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Freitag, 15. Juli 2005
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Chancen und Risiken künftig bei den Arbeitnehmern

Pensionskasse: Thuner Gemeinderat bereitet Wechsel zum Beitragsprimat vor

Um die langfristige Finanzierung der Pensionskasse der Stadt Thun zu sichern, bereitet der Gemeinderat den Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat vor. Damit sollen die künftigen Rentenzahlungen an Pensionierte den in der Aktivzeit einbezahlten Beiträgen entsprechen. Im Juni nächsten Jahres soll der Stadtrat entscheiden, ab 2007 soll das neue System in Kraft treten.

sth/bns. Zwar stehe die Pensionskasse für das Personal der Stadt Thun heute gut da, heisst es in einer Medienmitteilung: Mit einem Deckungsgrad von gut 94 Prozent liege sie sogar über dem schweizerischen Durchschnitt öffentlicher Pensionskassen. Doch eine an sich erfreuliche Entwicklung, die zunehmende Lebenserwartung, zwinge die Kasse zu Anpassungen im Hinblick auf die langfristige Sicherstellung der Renten. Zudem seien die Nachzahlungen bei Verdiensterhöhungen heute ungenügend: «Eine erste Revisionsvorlage des Gemeinderates an den Stadtrat im Mai 2004 löste sehr grundsätzliche Fragen aus, so dass die Exekutive den Antrag zurückzog und eine stadträtliche Spezialkommission einsetzen liess.» Deren Vorschläge, die als zentrales Element den Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat enthielten, habe der Gemeinderat kürzlich zur Kenntnis genommen: «Zugleich hat er eine Redaktionsgruppe damit beauftragt, unter Beizug eines anerkannten externen Experten bis Ende September einen Reglements-Revisionsentwurf vorzulegen, der den Wechsel vom Leistungs- zum Beitragsprimat umschreibt.»

Personal wird regelmässig orientiert

Mit einem ersten Informationsbrief hat das Personalamt laut Medienmitteilung die städtischen Angestellten über die Hintergründe und das weitere Vorgehen orientiert. Das Personal soll nun laufend über die weiteren Schritte informiert werden:
Leistungs- und Beitragsprimat

Beim heute bei der städtischen Pensionskasse Thun noch geltenden Leistungsprimat stehen die Leistungen der Kasse im Vordergrund: Die Altersrente errechnet sich aus dem letzten Lohn, vermindert um einen festgelegten «Koordinationsabzug». Dies ergibt den versicherten Lohn. Heute beträgt die Altersrente bei der Stadt Thun 65 Prozent des versicherten Lohnes.

Beim Beitragsprimat stehen die während der Erwerbstätigkeit einbezahlten Beiträge an die Pensionskasse im Vordergrund. Die Beiträge der Arbeitnehmer und des Arbeitgebers werden einem Altersguthaben – ähnlich einem Sparkonto – gutgeschrieben. Die spätere Rente errechnet sich aus der Höhe der einbezahlten Beiträge, dem Zins, den die Kasse darauf erwirtschaftet, sowie dem sogenannten Umwandlungssatz. Dieser ist abhängig von der statistisch zu erwartenden durchschnittlichen Lebenserwartung und legt fest, wie viel Prozent der Gesamtsumme pro Jahr ausbezahlt werden kann.

Nach Vorlage des Reglementsentwurfs werde dieser bis Ende dieses Jahres in der Pensionskassenkommission, der stadträtlichen Spezialkommission und im Gemeinderat diskutiert.
Anfang 2006 soll eine Vernehmlassung bei Personalverbänden, den angeschlossenen Firmen und städtischen Abteilungen stattfinden. Ebenfalls soll das Personal an einer Versichertenversammlung detailliert orientiert werden.
Im Juni 2006 soll der Stadtrat über das revidierte Reglement der Pensionskasse befinden.
Am 1. Januar 2007 soll das neue Reglement und damit das neue System in Kraft treten.

Übergangsfrist von fünf Jahren vorgesehen

Die wesentlichste Änderung beim Wechsel zum Beitragsprimat besteht laut Medienmitteilung darin, «dass Chancen und Risiken der Rendite- beziehungsweise Zinsschwankungen der Altersguthaben nicht mehr bei der Kasse selbst und damit beim Arbeitgeber liegen, sondern bei den Arbeitnehmenden». Bei höheren oder tieferen Renditen könnten somit die Renten nach einem Wechsel zum Beitragsprimat steigen oder sinken. Um Härtefälle zu vermeiden, sei eine Übergangszeit von fünf Jahren vorgesehen, während der die heutigen Renten gemäss Leistungsprimat weiterhin garantiert würden.

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004




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