Mittwoch, 24. August 2005
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| Im «Lehn» in Unterseen: Luftbrücke für Versorgungsgüter und zum Ausfliegen aus auf Schiene und Strasse nicht mehr erreichbaren Orten. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
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Ab sofort stündliche Hilfskonvois ins Oberhasli
Nach einer ersten Bestandesaufnahme in den vom Unwetter betroffenen Gebieten im Kanton Bern sind am Mittwoch verschiedene Massnahmen im Bereich der Interventionsmassnahmen aber auch in Bezug auf die personellen Ressourcen eingeleitet worden: Ab sofort werden stündliche Hilfskonvois ins Katastrophengebiet im Oberhasli organisiert.
Abfahrt eines ersten Konvois auf dem stillgelegten Militärflugplatz Interlaken.
pkb/S. In einzelnen vom Unwetter stark betroffenen Gebieten stehen laut einer Medienmitteilung die Hilfskräfte von Feuerwehr und Zivilschutz seit der vergangenen Sonntagnacht im Einsatz. Diese würden durch ausgeruhte Kräfte ersetzt: «Zum Einsatz gelangen Angehörige von Feuerwehren und Zivilschutz, welche vom Unwetter nicht betroffen waren.»
Zugelassen im Konvoi sind nach Angaben der Kantonspolizei Lastwagen ohne Anhänger und ohne Sattelaufleger, welche Lebensmittel, Frischprodukte und Medikamente transportierten, ebenso Fahrzeuge von industriellen Betrieben, welche für Reparatur- und Instandstellungsaufgaben ins Krisengebiet fahren müssten. Ferner Fahrzeuge von Rettungsorganisationen, welche das Oberhasli mit materiellen und personellen Ressourcen versorgten sowie Fahrzeuge, welche die Entsorgung etwa von Kehricht vornehmen müssten: «Die Konvois werden durch Fahrzeuge der Kantonspolizei Bern oder das kantonale Tiefbauamt begleitet; es werden keine Privatfahrten und keine Reisebusse im Konvoi toleriert.»
«Stromversorgung im Oberland zusehends besser»
pd/bns. Im Verlaufe des Mittwoch ist es laut einer Medienmitteilung vom frühen Abend den BKW-Pikettmannschaften gelungen, weite Teile der von der Stromversorgung abgeschnittenen Gebiete wieder ans Netz anzuschliessen. Zwischen Wilderswil und Grindelwald wurde nach Angaben der BKW FMB Energie AG um 16 Uhr die 50-Kilovolt-Leitung wieder in Betrieb genommen, wodurch das Netz erneut an Stabilität gewonnen habe: «Auch Lauterbrunnen konnte kurz nach 17 Uhr wieder vollständig ans Netz angeschlossen werden.» In den übrigen Regionen, die zum BKW-Versorgungsgebiet gehörten, seien punktell Stationen weiterhin ohne Strom. Im Vergleich zum Vortag sei inbezug auf die Stromversorgung eine deutliche Besserung eingetreten: «Sichergestellt ist die Stromversorgung mit Ausnahme der überschwemmten Gebiete auch in Brienz.» |
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Das kantonale Führungsorgan unter der Leitung von Stefan Blättler, Stellvertreter des Kommandanten der Kantonspolizei Bern, koordiniere zusammen mit den betroffenen Amtsbezirken die Interventionsmassnahmen, heisst es in der Medienmitteilung: «Dabei geht es hauptsächlich darum, die benötigten personellen und materiellen Ressourcen zu beschaffen; ein wichtiger Partner ist dabei die Armee.» Sie unterstütze im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Arbeiten vor Ort mit Personal und schweren Baumaschinen: «Spezialisten aus verschiedenen kantonalen Ämtern haben sich am Mittwoch in den betroffenen Gebieten ein Bild von der jeweiligen Lage gemacht, damit nun die nötigen Massnahmen getroffen werden können.» Neben der raschestmöglichen Wiederherstellung der hauptsächlichsten Strassenverbindungen und der Stromversorgung habe die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten absolute Priorität: «Zu diesem Zweck werden für die Versorgung der Bevölkerung in den Katastrophengebieten im Amtsbezirk Oberhasli ab sofort und täglich in der Zeit zwischen 6.00 und 22.00 Uhr Hilfskonvois organisiert.» Der Treffpunkt für Abfahrten des Hilfskonvois ins Oberhasli musste nach Angaben der Kantonspolizei aus organisatorischen Gründen kurzfristig verlegt werden: «Treffpunkt für Fahrten Richtung Oberhasli beim Flugplatz Matten (Ostseite) bei Interlaken mit Zufahrt über die untere Bönigstrasse–Geissgasse; Abfahrten erfolgen stündlich alle 20 Minuten nach jeder vollen Stunde (erstmals heute Mittwoch) 16.20 Uhr). Treffpunkt für Rückfahrten bei der Autobahnauffahrt in Brienz; Rückfahrten erfolgen jeweils 10 Minuten vor jeder vollen Stunde (erstmals heute Mittwoch 17.50 Uhr).
Brüniglinie der «Zentralbahn» Interregiozüge Luzern–Interlaken Ost: Der Brünigspass ist auf Schiene und Strasse unterbrochen. Es verkehren keine Interregiozüge zwischen Hergiswil und Interlaken-Ost. Sobald es der Strassenzustand erlaube, ist nach Angaben der «Zentralbahn» der Einsatz von Bahnersatzbussen über den Brünig vorgesehen.Regionalzüge Meiringen–Interlaken-Ost: Der Bahnbetrieb ist unterbrochen. Busse fahren nach Angaben der «Zentralbahn» via A8 zwischen Interlaken West und Meiringen:
| Interlaken West
(stündlich zwischen 7.20 und 21.20 Uhr) |
ab xx.20 Uhr |
| Hotel Brienz, Hauptstrasse 254 (via Bahnhof Brienzwiler) |
an xx.50 Uhr |
| Bahnhof Meiringen |
an xx.15 Uhr |
Bahnhof Meiringen
(via Gnoll-Bahnhof Brienzwiler;
stündlich zwischen 6.20 und 20.20 Uhr) |
ab xx.20 Uhr |
| Hotel Brienz, Hauptstrasse 254 |
an xx.50 Uhr |
| Interlaken West |
an xx.15 Uhr |
Betriebssituation bei den Bahnen der Jungfrauregion
Der Betrieb der Berner Oberland-Bahn (BOB) auf den Strecken Interlaken–Wilderswil–Zweilütschinen–Lauterbrunnen und Zweilütschinen–Grindelwald bleibt bis auf weiteres eingestellt. Bis der Betrieb auf der ganzen Strecke aufgenommen werden kann, ist laut einer Medienmitteilung der Jungfraubahnen mit mehreren Wochen zu rechnen.
Ein in den Fluten «ertrunkener» Personenwagen bei der Autobahnauffahrt Interlaken-Ost.
Ab heute Mittwoch, 24. August 2005, kann laut Medienmitteilung auf der Strecke Interlaken Ost–Lauterbrunnen ein Bahnersatzdienst mit Bussen in reduziertem Umfang angeboten werden (Fahrplan im Stundentakt): «Sobald es die Situation auf der Strasse erlaubt, wird ebenfalls ein Bahnersatzdienst nach Grindelwald organisiert.» Die Wengernalpbahn (WAB) bleibe auf der Strecke Grindelwald–Kleine Scheidegg und Wengen–Kleine Scheidegg wegen Stromausfall eingestellt: «Betriebsaufnahme auf der ganzen Strecke voraussichtlich am Donnerstag.» Der Betrieb auf der Strecke Lauterbrunnen–Grütschalp–Mürren der Bergbahn Lauterbrunnen–Mürren (BLM) könne nach einem Stromausfall voraussichtlich ebenfalls am Donnerstag wieder aufgenommen werden..Auch bei der Jungfraubahn (JB) sei – ebenfalls wegen Stromausfall – der Betrieb auf der Strecke Kleine Scheidegg–Jungfraujoch eingestellt worden: «Betriebsaufnahme voraussichtlich morgen Donnerstag.» – Die Harderbahn Interlaken–Harder Kulm ist laut Medienmitteilung in Betrieb: «Die Bahnen zu den Ausflugszielen Grindelwald-First und Schynige Platte werden ihren Betrieb so rasch wie möglich aufnehmen.»
Buchstäblich überflüssig dürften zurzeit diese Verkehrsschilder im Bereich der vollgelaufenen A-8-Unterunnelung der Lütschine bei Bönigen sein ...
Betrieb der Brienz–Rothorn-Bahn (BRB) vorläufig eingestellt
Der Betrieb Brienz–Rothorn-Bahn (BRB) ist vorläufig eingestellt: Mit dem «Jahrhundertregen» in der Nacht auf 23. August 2005 ist die über 114jährige Strecke laut einer Medienmitteilung stark in Mitleidenschaft gezogen worden: «Bei Oberstaffel wurde die Strecke auf über hundert Meter durch einen Murgang verschüttet; das Trassee wurde an vielen Stellen unterspült und muss gesichert werden.» Besonders hart treffe es das 114jährige Traditionsunternehmen, da laut BRB-Direktor Simon Koller die bisherigen Frequenzen berechtigt auf einen guten Sommer hätten hoffen lassen. So habe Anfang August mit der 100'000. Fahrt bereits ein grosses Zwischenziel erreicht werden können: «Die nun zurzeit nicht möglichen Besucher führen zu einem Einbruch der Einnahmen – das ist neben den grossen Unwetterschäden ein weiterer Verlust.» Diese Kosten und Mindereinnahmen würden durch keine Versicherung übernommen. Die Brienz–Rothorn-Bahn sei damit auf die Solidarität aus der ganzen Schweiz angewiesen. Der Verein Freunde des Dampfbetriebes der Brienz–Rothorn-Bahn, Postfach, 3855 Brienz, habe ein Spendenkonto 34-3731-3 bei Postfinance eingerichtet: «Helfen Sie mit, den Bahnbetrieb aufrechterhalten zu können; unterstützten Sie mit Ihrer Spende eines der Juwele der ‹Alpenregion› Brienz – Meiringen – Hasliberg (alpenregion.ch) – mit Ihrem Beitrag helfen Sie einer ganzen Region mit, die Schäden dieser Region einzudämmen.»
| Berner Oberland News |
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