|
| Die weltweit bekannte und imposante Kette von Eiger, Mönch und Jungfrau. (Archivbild Peter Schmid) |
|
Weltnaturerbe Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn soll vergrössert werden Die Schweiz beantragt bei der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco), das Weltnaturerbe Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn um mehr als die Hälfte (28 500 Hektaren) zu vergrössern. Das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft hat das Nominationsdossier am 20. Dezember 2005 in Paris eingereicht.
pd/bns. Das Dossier enthält zudem laut einer Medienmitteilung des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) – so heisst das Amt, welches per 1. Januar 2006 aus dem heutigen Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) und grossen Teilen des Bundesamtes für Wasser und Geologie (BWG) entsteht – einen Managementplan, der die nachhaltige Entwicklung des Welterbegebietes regle. Der Managementplan ist das Resultat eines breit abgestützten Aushandlungsprozesses in den 26 beteiligten Gemeinden.
Im Jahr 2001 sei das Gebiet Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn als erstes Naturerbe der Alpen in die Liste der Unesco-Welterbegebiete aufgenommen worden, wird in der Medienmitteilung erinnert. Das Welterbekomitee habe damals die Erarbeitung eines Managementplans verlangt und das beratende Expertenteam der Welt-Naturschutz-Union (IUCN) habe vorgeschlagen, gleichzeitig eine Erweiterung des Gebietes zu prüfen: «Im Vordergrund standen im Osten das Gebiet bis zur Grimsel sowie die Fortsetzung der nordseitigen Steilflanke vom Eiger Richtung Engelhörner; im Westen ging es vor allem um die Blümlisalp- und Doldenhorngruppe sowie die zum Lötschental abfallende Talflanke.» Diese Erweiterungen könnten nun mit der Einreichung des neuen Dossiers verwirklicht werden. Weitere 28 500 Hektaren kämen so zum bestehenden Welterbegebiet hinzu, das 53 900 Hektaren umfasse. Die Entscheidung des Welterbekomitees werde im Sommer 2007 erwartet.
«Zusammen mit der Erweiterung wird der umfassende Managementplan für das gesamte Welterbegebiet eingereicht», verlautete im weiteren. Dieser Plan sei vom Welterbekomitee gefordert worden: «Der vorliegende Managementplan ist das Resultat eines breit abgestützten Aushandlungsprozesses mit verschiedensten Interessenvertretern in den 26 beteiligten Gemeinden.» Das Ziel sei nicht nur der Erhalt dieses einzigartigen Welterbes für spätere Generationen, sondern auch eine nachhaltige Entwicklung der zwei betroffenen Regionen im Oberwallis und im Berner Oberland zu erreichen. Im heutigen Gebiet Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn liege die weltweit bekannte und imposante Kette von Eiger, Mönch und Jungfrau. Dahinter breite sich in Richtung Süden eine einzigartige Gletscherwelt aus, welche den grössten und längsten Gletscher Eurasiens enthalte, den Aletschgletscher: «Dazu kommt das Bietschhorn mit der aussergewöhnlichen Felsensteppe an der Südflanke.»
Das Unesco-Welterbekomitee habe das Gebiet aufgrund von drei Kriterien als welterbewürdig ausgezeichnet: «Wegen seiner aussergewöhnlichen Naturschönheit, als hervorragendes Beispiel für die Alpenbildung und für die grosse Vielfalt an geomorphologischen und glaziologischen Erscheinungen sowie wegen den ökologischen und biologischen Prozessen, welche in diesem sich ständig verändernden Milieu ablaufen.» Mit der Erweiterung des Welterbes Jungfrau – Aletsch – Bietschhorn und der gleichzeitig eingereichten Kandidatur Lavaux habe die Schweiz für das Jahr 2006 die für jedes Land pro Jahr maximal möglichen zwei Kandidaturen ausgeschöpft.
|