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Der vierteilige vorerst in Spiez stationierte neue Lösch- und Rettungszug (Bild) ist bereits seit Anfang Mai 2005 im Einsatz, der dreiteilige Zug der SBB in Brig schon seit September 2004. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
Lösch- und Rettungszug der BLS und Autodrehleiter der Feuerwehr Spiez eingeweiht
Mit einem im Hinblick auf die Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels beschafften Lösch- und Rettungszug (LRZ) der BLS Lötschbergbahn und einer eigens auf die Dimensionen der Gemeinde Spiez abgestimmten Autodrehleiter für die Feuerwehr Spiez sind am Samstag zwei moderne Hilfsmittel eingeweiht worden.
Der Gemeinderatspräsident von Frutigen, Karl Klossner (links) und der Spiezer Gemeindepräsdient Franz Arnold (rechts) beim Enthüllen der beiden Gemeindewappen auf dem Lösch- und Rettungszug.
ds/pvr. Bis zur Fertigstellung des Erhaltungs- und Interventionszentrums in Frutigen 2007 soll der Lösch- und Rettungszug in Spiez stationiert bleiben. Die Mannschaft besteht nach Medieninformationen aus Angehörigen der ortsansässigen Feuerwehr. Im Hinblick auf die Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels im Jahr 2007 hatten die SBB für den Einsatz von Süden und die BLS Lötschbergbahn für den Einsatz von Norden her Interventionszüge neuester Bauart beschafft, die für die Betriebswehr rund um die Uhr zur Verfügung stehen sollen. Die Investitionssumme pro Zug – siehe auch Lösch- und Rettungszug für den Lötschberg-Basistunnel vom Dienstag, 7. September 2004 – wurde vor einem Jahr mit rund 7,5 Millionen Franken angegeben. Die Lösch- und Rettungszüge setzen sich aus Gerätefahrzeug, Tanklöschwagen und ein oder zwei Rettungsfahrzeugen zusammen.
Auf der Neat-Zielgeraden
Der neue Lösch- und Rettungszug soll nach Angaben von Kees van Hoek, Leiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur der BLS Lötschbergbahn AG bis im März 2007 im Lokomotivdepot Spiez stationiert sein. Das Einsatzgebiet erstrecke sich von Goppenstein bis Thun/Uttigen beziehungsweise Uetendorf und Konolfingen sowie von Interlaken-Ost bis Zweisimmen. Seit rund zehn Jahren werde durch die BLS Lötschbergbahn AG und ihre Tochter BLS Alptransit AG an der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) Lötschberg geplant und gebaut: «Jetzt befinden wir uns auf der Zielgeraden und bereiten intensiv die Eröffnung und Inbetriebnahme im Jahr 2007 vor.»
Gas- und rauchdichtes Rettungsabteil.
Gemeinsam mit den SBB
«Züge können mit Höchstgeschwindigkeiten bis 250 Stundenkilometer – ohne Aussensignale – fahren und dank dem Zweiröhrensystem können die höchsten Sicherheitsanforderungen erfüllt werden», führte Kees van Hoek an der Einweihungsfeier vom Samstag, 20. August 2005 in Spiez im weiteren aus. Bahnfahren bezeichnete er als sicher: «Für den äusserst seltenen Fall eines Ereignisses steht mit dem neuen Lösch- und Rettungszug ein ausgezeichnetes Mittel zur Verfügung, um Menschen zu retten und in Sicherheit zu bringen, aber auch um Brände zu löschen.» Die Anforderungen aus dem Alarm- und Rettungskonzept sowie die baulichen Gegebenheiten hätten gezeigt, dass die bestehenden Lösch- und Rettungszüge für den Einsatz im künftigen Basistunnel nicht mehr genügten. Deshalb sei gemeinsam mit den SBB die Entwicklung zum Bau von neuen Lösch- und Rettungszügen für die Standorte Brig und Spiez rechtzeitig an die Hand genommen worden.
Löschwasserpumpe.
Zusammenarbeit der BLS-Betriebswehr mit den Feuerwehren Spiez und Frutigen
Vor drei Jahren sind laut dem BLS-Leiter Geschäftsbereich Infrastruktur Vereinbarungen für eine enge Zusammenarbeit den Stützpunkfeuerwehren Spiez und Frutigen mit der BLS-Betriebswehr unterzeichnen worden: «Dieser Schritt hat sich bestens bewährt, wurden doch die beiden Stützpunktfeuerwehren durch die Gesamtleitung Feuerwehren Kanton Bern als zuständige Feuerwehren für die Betriebsphase des Lötschbergunnels bezeichnet.» Der neue Lösch- und Rettungszug soll rechtzeitig zur Betriebsaufnahme des Lötschberg-Basistunnels in der neuen Halle Intervention am Nordportal in Frutigen stationiert werden. Diese Halle sei bereits im Bau und diene vorerst der bahntechnischen Ausrüstung des Basistunnels. Später soll sie gemeinsam mit der Stützpunktfeuerwehr Frutigen genutzt werden. Grundsätzlich kämen bei einem Ereignis im Lötschberg-Basistunnel immer zwei Lösch- und Rettungszüge – jener der SBB sei in Brig stationiert – zum Einsatz: «Dabei gilt es zu beachten, dass die Betriebswehren sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite bei einem Einsatz immer auf die Unterstützung der öffentlichen Ereignisdienste wie Feuerwehr, Polizei und Sanität angewiesen sind, mit denen eine intensive Zusammenarbeit gepflegt wird.» Der Lösch- und Rettungszug der BLS sei mit Angehörigen der Stützpunkfeuerwehren Spiez und Frutigen sowie der Betriebswehr BLS bemannt.
Der Spiezer Feuerwehrkommandant Major Martin Peter.
Neue Autodrehleiter: «Wichtige Lücke im Sicherheitsdispositiv geschlossen»
Der Spiezer Gemeindepräsident Franz Arnold freute sich sowohl darüber, dass die Anschaffung von technischer Ausrüstung für den wichtigen Verkehrsträger in und durch Spiez und das Oberland möglich worden sei als auch dass Spiez andererseits mit der Beschaffung der Autodrehleiter eine wichtige Lücke im Sicherheitsdispositiv habe schliessen können: «Seien wir uns aber auch bewusst, dass die heutigen hohen Anforderungen an Mensch und Technik nur dann optimal im Interesse der Sicherheit eingesetzt werden kann, wenn Menschen auch weiterhin bereit sind, sich für diese Aufgabe zu engagieren und sich den anforderungsreichen Ausbildungsschritten zu stellen.»
Die Rettungshöhe der neuen Autodrehleiter wird mit 30 Meter. die maximale Arbeitshöhe mit 32 Meter angegeben.
Der Spiezer Feuerwehrkommandant Major Martin Peter rechnet damit, dass die als Ersatz für eine inzwischen 44 Jahre alte Anhängeleiter mit Kosten von rund 850'000 Franken angeschaffte neue Autodrehleiter die nächsten 20 und wenn möglich sogar 30 Jahre ihren Dienst in Spiez, aber auch in der näheren Umgebung im Kandertal wie auch im Simmental leisten werde. Der Feuerwehrkommandant erinnerte daran, dass das Alter der Anhängeleiter aus dem Jahr 1961, die zu knappe Reichweite und die zu geringe Höhe sowie ein sehr grosser Personal und Zeitbedarf – für den Einsatz seien immer acht Mann und ein Zugfahrzeug notwendig gewesen – die Feuerwehr veranlasst hätten, einen Ersatz für die Anhängeleiter ins Auge zufassen. Die Kosten von rund 850'000 Franken für die Autodrehleiter sollen von der Gemeinde aus der Spezialfinanzierung Feuerwehr und aus einem einmaligen Beitrag der Gebäudeversicherung Bern (GVB) finanziert werden: «Die Feuerwehr schätzt sich glücklich das sie die Kosten aus den ihr zu Verfügung stehenden Mitteln aus der Feuerwehrpflichtersatzabgaben berappen kann und das nicht die übrige Steuergelder benötigt werden mussten.»
| Berner Oberland News |
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