Donnerstag, 14. Juli 2005 |
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Für die Bühne, die zehn Meter weiter hinaus in den See gebaut wurde, und die Technik wurden 750 Tonnen Stahl und 12 Kilometer Kabel benötigt. Jeden Abend werden bis zu 150 Leute auf der Seebühne arbeiten. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
Thuner Seespiele: Ab kommender Woche «Miss Saigon»
Nach «Evita» und «Anatevka» führen die Thuner Seespiele im Sommer 2005 das Musical «Miss Saigon» in deutscher Sprache auf. Vom Montag 18. Juli (Vorpremiere) bis Samstag 27. August 2005 stehen insgesamt 30 Vorstellungen auf dem Spielplan.
Regisseur Ueli Bichsel mit Regieassistentin und Backstagemanager Katrin Dauwalder.
ds/pvr. Mit dem weltberühmten Musical «Miss Saigon» von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg wollen die Thuner Seespiele im Sommer 2005 an die Erfolge von «Evita» und «Anatevka» in den Vorjahren anknüpfen. «Miss Saigon» – eine Liebesgeschichte während des Vietnamkonflikts – soll mitreissen und zugleich berühren. Das Musical zeige Schicksale vor dem Hintergrund kulturellerund gesellschaftlicher Schranken: «Miss Saigon erzählt von Menschen mit Hoffnung und Träumen auf ein besseres Leben.» Bei den 30 Vorstellungen – siehe auch «Miss Saigon» im Sommer auf der Thuner Seebühne vom Freitag, 21. Januar 2005 – rechnen die Thuner Seespiele mit insgesamt über 60'000 Zuschauern.
Auf einem «Cyclo» unterwegs:
Produktionsleiter Thomas Eberle mit Ruth Zaugg, Geschäftsleitung der «Inszene Ticket GmbH».
Bereits sind nach Angaben der Thuner Seespiele 61'000 Eintritte verkauft. Für die meisten der insgesamt 30 Vorstellungen – jeweils 2192 Sitzplätze – seien aber noch einzelne Billette erhältlich und namentlich gebe es noch Tickets für die beiden Matineen. Auch für die Derniere habe es kaum mehr Billette. Die Auslastung auf dem «VIP-Musical-Schiff» wurde an einer Medienorientierung vom Mittwoch mit 80 Prozent angegeben.
Beim disjährigen Musical rechnet Andreas Stucki, Verwaltungsrat der Thuner Seespiele mit zehn Prozent mehr Umsatz. Die Kosten beliefen sich auf rund acht Millionen Franken, wovon rund zwei Millionen Franken auf das Personal entfielen. Auch die Technik sei teurer. Dennoch seien schwarze Zahlen budgetiert: Nach bereits drei Jahre Aufbauzeit könne auch von gewissen Investitionen profitiert werden, umsatzmässig seien aber keine grossen Steigerungen mehr zu erwarten.
Viele der Requisiten – Bambus, 20 «Cyclos» (Rischkas) und vieles mehr – sind direkt in Vietnam eingekauft und in drei grossen Containern mit einem Ladevolumen von insgesamt 180 Kubikmeter in die Schweiz transportiert worden, verlautete an der Medienorientierung im weiteren. Die Besucher könnten sich mit den Rischkas von der Werft oder von der Bushaltestelle für fünf Franken zur Bühne «chauffieren» lassen. Die exotischen Gefährte seien direkt auf der Strasse gekauft worden, da es in Vietnam verboten sei, «Cyclos» überhaupt noch zu produzieren, weil sie auf den Strassen zu langsam und zu sperrig seien.
Allwettertaugliche, computergesteuerte «Moving Lights».
Die von Bühnenbildner Dany Rhyner gestalteten, aus Aluminium, Bambus und Maschendraht konstruierten vier Kuben haben ein Gesamtgewicht von 4,8 Tonnen die sich auf einer Drehbühne die auch nochmals 12 Tonnen schwer ist, bewegen lassen. Mit 9 Elektromotoren auf Schienen kann die Drehbühne ein Gewicht von 20 Tonnen tragen und bewegen. Regisseur Ueli Bichsel wies darauf hin, dass beim Licht 330'000 Watt (das entspricht 1000 Fernsehapparaten oder 6600 Toastern) benötigt werden.
Die letztjährige Idee des Organisationskomitees, bei wetterbedingtem Aufführungsabbruch die Besucher mit einer kostenlosen Video-DVD zu entschädigen, damit diese das Stück zu Hause vollständig erleben könnten, lässt sich nach Angaben der Thuner Seespiele auch dieses Jahr aus rechtlichen Gründen nicht umsetzen. Stattdessen soll als kleine Geste den Besuchern bei einem Abbruch des Musicals ein Gutschein über zehn Franken für das nächstjährige Musical «Elisabetha» überreicht werden.
Auf «Miss Saigon» folgt im Jahr 2006 «Elisabeth»
Bereits laufen auch schon die Vorbereitung für das nächstjährige Musical: Als erste freie Inszenierung, also als Uraufführung in der Schweiz, soll das Musical «Elisabeth» auf der Seebühne Thun gespielt werden. Die Welturaufführung des von Michael Kunze und Sylvester Levay geschriebene Musical hat nach österreichischen Quellen am 3. September 1992 stattgefunden. Befreit von Sissi-Kitsch will das Musical «Elisabeth» die am 10. September 1898 im 61. Lebensjahr in Genf einem Attentat zum Opfer gefallene österreichische Kaiserin Elisabeth von einer ganz anderen Seite zeigen.
Miss Saigon 2005 auf der Thuner Seebühne. Vorstellungen im Juli 2005: Montag 18. Juli (Vorpremiere). Mittwoch 20. Juli 2005. Freitag 22. Juli. Samstag 23. Juli. Sonntag 24. Juli. Dienstag 26. Juli. Mittwoch 27. Juli. Freitag 29. Juli. Samstag 30. Juli. Sonntag 31. Juli . – Vorstellungen im August 2005: Dienstag 2. August. Mittwoch 3. August. Freitag 5. August. Samstag 6. August. Sonntag 7. August. Dienstag 9. August. Mittwoch 10. August. Freitag 12. August. Samstag 13. August. Sonntag 14. August (Sonntagsmatinee*). Sonntag 14. August. Dienstag 16. August. Mittwoch 17. August. Freitag 19. August. Samstag 20. August. Sonntag 21. August (Sonntagsmatinee*). Sonntag 21. August. Dienstag 23. August. Mittwoch 24. August. Freitag 26. August. Samstag 27. August. – *Sonntagsmatinee 10.30 Uhr und Abendvorstellung 20.10 Uhr
Für eine Vorstellung, die abgesagt oder vor der Pause (weniger als eine Stunde) abgebrochen werden muss, findet jeweils eine Ersatzvorstellung am nächsten dafür vorgesehenen freien Reservetag (Montag oder Donnerstag) statt.
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