Interlaken: Beiträge an Saalmieten von Vereinen
Der Gemeinderat von Interlaken plant keinen Ausbau der Aula nach den Bedürfnissen der Vereine. Er will die Vereine jedoch mit Beiträgen an ihre Saalmieten unterstützen.
Mit einer Motion hat Betty Schnyder (SP) Mitte 2001 eine Vorlage für die Sanierung oder den Neubau der Aula der Schulanlage Alpenstrasse eingereicht. Ein weiteres Ziel, das mit der Motion verfolgt werden sollte, war, den ortsansässigen Vereinen Räumlichkeiten für Vereinsanlässe anbieten zu können. Die Motion ist durch eine nichtständige Kommission unter Leitung von Vizegemeindepräsident Daniel Rüegsegger bearbeitet worden. Um die Aula in eine den Vereinen dienende Anlage umzubauen, sind Investitionen von vier bis sieben Millionen Franken nötig. Eine solche Investition ist zurzeit und in Anbetracht weiterer Grossprojekte nicht tragbar.
Gemeindeschreiber Philipp Goetschi, Interlaken
Eine Werterhaltung und Sanierung wird nach den Bedürfnissen der Schulen durch die Liegenschaftsverwaltung weiter bearbeitet werden. Der Gemeinderat hat die nichtständige Kommission mit dem Dank für die geleistete Arbeit aufgelöst. Das Motionsziel der Unterstützung der Vereine will der Gemeinderat mit Beiträgen an die Saalmieten von ortsansässigen Vereinen erfüllen. Er sieht deshalb vor, dafür jährlich 10 000 Franken ins Budget aufzunehmen. Stimmt der Grosse Gemeinderat diesem Vorgehen zu und schreibt er die Motion ab, wird eine Verordnung ausgearbeitet und auf den 1. Juli 2006 in Kraft gesetzt. Die Vereine werden dann jährlich mittels amtlicher Publikation aufgefordert, ihre Gesuche um Beiträge an Saalmieten einzureichen, worauf die Finanzkommission über die Gesuche entscheidet und die Beitragsverfügungen gesamthaft jeweils zu Beginn des Jahres erlässt. Die Vereine können den ihnen zugesagten Betrag nach Durchführung ihres Anlasses abrufen. Damit steht es den Vereinen frei, ob sie die Aula oder ein anderes Lokal von der Gemeinde oder von Privaten mieten wollen.
Weitere Kommission aufgelöst
Die vom früheren Gemeinderat Aldo Martinelli geleitete nichtständige Kommission Realisierung Ostbahnhofplatz hat ihre Arbeit abgeschlossen. Die Abrechnung liegt so weit vor, dass sie nächstens der Finanzkommission zur Prüfung vorgelegt werden kann. Sie schliesst etwa 100 000 Franken unter den bewilligten Krediten. Der Gemeinderat hat auch diese nichtständige Kommission mit dem Dank für die geleistete Arbeit aufgelöst.
Statistisches zum Jahresende
In 28 Sitzungen behandelte der Gemeinderat Interlaken im laufenden Jahr während knapp weniger als 70 Sitzungsstunden 496 Traktanden. Das sind vier Sitzungen mehr als im Vorjahr, aber ein Traktandum weniger. Hinzu kamen im Jahr 2005 noch rund 25 Präsidialbeschlüsse des Gemeindepräsidenten oder im zweiten Halbjahr des Vizegemeindepräsidenten. Die Zahl der Sitzungen war mit 28 so hoch wie seit 1992 nie mehr und ist auf zusätzliche Sitzungen in den Monaten Juli bis September wegen des Rücktritts von Gemeindepräsident André Morgenthaler und wegen des PUK-Berichts zu den verschwundenen Parkuhrengeldern zurückzuführen. Die Gemeinderatsprotokolle 2005 füllten 344 Protokollseiten, oder drei Seiten weniger als im Vorjahr.
Verschiedenes
Die Einbürgerungsgesuche des Ehepaars Besim und Mediha Hamzagic mit ihrem Sohn Agan sowie der Geschwister Adnan und Aida Seferovic, alle Staatsangehörige der Republik Bosnien und Herzegowina, werden dem Grossen Gemeinderat mit Antrag auf Zustimmung unterbreitet. –
Das Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern hat die Änderung des Organisationsreglements, wonach ab 1. Juni 2006 der Gemeinderat abschliessend für den gemeindeinternen Einbürgerungsentscheid zuständig ist, genehmigt. –
Mangels abstimmungsreifen Geschäften findet am 12. Februar 2006 keine Gemeindeabstimmung statt. Auch auf eidgenössischer und kantonaler Ebene findet kein Urnengang statt. – Der Gemeinderat von Interlaken und der Berichterstatter wünschen der Bevölkerung frohe Festtage und ein gutes neues Jahr.
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