Donnerstag, 21. Juli 2005 |
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Aufmarsch am dritten Jahrestag des Kriegsendes in Vietnam von 1975. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
Thuner Seespiele: Gelungene Premiere von «Miss Saigon»
Nach der Premiere des Musicals «Miss Saigon» am Mittwochabend wollen die Thuner Seespiele im Sommer 2005 nach «Evita» und «Anatevka» mit insgesamt 30 Vorstellungen in der Zeit bis Samstag 27. August 2005 an die Erfolge der Vorjahre anknüpfen.
Die neue Kim (Lanie Sumalinog) und der GI Chris (Martin Pasching).
ds/pvr. Die vorgesehene Darstellerin der Kim, Ruby Rosales – siehe auch «Miss Saigon» im Sommer auf der Thuner Seebühne vom Freitag, 21. Januar 2005 – hatte sich nach Angaben der Thuner Seespiele nicht mit den Umständen der Seebühnenaufführung zurechtfinden können und sei nun vorzeitig weggegangen: Ihre Rolle wurde aber durch die in Manila geborenen und aufgewachsenen Zweitbesetzung Lanie Sumalinog hervorragend gespielt und das Publikum dankte ihr mit einem langanhaltenden Applaus. Durchwegs ist die Premiere beim Publikum sehr gut angekommen. Auch das Bühnenbild fand grossen Anklang. Die Premiere ging bei trocknenem und einigermassen warmem Wetter über die Seebühne.
Neben den 23 Darstellern der Hauptrollen, den 60 Schauspielern des Ensembles, den 44 Musikern im Orchester arbeiten über 350 Personen im Hintergrund – davon 80 in der Gastronomie.
In den Bars der thailändischen Hauptstadt Bangkok erholen sich US-Soldaten von ihren Einsätzen in Vietnam.
«Miss Saigon», eine Liebesgeschichte während des Vietnamkriegs – siehe auch Vorschau Thuner Seespiele: Ab kommender Woche «Miss Saigon» vom Donnerstag, 14. Juli 2005 – soll mitreissen und zugleich berühren. Das Musical zeige Schicksale vor dem Hintergrund kultureller und gesellschaftlicher Schranken: «Miss Saigon erzählt von Menschen mit Hoffnung und Träumen auf ein besseres Leben.» Bei den 30 Vorstellungen – siehe auch «Miss Saigon» im Sommer auf der Thuner Seebühne vom Freitag, 21. Januar 2005 – hatten die Thuner Seespiele mit insgesamt über 60'000 Zuschauern gerechnet – am Mittwochabend sprach Andreas Stucki, Verwaltungsrat der Thuner Seespiele bei der Begrüssung der Premierengäste von über 62'000 verkauften Tickets: «Wir sind sehr glücklich und dankbar – ein Zeichen, dass wir auch im dritten Jahr auf dem richtigen Weg sind; wir sind überzeugt, nun die definitive Form für die nächsten Jahre
gefunden zu haben.»
Der «Chef im Ring» (Sergio-Maurice Vaglio) mit Kim und ihrem Sohn Tam.
Was auf der Seebühne zu sehen sei, hat sich laut einem Grusswort des Thuner Stadpräsidenten Hans-Ulrich von Allmen vor rund 30 Jahren in Vietnam abgespielt und scheine von der Realität hier in Thun weit weg zu sein. Dieser Krieg komme uns aber immer wieder wegen irgendwelchen Ereignissen zum Bewusstsein – gerade gestern mit der Todesmeldung des 91jährigen ehemaligen Oberbefehlshabers der US-Streitkräfte im Vietnamkrieg, William Westmoreland. Wir wüssten sicher noch, dass es der erste Krieg gewesen sei, der durch die Bilder in den Medien mitentschieden und der «live» in die Wohnzimmer übertragen worden sei: «Am Ende hat er ein zerstörtes und isoliertes Land
mit drei Millionen toten Vietnamesen und 50'000 getöteten Amerikanern hinterlassen.»
Dieser Krieg habe aber Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre auch rund 40
vietnamesische Männer, Frauen, Kinder und Familien nach Thun gebraucht, die ihre Heimat zum
Teil als Bootsflüchtlinge hätten verlassen müssen, erinnerte der Stadtpräsident: «Rund die Hälfte davon sind heute
Schweizer Bürger, für die die damaligen Ereignisse mit wenig Unterhaltungswert
verbunden sind.» Auch daran sollten wir laut von Allmen denken, dass dieser Krieg unsägliches Elend
verbreitet habe, und dass die Geschichte, die wir heute auf der Bühne zu sehen
bekämen, auch in Thun eine Parallele habe.
Thuy (Rommel Singson) versucht dem «Chef im Ring» unter Waffenandrohung, den Aufenthaltsort von Kim zu entlocken.
Andreas Stucki, Verwaltungsrat der Thuner Seespiele zeigte sich an der Premiere stolz darauf, dass die ursprünglich gesteckten Ziele der Thuner Seespiele AG weit übertroffen worden seien. Die Seespiele hätten auch positive Auswirkungen auf die Stadt Thun und die erweiterte Region: «Es ist schön, sagen zu dürfen, mit unserem Event einen wesentlichen Beitrag für die Wirtschaft und die Hotellerie zu leisten.» Er warf die schon lange gestellte Frage auf, ob die Stadt Thun,
Standortpartner der Seespiele all die Auswirkungen, die sie in letzter Zeit über sich habe
ergehen lassen müssen, überhaupt noch tragen könne: «Erfolge im Sport, im Fussball, im Handball, die Künstlerbörse und das
erfolgreiche Swiss Economic Forum; Thun ist im Aufwind, und jetzt
noch die Thuner Seespiele.»
Miss Saigon 2005 auf der Thuner Seebühne. Vorstellungen im Juli 2005: Montag 18. Juli (Vorpremiere). Mittwoch 20. Juli 2005. Freitag 22. Juli. Samstag 23. Juli. Sonntag 24. Juli. Dienstag 26. Juli. Mittwoch 27. Juli. Freitag 29. Juli. Samstag 30. Juli. Sonntag 31. Juli . – Vorstellungen im August 2005: Dienstag 2. August. Mittwoch 3. August. Freitag 5. August. Samstag 6. August. Sonntag 7. August. Dienstag 9. August. Mittwoch 10. August. Freitag 12. August. Samstag 13. August. Sonntag 14. August (Sonntagsmatinee*). Sonntag 14. August. Dienstag 16. August. Mittwoch 17. August. Freitag 19. August. Samstag 20. August. Sonntag 21. August (Sonntagsmatinee*). Sonntag 21. August. Dienstag 23. August. Mittwoch 24. August. Freitag 26. August. Samstag 27. August. – *Sonntagsmatinee 10.30 Uhr und Abendvorstellung 20.10 Uhr
Für eine Vorstellung, die abgesagt oder vor der Pause (weniger als eine Stunde) abgebrochen werden muss, findet jeweils eine Ersatzvorstellung am nächsten dafür vorgesehenen freien Reservetag (Montag oder Donnerstag) statt.
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