer dieser Murgänge durch einen Damm gebrochen war, verschüttete das Geschiebe ein Wohnquartier tief und überflutete es in den Randzonen grossflächig mit stinkendem Schlick.» Die Aare weichte laut dem Bericht an mehreren Stellen den Damm auf, «so dass dieser brach und das Aarewasser als breiter, reissender Strom links und rechts des üblichen Aarelaufs über das Kulturland floss, riesige Schwemmholzmengen, Geröll und Sand hinterlassend». Später habe ein Hang oberhalb eines bewohnten Gebietes zu rutschen begonnen, was wiederum grossen Einsatz und eine genaue Risikobeurteilung erforderte. Innertkirchen sei für einmal weitgehend verschont geblieben: «Obwohl mehrere Bachläufe Kulturland und Strassen überfluteten und das einmündende Gadmerwasser den Aaredamm annagte, sind die Schäden gering; dennoch mussten auch hier Evakuationen vorgenommen werden.»
An der Veranstaltung wurde bekanntgegeben, dass die Armee die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten weiterhin mit Personal und schweren Maschinen bei den Räumarbeiten unterstütze. Diese Hilfe werde auch im Oberhasli sehr geschätzt. Wie bis anhin würden auch in den nächsten Wochen Feuerwehren und Zivilschutzeinheiten aus nicht betroffenen Gebieten eingesetzt, um die einheimischen Einsatzkräfte und die Bevölkerung zu entlasten. «Das Publikum akzeptierte die im Zusammenhang mit dem Vorgehen bei den Räumarbeiten getroffenen Entscheide mehrheitlich», heisst es in dem Bericht von der Veranstaltung: «Es brachte in der Fragerunde wenig Kritik an und bedachte die Einsatzkräfte und die Entscheidungsträger von Gemeinde, Bezirk und Kanton mehrmals mit Spontanapplaus.» Die Hasler hätten Glück gehabt und seien von Schlimmerem verschont geblieben: «Dass sie das wissen und dankbar sind dafür, war an der Stimmung in der Kirche erkennbar.»
| Berner Oberland News |
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