Donnerstag, 18. August 2005 |
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Regierungsrätin Elisabeth Zölch-Balmer bei ihrer Grussadresse. – Bild rechts: Einer der beiden neuen mit grossen Frontscheiben und Glasdach ausgestatteten Panoramawagen vor der mächtigen Pyramide des Niesen.. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
Drahtseilbahn Thunersee–Beatenberg nun auch offiziell eröffnet
Gut anderthalb Monate nach der Inbetriebnahme Anfang Juli 2005 ist die mit Kosten von gegen 13 Millionen Franken erneuerte Drahtseilbahn Thunersee–Beatenberg (TBB) am Donnerstag von der bernischen Volkswirtschaftsdirektorin, Regierungsrätin Elisabeth Zölch-Balmer auch offiziell eröffnet worden.
Symbolische Verkehrskette «See – Tal – Dorf – Berg» vor der Talstation der TBB in der Beatenbucht. Von links nach rechts: Franz Mäder (Postauto), Regierungsrätin Elisbeth Zölch, Kurt Grossniklaus (VR-Präsident der Sportbahn Beatenberg – Niederhorn), Fritz Haldimann (VR-Präsident der TBB), Werner Galli (VR-Präsident STI), STI-Direktor Pierre Cosandier und Anna-Barbara Remund (BLS).
ds/pvr. Die neue Bahn bezeichnete Regierungsrätin Zölch in ihrer Grussadresse als eine wichtige Investition für die ganze Region. Der Kanton Bern stehe zu seinen Regionen. Das neue Tourismusentwicklungsgesetz sei nur ein Baustein seiner Strategie zur differenzierten Stärkung des ländlichen Raums. Zölch wies darauf hin, eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Walter Steuri, Direktor der Jungfraubahnen, habe Vorschläge zur Zukunft des Berner Oberlandes entwickelt und prioritäre Projekte definiert. Zentrales Anliegen aller Regionen sei die Verbesserung der Verkehrsanbindung: «Für das Berner Oberland ist die Kapazitätserweiterung auf der Eisenbahnlinie Bern–Thun prioritär.» Die TBB symbolisiere in Ergänzung dazu die Verbindung zwischen Berg und Tal, zwischen Stadt und Land: «Sie gehört zum touristischen Angebot und ist gleichzeitig ÖV-Verbindung für die einheimische Bevölkerung; sie bringt Gäste in die Berge und Einheimische in die Stadt.» Zusammen mit dem Bund habe sich daher der Kanton Bern an dieser Sanierung finanziell beteiligt. Die neuen Richtlinien über die Unterstützung touristischer Transportanlagen hätten die nötigen Entscheidungsgrundlagen dafür geliefert: «Mit diesem Einsatz wollen wir die Verkehrskette ‹See–Tal-Dorf–Berg› auf Dauer sicherstellen.
Die bereits im Dezember 1996 eröffnete Gruppenumlaufbahn Beatenberg–Niederhorn.
Die kantonale Volkswirtschaftsdirektorin wies sodann darauf hin, im Berner Oberland seien in den vergangenen Jahren grosse Anstrengungen zur Verbesserung des touristischen Angebots unternommen worden und es werde weiter daran gearbeitet: «Dies ist wichtig, weil der Tourismus das Rückgrat der Wirtschaft im Berner Oberland ist.» Während der Anteil des Bruttoinlandprodukts aus dem Tourismus gesamtkantonal bei zirka 8 Prozent liege, betrage dieser im Berner Oberland über 26 Prozent und belaufe sich in einzelnen Gemeinden sogar auf über 90 Prozent. Über ein qualitativ hochstehendes Angebot zu verfügen genüge aber nicht – der Gast müsse dieses auch kennen: «Das Marketing ist daher zum entscheidenden Erfolgsfaktor geworden.» Mit dem neuen Tourismusentwicklungsgesetz habe der Kanton Bern die Voraussetzungen geschaffen, damit mehr Mittel in das Marketing fliessen könnten: «Ab nächstem Jahr können die Erträge aus der kantonalen Beherbergungsabgabe stärker als bisher dort eingesetzt werden, wo sie erwirtschaftet werden.»
| Kosten der TBB-Sanierung |
| Erneuerung Trasse |
4‘467'000 Franken |
| Streckenausrüstung |
1‘212'000 Franken |
| Elektromechanische Ausrüstung, Rollmaterial |
4‘637'000 Franken |
| Sanierung, Ausbau Stationen |
1‘017'000 Franken |
| Honorare, Nebenkosten, Verschiedenes |
1‘607'000 Franken |
| Total Kosten |
12‘940'000 Franken |
| Finanzierung |
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| Eigenmittel TBB |
140'000 Franken |
| IHG-Darlehen |
2'500'000 Franken |
| EBG-Darlehen Bund |
4'429'000 Franken |
| EBG-Darlehen Kanton |
5‘871'000 Franken |
| Total |
12‘940'000 Franken |
| Technische Daten der Bahn |
| Betriebslänge |
1'695 Meter |
| Spurweite |
1200 Millimeter |
| Mittlere Steigung |
34,6 Prozent |
| Maximale Steigung |
40,5 Prozent |
| Personen pro Wagen |
90 Personen |
| Geschwindigkeit |
3,2 respektive. 4,8 Meter/Sekunde |
| Fahrzeit |
10 / 6 Minuten |
| Wichtige Ereignisse |
| Letzte Fahr der alten TBB |
24. Oktober 2004 |
| Beginn der Demontagearbeiten |
Oktober 2004 |
| Stahlbaumontage |
April 2005 |
| Bahnbau in harter Winterzeit |
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| Probefahrten |
ab Juni 2005 |
| Bahneröffnung |
2. Juli 2005 |
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Davon profitiert nach Einschätzung von Regierungsrätin Zölch das Berner Oberland. Für die Destinationen bedeute das neue Gesetz eine Verdoppelung des bisherigen Beitrags: «Die Bildung von Destinationen war ein wichtiger Schritt des Berner Oberlandes für mehr Professionalität im Marketing und bessere Servicequalität. Mit ihr sei jedoch auch Neuland beschritten worden. Gerade in den Seegebieten seien die Diskussionen und Meinungen über Organisationsformen, Markenauftritte, Kooperationen und so weiter noch nicht abgeschlossen: «Ich bin mir bewusst, dass dieser Prozess nicht nur im Oberland, sondern auch im Mittelland und im Berner Jura noch einige Anstrengungen und Gespräche erfordern wird.» Deshalb sei das Forschungsinstitut für Freizeit (FIF) der Universität Bern Ende 2004 beauftragt worden, eine Evaluation vorzunehmen und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Destinationen zu unterbreiten. Der erste Teil des Auftrags (die Evaluation der Zielvereinbarungen von 2001 bis 2004) sei Ende Juli abgeschlossen und veröffentlicht worden. Zurzeit werde am Teil 2 gearbeitet, der die «Erlebnisinszenierung» respektive die möglichen Potentiale beleuchten soll: «Der Abschlussbericht mit Empfehlungen zu Organisation, Marktpflege und Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus werden wir ungefähr Ende November präsentieren können.» Diese Grundlagen würden es erlauben, die neuen, mehrjährigen Zielvereinbarungen ab 2006 auszuhandeln und abzuschliessen.
Verzögerte Inbetriebnahme
Wegen eines Montagezwischenfalls im Mai hatte sich die ursprünglich für Samstag, 25. Juni vorgesehene Eröffnung – siehe auch Die neue Drahtseilbahn Thunersee–Beatenberg geht in Betrieb vom Freitag, 1. Juli 2005 – um eine eine Woche verschoben worden. Bereits am Samstag, 11. Juni 2005 hatte demgegenüber wie geplant das neue Restaurant in der Beatenbucht – siehe auch Das neue Beatenbucht-Buffet ist eröffnet vom Samstag, 11. Juni 2005 – eröffnet werden können. Nachdem ein Montageunfall – siehe auch Eröffnung der neuen Thunersee – Beatenbergbahn verschoben vom Freitag, 27. Mai 2005 – hatte im letzten Moment noch eine Verzögerung gebracht.
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