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Mittwoch, 6. Juli 2005
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Umrahmt von Musik und Tanz: Die 40. Maturitätsfeier des Gymnasiums Interlaken. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Interlaken: Maturitätsfeier mit Verabschiedung von Rektor Helmut Reichen


Nach 36 Jahren als Rektor des Gymnasiums Interlaken hat Helmut Reichen am Dienstagabend zum letzten Mal erfolgreichen Gymnasiasten den Maturitätsausweis überreicht. Reichen wurde bei diesem Anlass im Casino-Kursaal Interlaken von Regierungsrätin Dora Andres verabschiedet. Gastreferent war alt Bundesrat Adolf Ogi und durch die von Tanz und Musik umrahmte öffentliche Maturitätsfeier führte der Oberländer Zauberkünstler Siderato.

Alt Bundesrat Adolf Ogi (links) und der Zauberkünstler Siderato.

Der Zauberkünstler Siderato – hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich Professor Peter Mürner, akademischer Direktor der Universität Bern – verstand es mit seinen Zauberstücken immer einen Bezug zu Rektor Helmut Reichen, zu den Maturanden, zum Publikum und zu den prominenten Gästen zu finden. Der mit Reichen in jahrelanger Freundschaft verbundene alt Bundesrat Adolf Ogi gratulierte den Maturanden und wünschte ihnen, nachdem sie nun die zweite Etappe abgeschlossen hätten, eine gute Zukunft und dass sie die Chancen der neuen Herausforderungen annähmen. Als UNO-Delegierter von Kofi Annan sei es ein Ziel aber auch eine Aufgabe, neue Generationen aufzubauen. Dies gehe jedoch nur in den Bereichen Kultur und Sport. Durch die Schule des Sports habe man gelernt, Regeln wie Fairplay und Disziplin zu akzeptieren, Jeder junge Mensch habe die Chance Leader der Welt zu sein.

Helmut Reichen überreichte zum letzten Mal Maturitätsausweise.

«Keine unnötig frühe Spezialisierung»

An der 40. Maturitätsfeier überreichte Rektor Helmut Reichen zum letzten Mal den erfolgreichen Gymnasiasten – siehe auch Maturitätsprüfungen von 48 Kandidaten bestanden vom Donnerstag, 30. Juni 2005 – den Maturitätsausweis. «Als ich im Jahr 1969 das Amt des Rektors antrat, hatte ich wirklich Träume», führte Reichen in seiner Ansprache im Casino-Kursaal aus: «Ich war 29jährig, beseelt vom unbändigen Willen, das Unerreichbare zu erreichen, das Unmögliche möglich zu machen; ich hatte ja auch die einmalige Chance, eine Schule aufbauen zu können, die sich nicht in den ausgetretenen Bahnen der gymnasialen Strukturen und Traditionen bewegen musste.» Er habe von einem neuen, einem anderen Gymnasium geträumt, führte Reichen aus: «Von einer Schule, in welcher der sprachlich Begabte und der mathematisch Begabte denselben Unterricht in der Muttersprache haben – es sollte keine unnötig frühe Spezialisierung gefördert werden.» Er habe auch auch von einem weltoffenen Gymnasium geträumt – offen für ausserschulische Aktivitäten in den Bereichen Wirtschaft und Politik: «Von einer Schule, die als Teil unserer Gesellschaft verstanden und gelebt wird, nicht als ein Hort weltfremder und elitärer Theorien.» Viele dieser Träume habe er verwirklichen können. Die Träume seien wahr geworden, dank einer sachkompetenten Gymnasiumskommission, dank einem engagierten Kollegium, dank einsatzfreudigen Mitarbeitern und dank einer kooperativen Erziehungsdirektion: «Das Gymnasium Interlaken hat heute seinen festen Platz in der kantonalen, schweizerischen und internationalen Bildungslandschaft.» Manches habe noch nicht umgesetzt werden können, räumte Reichen ein: «Aber ich bin überzeugt, dass das Kollegium unter der Leitung meines Nachfolgers Martin Grunder den einen oder anderen Traum in den nächsten Jahren wahr werden lässt.» Den Maturanden gratulierte Reichen zu ihrem Erfolg, ein erstes Zwischenziel erreicht zu haben: «Sie haben einen Rucksack, gefüllt mit einem Grundwissen, das Ihnen helfen wird, Ihre weitere Ausbildung mit dem nötigen Selbstvertrauen anzugehen. Aber vergessen Sie nicht: Dieses Wissen und Ihre Kenntnisse bilden nur die Basis. Entscheidend wird sein, wie Sie Ihr Wissen und wie Sie Ihre Kenntnisse anwenden wie Sie Ihr Denken und Handeln vor sich selbst und vor Ihren Mitmenschen verantworten können.

Verabschiedung von Helmut Reichen durch Regierungsrätin Dora Andres.

Regierungsrätin Dora Andres eröffnete die Verabschiedung von Rektor Helmut Reichen mit einem Goethe-Zitat: «Es ist nicht genug zu wissen – man muss es auch anwenden. Und es ist nicht genug zu wollen – man muss es auch tun.» Sie streifte in einem kurzen Überblick die Laufbahn des im Jahr 1940 in Thun geborenen Helmut Reichen. 29jährig im Jahr 1969 als erster Rektor des Gymnasiums Interlaken gewählt, sei Reichen von 1984 bis 1996 im Vorstand und zeitweise auch Präsident der schweizerischen Rektorenkonferenz gewesen, ebenso wie in der internationalen Rektorenkonferenz und in der europäischen Rektorenkonferenz, wo er auch drei Jahre als Vizepräsident gewirkt habe. Vor seiner Wahl zum Rektor des Gymnasiums Interlaken – zuvor eine Zweigstelle des Gymnasiums Thun – habe Reichen Latein und Griechisch unterrichtet.

Der Präsident der Kommission für das Gymnasium Interlaken, Manuel Otter. Rektor Helmut Reichen, Regierungsrätin Dora Andres und alt Bundesrat Adolf Ogi (von links nach rechts)

Partnerschulen in China, in den USA und in Belgien


Im weiteren wurde daran erinnert, dass Reichen seit dem Jahr 1985 eine Partnerschaft mit dem Gymnasium Nr. 2 in Chinas Hauptstadt Peking aufgebaut habe. Zwei weiter Partnerschulen – eine in Scottsdale (Arizona/USA) und eine in Geel (Belgien) seien gefolgt und heute würden gegenseitige Besuche gemacht. Dies zeige die Weltoffenheit von Helmut Reichen und dass er für seine Schule viel Energie freigesetzt habe. Auch zum UNO-Jahr des Sport des Jahres etwa habe er es geschafft mit einer grossen Delegation von rund 150 angemeldeten Gymnasiasten den Grand Prix in Bern zu bestreiten. Zum Schluss betonte Dora Andres, das Gymnasium Interlaken sei in der Region nicht mehr wegzudenken. – Der Präsident der Kommission für das Gymnasium Interlaken, Manuel Otter hatte zuvor bei der Begrüssung zur 40. Maturitätsfeier überdies gewürdigt, dass es Rektor Helmut Reichen gelungen sei, Filialklassen in Saanen zu schaffen.

Prima a
Allenspach Anna, Wengen Gwerder Christoph, Spiez
Bachmann Mischa, Wilderswil Maurer Mathias, Bönigen
Bettler Joel, Spiez Rüegsegger Alexander, Ringgenberg
Bieri Markus, Goldswil Stähli Michael, Spiez
Brand Gisela, Beatenberg Wäcken Anna-Magdalena, Beatenberg
Breuer Sebastian, Thun Wenger Barbara, Unterseen
Gertsch Eva, Gimmelwald Zumstein Daniela, Isenfluh
Grütter Corinne, Unterseen  
Prima b
Aeschimann Walter, Unterseen Staudenmann Rebecca, Interlaken
Brunner Franziska, Habkern Stehlin Philipp, Interlaken
Brunner Ramona, Oberried Stucki Lukas, Zweisimmen
Djuricic Ivana, Interlaken Suker Samir, Brienzwiler
Feuz Adrian, Stechelberg Vogler Cleo, Unterseen
Fuchs Thomas, Wilderswil Wyler Kurt, Erlenbach
Reding Samuel, Ringgenberg Wyss Angela, Unterseen
Schai Katrin, Lauterbrunnen Wyss Sarah, Unterseen
Schindler Mirjam, Gsteigwiler Zysset Daniel, Zweisimmen
Prima c
Albrektsson Joel, Interlaken Schiesser Alexandra, Meiringen
Hügli Tamara, Meiringen Schmocker Manuel, Meiringen
Hürzeler David, Därligen Schönthal Esther, Leissigen
Jost David, Interlaken Steinhauer Michael, Meiringen
Liechti Jonas, Meiringen Stoller Doris, Kandergrund
Locher Laura, Brienz Wiegenbröker Lisa, Innertkirchen
Luginbühl Jennifer, Leissigen Wyss Sandra, Bönigen
Papritz Niklaus, Meiringen  
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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004




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