| Schulprojektwoche «Avanti» in Wilderswil
Eine in Wilderswil angelaufene Schulprojektwoche «Avanti» soll Jugendlichen Einblick in weniger bekannte Lebens- und Laufbahnmodelle geben und sie motivieren, die breiten Möglichkeiten bei der Berufswahl zu nutzen: «Chancengleichheit bei der Berufswahl ist nur möglich, wenn sich Mädchen und Knaben von Rollenklischees lösen und ihren Beruf gestützt auf persönliche Interessen und Fähigkeiten wählen», heisst es in einer Medienmitteilung.
aid/bns. Pläne zeichnen, Kupferdrähte löten und Leitungen reparieren – das sei bislang meist Sache von Männern gewesen, wird im weiteren ausgeführt: «Kinder betreuen, Mittagessen zubereiten, Wäsche waschen und dann ins Büro eilen – das gehört hingegen eher zum Alltag von Frauen.» In der Schulprojektwoche «Avanti» in Wilderswil – sie dauere vom 17. bis zum 23. Juni 2005 – kehrten acht Schülerinnen und neun Schüler der 7. Sekundarklasse von Wilderswil diese Rollen für einmal um: «Sie erweitern damit ihre Erfahrungen im Hinblick auf ihre Berufswahl.»
In der Schulprojektwoche «Avanti» machten Mädchen während drei Tagen ein Praktikum in einem handwerklichen oder technischen Beruf, zum Beispiel als Polymechaniker, Schreiner/Zimmermann, Netz- und Kabelbauer, Spengler oder Sanitärmonteur, geht aus der Medienmitteilung im weiteren hervor: «Sie erhalten dabei praxisnahe Einblicke in Männerdomänen und stärken ihr Vertrauen in technische Fähigkeiten.» Knaben begleiteten in dieser Zeit Männer, die Teilzeit arbeiteten und Familienarbeit leisteten: «Sie erleben hautnah, was es bedeutet, Beruf und Familie zusammenzubringen und stärken ihre sozialen Fähigkeiten.» Die Lehrerschaft bereite gemeinsam mit Animatoren die Jugendlichen auf ihre dreitägigen Einsätze vor und bearbeiteten mit ihnen Vor- und Nachteile verschiedener Lebens- und Arbeitsformen. An einer Schlussveranstaltung stellten die Jugendlichen ihre Erfahrungen aus den Praktika den Eltern, Lehrkräften sowie den beteiligten Lehrbetrieben und «Praktikums-Vätern» vor.
Die Schulprojektwochen «Avanti» wurden laut Medienmitteilung vom Lehrstellenprojekt «16+», einem Projekt der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten, entwickelt. Seit dem Jahr 2003 förderten die Gleichstellungsfachstellen von Stadt und Kanton Bern die Umsetzung der Projektwochen in verschiedenen Regionen des Kantons.
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