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Montag, 27. Juni 2005
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Gegenwärtig blühen im Alpengarten Schynige Platte an die 190 Arten. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

Alpengarten Schynige Platte: Ein Himmelsherold zur Hauptversammlung

An der Hauptversammlung vom 25. Juni hat der Verein Alpengarten Schynige Platte auf ein erfolgreiches Jahr 2004 zurückgeblickt: Die Eintritte sind auf 27’971 gestiegen und die Erneuerungsarbeiten der letzten Zeit tragen Früchte.

Die narzissenblütige Anemone (Anemone narcissiflora).

pd/bns. Sehr schön entwickelt sich ein Teil des Urgesteinsfeldes, der 2003 mit Material neu angelegt worden war, das der Schnee auf die Furkastrasse gedrückt hatte. Wie der wissenschaftliche Leiter des Alpengartens, Otto Hegg, am Samstag vor Ort zeigte, blüht auf dem neuen Boden derzeit sogar der Himmelsherold, der sich sonst auf der Höhe des Alpengartens – unter 2100 Metern über Meer – nicht wohl fühlt und bisher nur auf den Tuffsteinblöcken kultiviert werden konnte. Das Pölsterchen mit den leuchtend blauen Blüten ist denn auch eine grosse Attraktion. Das ist keine geringe Leistung für eine winzige Pflanze in einem Garten, in dem gegenwärtig 190 Arten üppig blühen – von Polsternelken, Leberbalsam, verschiedenen Steinbrech- und Mannsschildarten und Hahnenfussgewächsen in den Felsen über die ersten Alpenrosen bis zu den Anemonen, den farbenprächtigen Kleearten und dem Alpenlein in der Milchkrautweide.

Leberbalsam (Erinus alpinus).

Pflege der Vielfalt

Der botanische Alpengarten zeigt auf der Schynige Platte 2000 Meter über Meer – siehe auch Bergfrühling im Alpengarten Schynige Platte vom Mittwoch, 8. Juni 2005 – gut 600 Pflanzenarten aus dem ganzen Schweizer Berggebiet. Die Blumen, Farne und Sträucher wachsen in 15 Pflanzengesellschaften auf unterschiedlichen Gesteinsunterlagen. Besonders aufwendig ist die Pflege der Pflanzengesellschaften, die wie etwa der Krummseggenrasen auf sauere Böden angewiesen sind. Denn diese Bodenqualität lässt sich im Kalkstein der Schynige Platte nur schwer herstellen. In allen künstlich angelegten Pflanzengesellschaften müssen die Gärtnerinnen ständig schnell wachsende Arten in Grenzen halten und Seltenheiten sowie «Gäste» von der Alpensüdseite oder aus höheren und tieferen Lagen nachziehen. Ohne künstliche Eingriffe lässt sich die Vielfalt der Schweizer Bergflora nicht auf einer Fläche von 8323 Quadratmetern versammeln.

Wieder mehr Besucher

Diese Vielfalt zog auch 2004 wieder Spezialisten und Laien an. Die meisten Besucher des Gartens orientierten sich mit Hilfe von Namensschildern, Informationstafeln, Pflanzenführern, mit der Filmdokumentation, im Ausstellungsraum oder in Gesprächen mit den Gärtnerinnen. Dazu kamen Besuche von Forschern und zahlreiche Führungen mit Gruppen, die sich für den ganzen Garten oder auch für spezielle Bereiche wie etwa die Heilpflanzenabteilung interessierten. Insgesamt stieg die Zahl der Eintritte nach drei mageren Jahren (und verstärkter Werbung) wieder auf 27’971. Die Rechnung 2004 schloss bei 183’847 Franken Aufwand mit 4044 Franken Gewinn.

Auf der Schynigen Platte blühen bereits auch die ersten Alpenrosen.

Nutzungsrecht für hundert Jahre

Am Samstag kündigten der Alpengarten Schynige Platte und die Bergschaft Usser-Iselten einen hundertjährigen Nutzungsvertrag an. Bisher hat der 78jährige Alpengarten sein Gelände von der Bergschaft gepachtet. «Die materiellen und ideellen Werte, die im botanischen Alpengarten über so lange Zeit aufgebaut worden sind, wollen wir dauerhaft sichern», sagte Denis Forter, Präsident des Vereins, an der Hauptversammlung vom Samstag im Alpengarten. Deshalb freue sich der Vorstand, dass die Bergschaft Usser-Iselten einem Nutzungsrecht auf 100 Jahre zustimmte. Dritte im Bunde sind die Berner Oberland-Bahnen, die der Bergschaft auch künftig die Infrastruktur der Schynige Platte-Bahn günstig zur Verfügung stellen. Der Vertrag soll im August unterzeichnet werden.

Auch Bergschaftspräsident Ernst Stettler freute sich über den Vertrag. Der jährliche Zins wird den heutigen Verhältnissen angepasst, und die Bergschaft erhält eine Entschädigung, mit der sie eine neuere Alphütte abzahlen will.

Straussglockenblume (Campanula thyrsoides).

Vorstand

Der Vereinspräsident verabschiedete Max Kuhn, Ernst Ryffel und Heinrich Buri, die sich im Vorstand seit 36, respektive 15 und 17 Jahren mit ihrem juristischen, gartenbaulichen und ökologischen Fachwissen für den Alpengarten eingesetzt und ihre Fachressorts in den letzen Jahren neuen Vorstandsmitgliedern übergeben haben.

Alpengarten 2005. Öffnungszeiten: täglich 7.30 bis 18.00 Uhr. Eintritt: Erwachsene vier Franken, Kinder/Studenten ein Franken, Gästekarte/Gruppen ab sechs Personen drei Franken. Führungen nach Voranmeldung 50 Franken pro Gruppe (ab 20 Personen wird eine Gruppe geteilt). Telefon: 033 822'28'35. – Weitere Informationen www.alpengarten.ch / Anfahrt: per Bahn (Interlaken Ost –) Wilderswil – Schynige Platte: Fahrzeit ab Wilderswil 50 Minuten (www.jungfraubahn.ch).

Ohne künstliche Eingriffe liesse sich die Vielfalt der Schweizer Bergflora nicht auf einer Fläche von 8323 Quadratmetern versammeln.
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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004




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