Gegenkomitee zu Webers Kampfjetlärm-Initiative
Gemeinderäte, die Grossräte Peter Ernst (Brienz), Gerhard Fischer (Meiringen), Roland Künzler (Guttannen) und Hans Michel (Brienz) sowie die Oberhasli-Landsgemeinde 2000 setzen sich für den Militärflugplatz Meiringen ein. Zehn Gemeinden in der Region Brienz-Oberhasli – Brienz, Brienzwiler, Gadmen, Guttannen, Hasliberg, Hofstetten, Innertkirchen, Meiringen, Schattenhalb und Schwanden – gründen ein Komitee gegen die Initiative «Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten» des
Umweltschützers Franz Weber und seiner Organisation «Helvetia Nostra».
Der Militärflugplatz Unterbach auf dem Gebiet der Gemeinde Meiringen. (Archivbild Peter Schmid)
pd/bns. Franz Weber wolle mit seiner Initiative – siehe auch Volksinitiative «Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten» zustandegekommen vom Samstag 19. November 2005 – den Militärflugplatz Meiringen schliessen, verlautet in einer Medienmitteilung: «Die Standortgemeinde Meiringen, neun Nachbargemeinden und alle Grossräte dieser Region setzen sich gegen die Initiative zur Wehr und gründen ein Gegnerkomitee.» Bei einer Annahme der Initiative gegen den Kampfjetlärm müsste der Flugplatz Meiringen geschlossen werden, heisst es im weiteren: «Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region wären verheerend – dies um so mehr, als eine Umnutzung des Areals bei gleicher Wertschöpfung kaum möglich ist.» – Die Medienmitteilung weiter im Wortlaut: «In touristischen Erholungsgebieten sollen in Friedenszeiten keine Übungen mit Kampfjets mehr durchgeführt werden. Dies verlangt eine Initiative, welche Franz Weber Anfang November mit über 100 000 beglaubigten Unterschriften eingereicht hat. Mit der Initiative ‹Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten› will Weber eine Schliessung des Militärflugplatzes Meiringen erreichen.
Lösungen im Dialog: Politische Behördenvertreter von zehn Gemeinden im Einzugsgebiet des Militärflugplatzes haben ein Gegnerkomitee gegründet mit der erklärten Absicht, die Schweizer Bevölkerung über die regionalwirtschaftliche Bedeutung des Flugplatzes aufzuklären und im Abstimmungskampf gegen die Initiative öffentlich aufzutreten. In ihrer Medienmitteilung weisen die politischen Behördenvertreter darauf hin, dass die Lärmproblematik seit Jahren im konstruktiven Dialog zwischen den Gemeinden, Tourismus und Flugplatzbetriebsleitung diskutiert wird. In diesem Dialog seien bisher immer mehrheitsfähige und vernünftige Kompromisslösungen gefunden worden. Es erstaune deshalb nicht, dass Webers Initiative in den Gemeinden rund um den Flugplatz nur wenige hundert Unterschriften gefunden habe.
Flugplatz ist unverzichtbar: Massgebliches Motiv der Gemeinden und der politischen Behördevertreter für ihr Engagement gegen die Initiative ist die regionalwirtschaftliche Bedeutung des Militärflugplatzes Meiringen. Die Betriebe der Luftwaffe bieten als einer der grössten Arbeitgeber in dieser Region über 180 hochwertige Arbeitsplätze sowie 25 Ausbildungsplätze an. Es fliessen jährlich rund 25 Millionen Franken in die regionale Wirtschaft. Zudem wurden in den letzten acht Jahren über 180 Millionen Franken in die Infrastruktur des Flugplatzes investiert.»
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