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Mittwoch, 20. Juli 2005
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Die Vertreter der neun Destinationen. Vorne von links nach rechts: Jerun Vils, Vereinspräsident Destinationen Berner Oberland und Direktor von Lötschberg Tourismus. Manfred Fiegl, Geschäftsführer Lenk-Simmental Tourismus AG. Roger Seifritz, Direktor Gstaad-Saanenland Tourismus. Hinten von links nach rechts: Peter Lehner, Tourismusdirektor der Wengen Mürren Lauterbrunnental AG. Marco Caluori, Direktor Alpenregion AG. Stefan Otz, Direktor Interlaken Tourismus. Beat Anneler, Direktor Thunersee Tourismus. Roland Huber, Tourismusdirektor Adelboden. – Nicht auf dem Bild: Sammy Salm, Direktor Grindelwald Tourismus (Bild Dora Schmid-Zürcher)

Evaluation der touristischen Destinationspolitik im Kanton Bern

Die kantonale «Berner Wirtschaft» (Beco) hat die touristische Destinationspolitik einer externen Evaluation unterzogen. Sie soll als Frühwarnsystem für anfällige Kurskorrekturen dienen. Die ersten Ergebnisse der am Mittwoch in Spiez präsentierten Evaluation liegen nun vor und zeigten ein insgesamt positives Bild: Die Destinationen hätten einen markanten Schritt in Richtung Professionalisierung des Destinationsmanagements gemacht.

pd/pvr. Seit der Auflösung von «Berner Oberland Tourismus» (BOT) im Herbst 2001 setze der Kanton Bern auf die Karte Destinationspolitik, wurde an einer Orientierung erinnert: «Diese zielt einerseits darauf ab, tragfähige Strukturen für eine effiziente Mittelverwendung zu forcieren; andererseits will sie den Professionalisierungsprozess des Destinationsmanagements vorantreiben.» Basierend auf dem tourismuspolitischen Leitbild des Kantons Bern und dem Destinationsbericht von Jan von Trott seien im Jahr 2002 mit den neun Destinationen individuelle Zielvereinbarungen mit insgesamt elf Handlungsfeldern abgeschlossen worden. Dieser tourismuspolitische Ansatz sei neu für die Schweiz «Deshalb wurde vorgesehen, die Destinationspolitik im Kanton Bern einer externen Evaluation zu unterziehen; sie dient als Frühwarnsystem für allfällige Kurskorrekturen.» Im Herbst 2004 habe «Berner Wirtschaft» den Berner Universitätsprofessor Hansruedi Müller vom Forschungsinstitut für Freizeit und Tourismus (FIF) mit der Durchführung der Evaluation beauftragt: Sie bestehe aus drei Phasen. In der ersten Phase würden die Auswirkungen der neuen kantonalen Förderungspolitik auf die Destinationsentwicklung analysiert und beurteilt. Das FIF habe den Tourismusberater Jan von Trott /Eventconsult, Frankfurt) mit dieser Aufgabe betraut.

In der zweiten Phase soll im Sommer 2005 die Erlebnisqualität in den Destinationen des Berner Oberlandes untersucht werden: «Es wird hinterfragt, wie die gewachsenen Erlebniswelten noch besser in Szene gesetzt werden könnten, welche Attraktionen aufzuwerten sind, wie die Besucher noch besser gelenkt und das Wohlbefinden erhöht werden könnte.» In der dritten Phase der Evaluation soll die Optik ausgeweitet und das Augenmerk auf die tourismuspolitischen Strukturen im Kanton Bern gelegt werden: «Es wird die Frage gestellt, wie die Effizienz der Zusammenarbeit zwischen den Destinationen und der Verwaltung einerseits und den nationalen touristischen Trägern andererseits noch zu verbessern sei; im Herbst 2005 werden entsprechende Vorschläge für zukunftsfähige Strukturen im Kanton Bern vorliegen.» Diese sollen in die Zielvereinbarungen 2006 bis 2009 der «Berner Wirtschaft» mit den Destinationen einfliessen.

Ende April 2005 sei die erste Phase abgeschlossen, verlautete im einzelnen. Der vorliegende Bericht komme insgesamt zu einem positiven Ergebnis. Das vorläufige Fazit: «Die Destinationsentwicklung und die Tourismusförderung im Kanton Bern befindet sich auf gutem Wege; die vergangenen Jahre haben eindeutige Fortschritte in Richtung Professionalisierung der Destinationsarbeit und Konzentration auf die Produktgestaltung gebracht.» Die Marketingmittel, die den Destinationen zur Verfügung stünden, sollen sich ins Jahr 2006 gegenüber 2000 verdoppelt haben; dies sei ein gewaltiger Fortschritt für die Destinationen. Der Bericht hebe hervor, dass einige Destinationen in die Liga der Topdestinationen mit ausreichendem Budget für internationales Marketing aufgestiegen seien. Andere Destinationen hätten sich neu gebildet oder seien von regionalen Marketingkooperationen in die Liga der Destinationen mit ausreichendem Budget für nationales Marketing aufgerückt. Die Marketingkooperation Jungfrau habe sich in Richtung einer global operierenden Jungfrauregion weiter entwickelt.

Hervorstechend sei die spürbare Steigerung der Effektivität des Marketings, die in den meisten Destinationen zu beobachten sei: «Trotz des schweizweiten Einbruchs der Logiernächte nach 2001 lassen sich die Markterfolge in den Berner Destinationen sehen; sie liegen im Jahr 2004 mit einem Plus von durchschnittlich rund 10 Prozent weit über dem Schweizer Durchschnitt mit einem Minus von 0,3 Prozent.» Die meisten Destinationen hätten auch erkannt, dass die Weiterentwicklung des Produktes vor Ort wichtigster Bestandteil ihrer Arbeit sei. Erfolgreiche Destinationen würden heute viel intensiver an der Qualität des touristischen Produktes arbeiten als noch vor ein paar Jahren. Dennoch gäbe es in praktisch allen Destinationen offene Handlungsfelder. Hierzu machten die Gutachter detaillierte Vorschläge für jede einzelne Destination: Mängel bestünden insbesondere in der Qualitätssicherung, der Entwicklung von Pauschalen, dem Reservationssystem, dem Internetauftritt, in ökologischen Aspekten und der Masterplanung für Infrastrukturen. Bei fast allen seien diese Mängel erkannt und würden nun angepackt.

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004




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