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Sonntag, 5. Juni 2005
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Grindelwald: «Sunstar»-Hotelkette mit Nachhaltigkeits-Label ausgezeichnet

Mit der Verleihung von «Steinbock»-Zertifikaten an sieben «Sunstar»-Häuser in der Schweiz ist an einer Hotelier-Arbeitstagung in Grindelwald erstmals eine Hotelkette mit dem Umwelt- und Nachhaltigkeits-Label des Vereins «für Ökonomie + Ökologie + Gesellschaft» (Ö+) ausgezeichnet worden. Neben dem «Steinbock»-Label erhielt das Tagungszentrum Boldern an dem Workshop überdies als erstes Schweizer Hotel das EU-Umweltzeichen.

Wie die sechs anderen Häuser der Hotelkette hat das «Sunstar» Grindelwald vier «Steinböcke» erhalten. Unser Bild zeigt von links nach rechts Judith Renner-Bach, Direktorin des Schweizerischen Tourismus-Verbandes und das Grindelwalder Gastgeberpaar Grit Schlutter und Yves Timonin. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

ds/pd/bns. Die «Steinbock»-lnitiative sei besonders wertvoll, weil damit das «nachhaltige Hotel» messbar werde, verlautete am Samstag an der in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tourismusverband (STV) im «Sunstar»-Hotel Grindelwald veranstalteten Arbeitstagung. «Steinbock»-Hotels redeten nicht nur über nachhaltige Entwicklung, sondern verpflichteten sich darauf und praktizierten sie, meinte Daniel Wächter, Leiter der Sektion «Nachhaltige Entwicklung» beim Bundesamt für Raumentwicklung. Sieben Sunstar-Hotels – Grindelwald / Wengen / Arosa / Park-Hotel Davos / Familienhotel Davos / Flims / Lenzerheide – wurden mit vier von maximal fünf «Steinböcken» ausgezeichnet. Die evangelische «Boldern» schlug gleich zwei Fliegen mit einem Schlag: Als erstes Hotel der Schweiz überhaupt habe das evangelische Tagungs- und Studienzentrum Boldern (Männedorf) auch das europäische Umweltzeichen für Beherbergungsbetriebe erreicht. In einem Pilotprojekt seien beide Label miteinander im Haus eingeführt und überprüft worden.

Rainer Egloff (links), Direktor des «Sunstar»-Hotels Wengen erhielt das Label aus der Hand von Arthur Braunschweig (rechts), Projektleiter der «Steinbock»-Zertifizierung.

«Die zwei Labels – der Steinbock und die EU-Blume – sollten idealerweise zusammen geführt werden – das ist für Hoteliers und Gäste einfacher und klarer», wünschte sich an der Tagung Judith Renner-Bach als Direktorin von Schweiz Tourismus. «Das sehen wir auch so», meinte Arthur Braunschweig, Leiter der «Steinbock»-Zertifizierung: «Deshalb investieren wir Hirnschmalz, um die zwei ganz unterschiedlichen Philosophien zu verknüpfen.» – Rolf Buser, seit fünf Jahren Verwaltungsratspräsident der Sunstar Holding AG in Liestal (Kanton Baselland) äusserte sich am Workshop vom Samstag in Grindelwald zu seinem Engagement für die Steinbockzertifizierung. Nachdem er bereits vor Jahren das das Gütezeichen der Max-Havelaar-Stiftung für fair gehandelte Produkte in der Schweiz aufgebaut habe, sei er durch einen Artikel in der Hotelrevue über eine Versammlung von Ö+ vor zwei Jahren über nachhaltige Hotellerie in der Schweiz auf das Steinbocklabel aufmerksam geworden. Sofort habe er Kontakt mit dem Zertifizierungsleiter Domenico Saladino aus Ilanz (Ökoberatung für das Gastgewerbe) aufgenommen. Danach habe er die Informationen an einer Direktorenkonferenz präsentiert und zu seinem Erstaunen habe er festgestellt, dass die Direktoren offene Ohren dafür gehabt hätten: «Es macht nur Sinn wenn wir in der ganzen Gruppe Nachhaltigkeit zeigen können.» Deshalb habe ein Pilotprojekt gefunden werden müssen. Bereits im vergangenen Jahr konnte laut Buser das Sunstarhotel in Davos zertifiziert werden. Danach habe man sich schnell mit Ö+ geeiningt, alle Sunstarhotels der ganzen Kette zertifizieren zu lassen. Bei allen Betrieben mit absolut unterschiedlichen Niveaus in den verschiedenen Kategorien vier Sterne geschafft zu haben, habe ihn sehr gefreut: «Wir sind überzeugt dass es für ein Ferienhotel, das als sein Produkt eine intakte Umwelt verkauft, eine Selbstverständlichkeit sein muss, Sorge zur Umwelt zu tragen und es deshalb auch ein Umwelt- Abfall- und Energiemanagement betreibt.» Bis jetzt sei das in den Sunstar-Häusern nicht systematisch gemacht worden, doch jetzt habe man ein Bewusstsein und werde dieses auch weiterentwickeln.»

«Sunstar»-Verwaltungsratspräsident Rolf Buser.

Er sei sich bewusst dass diese Zertifierung nicht eigentlich mehr Gäste bringe, führte Buser im weiteren aus: «Dafür sind wir zu wenig im Ökologiebereich spezialisiert, aber man steigere damit sicher den Sympathiewert für die Gäste. Das «Steinbock»-Label fördere auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter, die stolz seien, das Sunstar als Arbeitgeber zu haben und sich deswegen für die Nachhaltigkeit einsetzten. Die Sunstarkette sei gerne bereit das Know-how weiterzugeben.

«Steinbock»-Nachhaltigkeits-Label für Hotels (Verein ö+): Nachhaltige Ent­wicklung berücksichtigt ein Gleichgewicht von Umwelt, Wirtschaft und gesell­schaftlicher Entwicklung. Die Hotel Zertifizierung beurteilt mit bis zu fünf Steinböcken die Nachhaltigkeits-Leistungen eines Hotels. – EU-Umweltzeichen für Beherbergungsbetriebe (www.eco-label-tourism.com): Das EU-Umweltzeichen erhalten Produkte und Dienstleistungen, welche spezielle betriebliche Umweltkriterien erfüllen.

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