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Thuner Kulturförderpreise 2005 an Regine von Felten und Manuel Burgener
Mit der 24jährigen Regine von Felten und dem 27jährigen Manuel Burgener werden dieses Jahr zwei Kunstschaffende ausgezeichnet, die schwergewichtig fotografisch arbeiten und sich dabei mit aktuellen Themen auseinandersetzen. Aufgewachsen sind beide in der Region Thun, nämlich in Heimberg und Uetendorf.
Je 10'000 Franken, gestiftet durch den Gemeindeverband des Thuner Amtsanzeigers, können die beiden jungen Fotografen Regine von Felten und Manuel Burgener in ihre weitere Entwicklung und Ausbildung investieren. Eine Jury, in der Fachleute der verschiedenen Kunststparten vertreten sind, hat ihnen laut einer Medienmitteilung die Thuner Kulturförderpreise 2005 zugesprochen. Die 24jährige Fotografin und der 27jährige Fotograf, der auch Rauminstallationen gestalte, sollen die Preise an einer öffentlichen Feier am 18. November entgegennehmen dürfen. Beide seien in der Region Thun aufgewachsen – Regine von Felten in Heimberg, Manuel Burgener in Uetendorf. Von Felten lebe heute in Zürich, Burgener in Bern.
Regine von Felten: «Die Menschen fesseln»
Regine von Felten hatte nach der Rudolf-Steiner-Schule Berner Oberland ihre Schulzeit am Gymnasium Köniz mit dem Maturitäts-Schwerpunktfach Bildnerisches Gestalten abgeschlossen, heisst es in der Medienmitteilung. Seit Oktober 2003 belege sie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich das Studienfach Fotografie. An der letztjährigen Ausstellung «Hofstettenstrasse» im Kuntmuseum Thun sei ein Ausschnitt aus ihrem Schaffen zu sehen gewesen. Unter ihren Werken fänden sich sowohl Landschaften als auch Porträts und Selbstporträts, schwarzweiss wie auch farbig, oftmals mit Ölkreide oder Farbstift beschriftet und verfremdet. Identität und Sexualität seien für sie zentrale Themen. «Ich glaube, Menschen kann man nur erreichen, wenn man versteht, sie durch (...) Bilder zu fesseln», wird Regine von Felten aus ihrer Bewerbung zitiert: «Diese Idee bringt manchmal mit sich, dass sich manche Menschen vor den Kopf gestossen fühlen – was nicht meine einzige Absicht ist, aber nicht ausgeschlossen werden kann.» Die Jury habe die Eigenständigkeit Regine von Feltens und die seit ihrer erstmaligen Bewerbung vor einem Jahr erfolgte Weiterentwicklung überzeugt: Sie sei noch dichter und präziser geworden in ihren Aussagen. Ihre Arbeiten spiegelten eine künstlerische und persönliche Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Nächstes Jahr wolle Regine von Felten in Havanna auf Kuba ein Auslandsemester absolvieren: «Die Preissumme will sie für diese Ausbildung einsetzen.»
Manuel Burgener: «Stilles inneres Bilderarchiv»
Manuel Burgener schloss laut Medienmitteilung die Berufs-, Fach- und Fortbildungsschule (BFF) Bern mit dem Schwerpunkt Gestaltung ab. Danach habe er sich zum Möbelschreiner weitergebildet und zugleich berufsbegleitend die Matur absolviert, ebenfalls mit Gestaltung als Hauptfach: «Bis 2001 arbeitete er teilzeitlich als Möbelschreiner und wurde künstlerisch aktiv.» In den drei folgenden Jahren habe er den Studiengang Kunst an der Hochschule der Künste Bern (HKB) belegt: «Seit Anfang dieses Jahres ist er in einem eigenen Atelier im ‹Progr› in Bern tätig; Burgener schafft sowohl Fotografien wie Rauminstallationen.» Einen Namen gemacht habe er sich unter anderem mit seinen Porträtfotos: «Ausgestellt hat er bereits zweimal anlässlich der Reihe ‹Hofstettenstrasse› im Kunstmuseum Thun, im weiteren unter anderem in der Kunsthalle Bern, in der Galerie Marks Blond in einem ehemaligen Kiosk im Berner Länggassquartier, im Centre Pasquart in Biel, im ‹plug in› in Basel und in einer Galerie in Berlin.» Im Jahr 2003 habe er einen Förderbeitrag des Kantons Bern erhalten. «Meine Werke beschäftigen sich ausnahmslos mit dem stillen inneren Bilderarchiv, sprich der ständigen Bewegung zwischen inneren und äusseren Wahrnehmungen und Bildern», habe Burgener in seiner Bewerbung um den Kulturförderpreis greschrieben: «Überzeugt hat die Jury sein konsequentes und durchdachtes Schaffen; mit seiner Porträtserie arbeitet Burgener in einem klassischen Bereich der Fotografie, wobei er sein Augenmerk auf die Individualität der Menschen richtet.»
Ateliers in Berlin und Kairo neu belegt
Als zweiter Kunstschaffender wird Tuomas Kaipainen von März bis August 2006 das Künstleratelier in Berlin benutzen können: «Dies entschied die Kulturkommission der Stadt Thun.» Der 52jährige, seit langem in Thun lebende Kaipainen ist laut einer Medienmitteilung klassischer Musiker mit einem Konzertdiplom auf der Blockflöte. Er beherrsche mehrere weitere Instrumente. Neben vielen, auch internationalen Auftritten habe er sich in Thun mit seinem Ensemble Musica Poetica, als Veranstalter des Forums für alte Musik, der Barockfestspiele sowie des aktuellen Festivals «Mittelalter! Thun» einen Namen gemacht: «Der äusserst aktive Künstler wird in Berlin sowohl persönliche Weiterbildung betreiben als auch Kontakte für künftige Projekte zwischen Berlin und Thun knüpfen.»
Noch bis Ende August arbeite der Thuner Fotograf Christian Helmle in dem von den Städten Thun, Winterthur und St. Gallen gemeinsam angebotenen Künstleratelier in Berlin, verlautet im weiteren. Helmle habe arbeitete während sechs Monaten in Berlin gearbeitet: «Dabei konzentrierte er sich auf leerstehende Liegenschaften der ehemaligen DDR; nach seiner Rückkehr sollen seine Werke in Räumen der Studer AG in Steffisburg austellt werden.»
Auch im Kairoer Atelier der Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen werde sich ein Thuner Künstler aufhalten, heisst es in der Medienmitteilung. Ab Februar 2006 werde der 41jährige, in Thun aufgewachsene Michael Wertmüller sechs Monate dort arbeiten. Der klassisch ausgebildete Schlagzeuger und Komponist Wertmüller lebe in Berlin und arbeite im Bereich der experimentellen neuen Musik: «In Kairo möchte er sich intensiv mit ägyptisch-arabischer Musik auseinandersetzen und diese Eindrücke auf konkrete Kompositionsprojekte einwirken lassen.» Im Jahr 2003 habe der Thuner Schriftsteller, Theater- und Filmemacher Matto Kämpf ein halbes Jahr in Kairo verbracht.
Neues «Thuner Kulturforum»
Rund 40 Kunstschaffende und Veranstalter werden sich am Mittwoch, 29. Juni zum ersten «Thuner Kulturforum» treffen: Laut einer Medienmitteilung hat die städtische Kulturabteilung den Anlass ins Leben gerufen, um den Austausch und die Vernetzung unter den kulturell Tätigen zu fördern: «Eingeladen wurden zu diesem ersten Kulturforum die Mitglieder der kulturellen Kommissionen, geförderte Kulturschaffende 2004/2005 sowie Institutionen und Veranstalter mit wiederkehrenden freiwilligen Beiträgen der Stadt; Hauptthema werden Zugangserleichterungen und Sensibilisierungsmassnahmen für Kultur sein, wobei auch konkrete Veranstaltungsideen diskutiert werden.»
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