Kreisel
Güterex |
Unterführung
Güterex |
Perronverlängerung
auf 420 Meter |
Aufhebung
Bahnübergang
Straubhaar |
Ausbau der
Fabrikstrasse |
Übergang Bahnhofstrasse für
Velo, Fussgäger, Kutschen und
öffentlichen Verkehr |
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Interlaken-West: Entflechtung von Schiene und Strasse
Am 9. Juni 2005 geht das Mitwirkungsverfahren zum Projekt «Entflechtung von Schiene und Strasse Interlaken-West» – mit dem Kernstück einer Unterführung in die Fabrikstrasse im Bereich Güterex Interlaken-West – in die Vernehmlassung. Die Kosten des Ausführungsprojektes – es umfasst auch die Aufhebung des Niveauübergangs Straubhaar und die Sperrung des Niveauübergangs Bahnhofstrasse für den motorisierten Individualverkehr – werden auf rund 20 Millionen Franken geschätzt.
Ingenieur Walter Schaufelberger: «Das Zentrum von Interlaken vom Durchgangsverkehr entlasten.»
ds/bns. Das Projekt sei ein schwergewichtiges Geschäft, dass sich jedoch seit etlichen Jahren abzeichne und zu einem Dauerbrenner geworden sei, führte der Interlakner Gemeindepräsident André Morgenthaler als Präsident der Projektorganisation Bahnübergänge Westbahnhof an einer Medienorientierung aus. Nun sei vor allem die Bahn der Auslöser: Seit dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 dürften die Intercity-Express- und Intercityzüge nur noch bei einer Perronkante von 420 Meter anhalten. Das Provisorium, bei dem zusätzlich 60 Meter Perronlänge erstellt worden seien, sei jedoch nur bis Ende 2007 bewilligt.
Ende April 2005 habe der Grosse Gemeinderat Interlaken einen Projektierungskredit von 310'000 Franken bewilligt, um die Entflechtung von Schiene und Strasse im Bereich des Bahnhofs Interlaken-West weiter zu bearbeiten, wurde im weiteren erinnert: «Eine solche Entflechtung ist deshalb zwingend nötig, weil der Bahnhof Interlaken-West über eine Perronkante von 420 Metern verfügen muss, damit weiterhin internationale und nationale Personenfernverkehrszüge nach Interlaken geführt werden können.» Die Hälfte dieser 310'000 Franken soll die BLS Lötschbergbahn AG tragen, an der andern Hälfte beteiligten sich die Gemeinden Unterseen mit 50'000 Franken und Matten mit 10'000 Franken. Um keine Zeit zu verlieren, habe die BLS Lötschbergbahn AG bereits vor dem Entscheid des Grossen Gemeinderates die nötigen Mittel unter Anrechnung an ihre Hälfte der 310'000 Franken freigegeben: «So konnte das Projekt bereits so weit ausgearbeitet werden, dass die Mitwirkung in den drei Bödeligemeinden und bei den interessierten Kreisen durchgeführt werden kann.»
An der Medienorientierung über das Projekt «Entflechtung von Schiene und Strasse Interlaken-West»: Von links nach rechts: Walter Schaufelberger, André Morgenthaler, Jean-Pierre Kipfer, Ernst Vögeli (Unterseen), Bernard Künzli.
Neuer Kreisel und eine Unterführung
Als Kernstück beinhalte das Projekt eine viereinhalb Meter hohen Unterführung in die Fabrikstrasse, welche auf sechseinhalb Meter ausgebaut werden soll, war an der Medienorientierung zu erfahren. Die ausgebaute Fabrikstrasse soll einen neuen Kreisel bei der Talstation der Heimwehfluhbahn mit der Bahnhofstrasse Unterseen verbinden: «Gleichzeitig soll der Niveauübergang Straubhaar aufgehoben und der Niveauübergang Bahnhofstrasse für den motorisierten Individualverkehr gesperrt werden.» Mit der Aufhebung des Niveauüberganges Straubhaar könnten die Perrons für die Bedienung der Fernverkehrszüge auf 420 Meter verlängert werden. Der Autoverkehr zwischen
Unterseen und Interlaken soll laut einem Flyer flüssig über die ausgebaute Fabrikstrasse
rollen: «Der Bahnübergang bei der Aarebrücke
gehört den Postautos, Velofahrern,
Fussgängern und Kutschen; Kurzzeitparker finden unmittelbar beim Bahnhof sowohl auf Seite
Unterseen wie auch auf Seite Interlaken
ausreichendes Angebot.»
Jean-Pierre Kipfer, Abteilungsleiter Infrastruktur Planung/Entwicklung der BLS Lötschbergbahn AG, zeigte sich an der Medienorientierung sehr froh darüber, dass die Planung in Angriff genommen worden sei, damit der internationale Verkehr weiter abgewickelt werden könne. Wie auch für die Gemeinde sei es für die BLS weder ein alltägliches noch ein günstiges Projekt. Das Provisorium der Perronsverlängerung, das bis Ende 2007 befristet sei, zeige auf, wie wichtig dieses Projekt bei den hohen Frequenzen der internationalen und nationalen Züge auf dem Bahnhof Interlaken-West sei.
Auch Bernard Künzli, Angebotsplanung Fernverkehr der SBB, äusserte sich positiv über dieses Projekt, und zeigte anhand einiger Zahlen auf wie wichtig der Westbahnhof sei. Täglich stiegen in Interlaken-West durchschnittlich 3000 Personen aus rund 50 ICE und Intercityzügen ein oder aus. Die Tendenz gehe zu eher längeren Zügen und deshalb sei es auch für Interlaken-West als Weltdestination eminent wichtig, dass diese Züge weiterhin ins Oberland geführt werden könnten.
Auch Gemeindepräsident André Morgenthaler wies darauf hin, dass man weiter am Ball bleiben müsse und auch weiter plane, damit noch weitere direkte Züge aus Deutschland und der Hochgeschwindigkeitszug TGV von Paris nach Interlaken geführt werden könnten. Die Weiterführung dieser Züge sei die Lebensader der Region, ansonsten die Destination Oberland Einbussen hinzunehmen hätte.
Walter Schaufelberger, dipl. Ing.ETH/SVI und Mitinhaber der B+S. Ingenieur AG suchte an der Medienorientierung aufzuzeigen, dass mit dieser Variante auch das Zentrum von Interlaken vom Durchgangsverkehr entlasten werde und dass dieses Lösung auch für das Ortsbild die beste Lösung sei. Der bestehende Bahnübergang beim Westbahnhof müsse jedoch unbedingt für Velofahrer, Fussgänger, Kutschen und den öffentlichen Verkehr passierbar bleiben. Bis Ende Jahr sollte seiner Meinung nach das Projekt soweit ausgearbeitet sein, dass das Bewilligungverfahren eingereicht werden könnte. Man hoffe mit den voraussichtlich anderthalb Jahre dauernden Bauarbeiten im Herbst 2007 beginnen zu können.
Finanzen
Die Kosten des Ausführungsprojektes dürften sich nach Medieninformationen auf rund 20 Millionen Franken belaufen: «Daran liegt eine Zusicherung des Bundesamtes für Verkehr über 10 Millionen Franken vor.» Das kantonale Amt für öffentlichen Verkehr habe zwei Millionen Franken in Aussicht gestellt: «Die restlichen acht Millionen Franken sind durch die betroffenen Gemeinden, die Region und weitere Kreise, die weiterhin an internationalen Zugsverbindungen in die Region Interlaken interessiert sind, aufzubringen; die eingesetzte Projektorganisation ist dabei, diese Finanzierung sicherzustellen.»
Mitwirkung in den Gemeinden
Die Projektierungsphase soll nun in zwei Abschnitten geführt werden, verlautete an der Medienorientierung. Der Beginn der Mitwirkung soll im Anzeiger für das Amt Interlaken vom 9. Juni 2005 publiziert werden. Ab dann könnten die Mitwirkungsunterlagen auf den drei Gemeindeverwaltungen während den Bürozeiten eingesehen werden. Mitwirkungseingaben nehme die Bauverwaltung Interlaken bis 11. Juli 2005 entgegen. Zusätzlich fänden in den drei Bödeligemeinden in den nächsten Wochen öffentliche Informationsveranstaltungen statt, und zwar in Unterseen am 15. Juni im Gemeindesaal, in Interlaken am 21. Juni in den Schulungsräumen der Industriellen Betriebe an der Fabrikstrasse 8 und in Matten am 30. Juni im Hotel Mattenhof. Die Veranstaltungen sollen jeweils um 19 Uhr beginnen und es bestehe die Möglichkeit mit Fachleuten und Behördenvertretungen in einen Dialog zu treten: «Bis Anfang August 2005 sollte dann der Mitwirkungsbericht vorliegen, der es ermöglichen wird, das Auflageprojekt aufzubereiten.»
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