Mittwoch, 24. August 2005 |
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Thun: Schwemmholz in beiden Aareschleusen – keine Bruchgefahr
In der Thuner Innenstadt sind bei weiterhin sehr hohem Wasserstand die beiden Holzschleusen an der Inneren und an der Äusseren Aare stark mit Schwemmholz belastet. Es wird nach Lösungen gesucht, wie dieses entfernt werden soll. Gefahr, dass eine Schleuse bricht, besteht jedoch nicht. Die Sinnebrücke, der Hauptübergang zum rechten Thunerseeufer, musste vorübergehend gesperrt werden. Zahlreiche Liegenschaften sind ohne Strom, das Abwassernetz ist überlastet. Die Swisscom-Telefonzentrale droht überflutet zu werden. Die prekäre Situation dürfte noch einige Tage andauern. Abgesagt worden ist der Stadtlauf vom kommenden Sonntag.
Holz und anderes Schwemmgut in einer teilweise überfluteten Ferienhaussiedlung am oberen Ende des Thunersees.
sth/pvr. Obwohl der Thunersee am Mittwoch nicht weiter angestiegen sei, sind in Thun laut einer Medienmitteilung infolge des Rekordpegelstandes laufend neue Probleme aufgetreten - die Einsatzkräfte hätten alle Hände voll zu tun gehabt: «Die Obere und die Untere Schleuse am Rand der Innenstadt beziehungsweise beim Mühleplatz fingen immer mehr Schwemmholz auf, was Rückstaus verursacht und die Anlagen belastet.» Bis zur Stunde suchten die Verantwortlichen des Gemeindeführungsorgans (GFO) und Fachleute des kantonalen Wasserwirtschaftsamtes, das für die Schleusen und die Seeregulierung zuständig sei, nach Lösungen, wie das Material entfernt werden kann», hiess es in der Medienmitteilung vom frühen Abend: «Erwogen wurde der Einsatz eines Pneukrans, an dem ein Mann hängend zur Schleuse gehievt werden könnte, um das Schwemmmaterial zu zersägen.» Das Problem sei, dass schwere Maschinen nicht auf der Schleuse installiert werden könnten: «Gerüchte, wonach die Schleusen brechen könnten, sind jedoch unbegründet; die Statik der Bauten ist intakt.»
Das bereits bei den Überschwemmungen im Frühjahr 1999 arg mitgenommene Restaurant Neuhaus am oberen Ende des Thunersees in Unterseen ist erneut von grossen Wassermassen umspült.
Thuner Sinnebrücke vorübergehend gesperrt
Das Schwemmholz in den Schleusen bewirkte laut Medienmitteilung vorübergehend einen Anstieg des Wasserpegels auf dem Mühleplatz und auf dem Aarequai von 10 bis 15 Zentimeter, was zusätzliche Wassereinbrüche in den angrenzenden Liegenschaften verursacht habe: «Da eine zeitlang befürchtet wurde, dass grössere Schwemmholzstücke die Sinnebrücke, den Haupt-Aareübergang zum rechten Seeufer, gefährden könnten, sperrte die Einsatzleitung diese Brücke etwa um elf Uhr für den motorisierten Verkehr; um 14.30 Uhr konnte sie wieder freigegeben werden.» Die Sperrung habe zu Staus entlang der Aarestrasse, auf der Allmend- und der Kuhbrücke sowie auf der Marktgasse geführt. Weiterhin gesperrt sei die Gwattstrasse.
Stromausfälle
In der Innenstadt habe es aus verschiedenen Gründen in zahlreichen Gebäuden Stromausfälle gegeben, verlautete im weiteren, Zwei Transformatoren – Rosenau und «Schaufelberger» – seien bereits am Vorabend überflutet worden und daher ausgefallen: «Die nötigen Umschaltungen führten heute Vormittag gegen neun Uhr zu Überlastabschaltungen, worauf während zwei bis drei Stunden der Strom sowohl in der Innenstadt wie auch Teilen des rechten Thunerseeufers ausfiel; ohne Strom waren und sind auch viele Gebäude, die wegen Kurzschlussgefahr vom Netz abgehängt werden mussten.» Davon betroffen seien insbesondere auch die seenahen Quartiere Dürrenast und Gwatt. Wegen des Stromausfalls seien die Bewohner des Altersheims Falken im Bälliz – auf eigenen Wunsch – in die unterirdische Zivilschutzanlage des Regionalspitals Thun evakuiert worden.
Telefonzentrale gefährdet
Stark durch Grundwassereinbruch gefährdet ist laut Medienmitteilung die Swisscom-Telefonzentrale in der Nähe der Mittleren Unterführung. Zurzeit werde mit allen Mitteln versucht, die Anlage zu sichern. Sie versorge das ganze Berner Oberland sowohl mit Natel- wie mit Festnetz-Telefonverbindungen.
Mobile Toiletten abgegeben
Wegen der Probleme mit der Abwasserabfuhr im überfluteten Kanalisationsnetz habe der Zivilschutz insgesamt 60 mobile chemische Toiletten an Privathaushalte abgegeben, hiess es im weiteren. –
Die Wehrdienste hätten auch gegen ausfliessendes Öl zu kämpfen gehabt: «10 Öltanks in Privathäusern waren teilweise ausgeflossen, gegen 40 weitere wurden vorsichtshalber mit einer Ölsperre gesichert, drei Tanks wurden abgepumpt." Die grösste Ölmenge sei in der BLS-Werft ausgeflossen: «Es wurde an zwei Stellen abgesaugt.»
Rekruten im Einsatz
Neben diversen Feuerwehren aus Nachbargemeinden und weiteren Gemeinden unterstützt laut Medienmitteilung weiterhin das Militär die rund 140 Angehörigen des Zivilschutzes und der Feuerwehr. Im Einsatz seien jeweils in Ablösungen 40 Rekruten einer Panzersapeurkompanie und 60 Rekruten einer Panzergrenadierkompanie.
Thuner Stadtlauf abgesagt
Der Thuner Stadtlauf, der am nächsten Sonntag, 28. August 2005 hätte stattfinden sollen, wurde laut Medienmitteilung abgesagt..
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