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Schengen/Dublin: «Auch Neinsager können profitieren»
Ordentliche Mitgliederversammlung der Tourismusorganisation Interlaken
Nach dem Ja zum bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin könnten nun auch die Neinsager vom positiven Abstimmungsresultat profitieren, führte am Dienstag an der Mitgliederversammlung der Tourismusorganisation Interlaken (TOI) deren Präsident Werner Affentranger aus. Mit dem positiven Resultat könnten nun unnötige Barrieren abgebaut werden.
Mitgliederversammlung im Saal «Côte Jardin»: Alles ohne Gegenstimmen angenommen.
ds/pvr. Die Vorlage sei auf dem Bödeli zwar angenommen worden, doch bedauerte Affentranger, dass andere Tourismusorte nicht zugestimmt hätten: «Mit dem positiven Resultat können nun unnötige Barrieren abgebaut werden für Gäste aus grossen Märkten, die wir nun in der Schweiz und in der Jungfrauregion willkommen heissen können.» Er bezeichnete das Geschäftsjahr 2004 mit einem Plus von neun Prozent Hotel-Logiernächten gegenüber dem Vorjahr als erfolgreich und in Anbetracht von anderen Schweizer Tourismusregionenals als positiv. – Zu Beginn der von 98 Mitgliedern und 22 Gästen besuchten ordentlichen Mitgliederverdsammlung im Grand Hotel Victoria-Jungfrau wurde des verstorbenen Ehrenmitglieds Roland Hirni gedacht, der als Präsident die Organisation von 1976 bis 1984 geführt hatte.
«Ohne Tourismus keine Alternative»
Keine Freude empfinde er beim Preisdruck, führte TOI-Präsident Werner Affentranger im weiteren aus: Hier müssten gemeinsam Wege gefunden werden, damit sich die Preisspirale nicht weiter nach unten drehe. In der Destination bestehe in der Qualität des Angebots noch einiger Nachholbedarf, im besonderen in der Gestaltung der Strassen und Verkehrswege sowie beim Erscheinungsbild. Auch mit der Realisation des Gestaltungs- und Verkehrsprojekts «Crossbow» dürfe nicht weiter zugewartet werden. Interlaken habe ohne den Tourismus keine Alternative.
TOI-Präsident Werner Affentranger.
Auch in seinem Jahresbericht bezeichnete Affentranger die Steigerung der Hotel-Logiernächte um neun Prozent auf insgesamt 713'993 Übernachtungen als ein ein stolzes Resultat, das die Interlakner Tourismuswirtschaft vorweisen könne. Bei der Analyse der Logiernächtestatistik seien immer mehrere Ursachen zu beachten. Affentranger wies darauf hin, dass die grössten Zunahmen im vergangenen Jahr in den unteren Anbietersegmenten bis zum Dreisternehotel zu verzeichnen seien. Ebenso habe allein das Hapimag Hotel Belvédère 74'000 Logiernächte generiert: «In Kenntnis, dass nicht alle Schweizer Destinationen im 2004 positive Zahlen schreiben konnten und unter Berücksichtigung der genannten Gründe des Zustandekommens des Logiernächtetotals dürfen wir dennoch am erreichten Resultat Freude haben – denn Rückschläge wird es auch in Zukunft immer wieder geben – ebenso wenig werden die ‹Logiernächte-Bäume› in den Himmel wachsen.»
Destination Interlaken mit insgesamt 1,44 Millionen Übernachtungen Tourismusdirektor Stefan Otz weist im Zusammenhang mit den Übernachtungszahlen im Jahresbericht darauf hin,
Interlaken Tourismus erfasse die Logiernächtezahlen seit einigen Jahren unabhängig vom Bundesamt für Statistik (BfS), was trotz des Ausfalls der offiziellen Statistik ein Vergleich über die letzten Jahre ermögliche. Auch Otz wertet die insgesamt 713'993 Übernachtungen im vergangenen Jahr als als ein ansprechendes Resultat: «Mit Ausnahmen von Februar, Oktober und November verzeichneten alle Monate ein Plus gegenüber 2003; die grösste Zunahme geschah im Mai mit 30 Prozent mehr Hotelübernachtungen als im Vorjahr.»
Interlaken Tourismus sei auch für das Marketing der Destination Interlaken (Dachmarke) zuständig, also inklusive der Orte Beatenberg, Wilderswil, Bönigen, Ringgenberg-Goldswil, Iseltwald und Habkern: «In der Dachmarke wurden im vergangenen Jahr total 981'875 Hotel-Logiernächte produziert; insgesamt erwirtschaftete die Destination Interlaken inklusive Parahotellerie (Gruppenunterkünfte, Ferienwohnungen und Camping) 1'440'596 Übernachtungen, was einer Zunahme um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2003 entspreche. Nach Interlaken – total 938'875 Übernachtungen aller Beherbergungsformen – folgten Beatenberg (165'188), Wilderswil (143'089), Bönigen (87'251), Ringgenberg-Goldswil (70'506), Iseltwald (20'503) und Habkern (15'184). Die Gründe für diese ansprechenden Zahlen liegen in der wieder erstarkten Nachfrage aus Asien, die Lungenkrankheit SARS hat sich beruhigt und die Wirtschaft in den wichtigsten asiatischen Herkunftsländern zieht wieder an. Gleiches gilt auch für die USA, nach dem Wahljahr und den Terrorbedrohungen scheinen auch die Amerikaner die Reiselust wieder entdeckt zu haben.
Jahresrechnung
Die Jahresrechnung 2004 schliesst mit einem Gewinn von 9510 Franken ab und liegt damit um 4510 Franken über Budget. Die Einnahmen von 3'200'184 Franken und Ausgaben von 3'190'674 Franken liegen erstmals über drei Millionen Franken. Auf der Ertragsseite sind laut Jahresbericht aufgrund der Steigerung der Logiernächte mehr Kurtaxeneinnahmen verbucht worden. Auch die Einnahmen aus der Tourismusförderungsabgabe schlössen besser ab als budgetiert. Die eigenen kommerziellen Dienstleistungen hätten ebenfalls Mehreinnahmen verzeichnet. Auf der Ausgabeseite hätten dank an sich erfreulicher Mehrfrequenzen beim Skibus zusätzliche Kosten getragen werden müssen. Die nach wie vor ungelöste Finanzierung des Unterhalts Kursaalpark stehe mit einer bestrittenen Rückstellung von 40'000 Franken zu Buche. Dank TFA-Einnahmen, welche ausschliesslich zugunsten von Marketingaufgaben verwendet werden dürften, seien auch die Marktauftritte den laufend zufliessenden TFA-Mehreinnahmen angepasst worden. Nötige Büroeinrichtungen für zeitgemässe Arbeitsplätze seien statt wie vorgesehen über den Investitionsfonds direkt der laufenden Rechnung belastet worden: «Die Bearbeitung zusätzlicher Projekte, die gesteigerte Marktpräsenz und so weiter haben auch die Kommunikationskosten in die Höhe getrieben, weshalb bei den Verwaltungskosten ein Mehraufwand resultierte.» Ein weiterer Mehraufwand sei bei der Mehrwertsteuer entstanden, einerseits aufgrund gesteigerter kommerzieller Dienstleistungen, andererseits weil auf die im 2003 vorgenommene MwSt-Teilbelastung des Marketingbudgets verzichtet worden sei.
Erstmals hätten auch die Erträge aus der neu eingeführten Tourismusförderungsabgabe eingesetzt werden können: «Die intensive, mehrjährige Vorbereitungsphase wurde ohne nennenswerte Probleme in die Tat umgesetzt. Insgesamt seien rund 1500 Erfassungsbögen versandt worden. Daraus hätten an die 1000 effektiv gestellte Rechnungen resultiert. Der maximale TFA-Beitrag pro Betrieb sei mit 20'000 Franken definiert worden. Aus den TFA-Einnahmen bezahle Interlaken Tourismus pro Jahr 50'000 Franken an Interlaken Congress und dürfe für Eigenleistungen und spezielle Aufwände bis zu 50'000 Franken geltend machen.
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