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Dienstag, 10. Mai 2005
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BLS Lötschbergbahn AG: «Im Jahr 2004 wichtige Etappenziele erreicht.» (Archivbilder Peter Schmid)

«Die BLS hat an Gewicht und Profil gewonnen»

BLS Lötschbergbahn AG blickt auf gutes Jahr 2004 zurück

Die BLS Lötschbergbahn AG gibt an, im Jahr 2004 wichtige Etappenziele erreicht zu haben: Laut einer Medienmitteilung hat sie ihre Position sowohl auf den verschiedenen Verkehrsmärkten als auch in der Politik weiter konsolidiert und sie zeigt sich auch mit den finanziellen Ergebnissen zufrieden.

pd/pvr. «Die Erfolgsrechnung widerspiegelt mit einer Zunahme des Betriebsertrags um 14,2 Prozent auf 549,3 Millionen Franken und des Betriebsaufwands um 14,3 Prozent auf 528,6 Millionen Franken das beträchtliche Wachstum des Konzerns», verlautet im einzelnen. Das Betriebsergebnis 2004 liege mit 20,7 Millionen Franken um 12,8 Prozent über dem Vorjahr: «Infolge des ausserordentlichen Aufwandes für die Personalvorsorge sank jedoch der Konzerngewinn auf 2,9 Millionen Franken (Vorjahr 13,4 Millionen Franken).»

Die künftige Bahnlandschaft Schweiz nehme Konturen an, heisst es in der Medienmitteilung im weiteren: «Die Vorschläge des Bundesrates werden zu einer Strukturbereinigung und damit zu einer Stärkung des Systems des öffentlichen Verkehrs führen.» Die BLS Lötschbergbahn AG arbeite intensiv daran, eine der Privatbahnen zu sein, welche im bundesrätlichen Modell «SBB + X KTU» vorgesehen seien: «Im Sinne dieser Strukturbereinigung zur Stärkung der Konkurrenzfähigkeit der schweizerischen Anbieter ist die Fusion von BLS Lötschbergbahn und Regionalverkehr Mittelland (RM) ein wegweisendes Projekt.» Die Arbeiten daran liefen auf breiter Front mit dem Ziel, den Zusammenschluss auf Anfang 2006 zu realisieren, wie dies die Haupteigner – Bund und Kantone Bern, Luzern und Solothurn – Mitte April 2005 bestätigt hätten.

«Schönheitsfehler» sollen korrigiert werden

Im Blick zurück auf das vergangene Jahr erscheine der 12. Dezember 2004 als beinahe magisches Datum, wird im weiteren ausgeführt. Der Fahrplanwechsel sei von allen Partnern des öffentlichen Verkehrs minutiös vorbereitet worden: «Die Umsetzung gelang nahezu reibungslos, der neue Fahrplan weist keine strategischen Fehler auf; angesichts der Tatsache, dass bei der BLS hundert Prozent der Zugslagen neu definiert wurden, sind Schönheitsfehler unvermeidlich.» Wo solche bestünden – beispielsweise im Simmental – bereite die BLS Korrekturen vor. Der 12. Dezember 2004 habe auch das markanteste Etappenziel in der Umsetzung der Basisvereinbarung SBB/BLS vom 15. Mai 2001 bedeutet. Die damals in die Wege geleitete Arrondierung sei schrittweise umgesetzt worden: «Im Dezember 2004 folgten der umfangreiche Tausch von Leistungen im Personenverkehr und beim Rollmaterial; offen ist damit einzig noch das Verkaufsstellennetz.» Die BLS konzentriere sich heute konsequenter auf ihre Stärken. Damit gewinne sie an Profil.

Gutes Ergebnis im operativen Geschäft

«Die Erfolgsrechnung 2004 macht deutlich, dass die BLS im vergangenen Jahr erneut beträchtlich gewachsen ist», ist der Medienmitteilung im weiteren zu entnehmen: «Der Betriebsertrag stieg um 14,2 Prozent auf 549,3 Millionen Franken. Der Betriebsaufwand erhöhte sich um 14,3 Prozent auf 528,6 Millionen Franken. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verminderte sich jedoch um 41,9 Prozent auf 9,8 Millionen Franken. Ursache ist primär der ausserordentliche Aufwand für die Personalvorsorge von 12,7 Millionen Franken. Auch der Konzerngewinn 2004 verminderte sich dadurch auf 2,95 Millionen Franken (Vorjahr 13,4 Millionen Franken).»

Neuausrichtung im Personenverkehr

Zum Fahrplanwechsel vom 12. Dezember 2004 haben sich laut BLS einschneidende Änderungen beim Personenverkehr ergeben. Die BLS sei neu für den Grossteil der S-Bahn Bern verantwortlich und habe auch mit der Regioexpress-Linie Bern–Langnau–Luzern neue Aufgaben übernommen: «Die Konzentration auf diese Geschäftsfelder erlaubt nun einen klaren Fokus bei der Produktgestaltung, beim Marketing und bei der Kundenbetreuung; mit ihrer modernen Fahrzeugflotte und der Strategie für Sicherheit, Sauberkeit und Service profiliert sich die BLS als kundennahes Unternehmen.»

Der Verkehrsertrag des gesamten Geschäftsbereichs Personenverkehr reduzierte sich nach BLS-Angaben um 3,5 Prozent auf 127,0 Millionen Franken. Im Regionalverkehr auf der Schiene, wo ab 12. Dezember 2004 ein starker Leistungsausbau stattgefunden habe, sei die Nachfrage um 5,8 Prozent gestiegen und der Verkehrsertrag habe sich um 5,4 Prozent auf 32,3 Millionen Franken erhöht. Im Personenfernverkehr sei die Zahl der Fahrgäste um 3,6 Prozent auf 6,68 Millionen gesunken und der Verkehrsertrag habe um 6,6 Prozent auf 55,4 Millionen Franken abgenommen ab. Hauptgrund sei die um 20 Tage (5,5 Prozent) verkürzte Verkehrsdauer.

Das Thunerseeschiff MS «Berner Oberland» in Interlaken West.

Schiffsbetriebs Thuner- und Brienzersee

Wegen des schlechten Wetters zu Beginn der Saison gingen nach Angaben der BLS die Frequenzen des Schiffsbetriebs Thuner- und Brienzersee um 13,5 Prozent auf 1,08 Millionen Fahrgäste zurück «Dank Tarifanpassungen verminderte sich der Verkehrsertrag auf den Seen bloss um 3,7 Prozent auf 10,1 Millionen Franken.» – Eine unvermindert hohe Nachfrage habe der der Autoverlad zwischen Kandersteg und Goppenstein registriert, wo 1,36 Millionen Fahrzeug ein Plus von 1,4 Prozent bedeuteten. Der Verkehrsertrag sei um 1,8 Prozent auf 28,4 Millionen Franken gestiegen: «Die Preisreduktion gemäss der Regelung mit dem Preisüberwacher trat zum Fahrplanwechsel in Kraft und wirkte sich erst geringfügig aus.»

Wiederum starkes Plus im Güterverkehr

Die BLS Cargo AG hat nach Angaben der BLS ihre Position im alpenquerenden Schienengüterverkehr stark ausgebaut. Die Verkehrsleistungen stiegen laut Medienmitteilung um 62 Prozent auf 2216 Millionen Nettotonnenkilometer. Der Verkehrsertrag habe 145,8 Millionen Franken betragen, was einer Zunahme von 41,4 Prozent entspreche: «Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass alle Verkehrssegmente und beide Transitachsen zum Wachstum beitrugen.» Die grenzüberschreitenden Produktionskonzepte mit dem Partner «Railion Deutschland» wurden intensiviert, und die Präsenz auf der Gotthardachse sei erfolgreich ausgebaut worden: «BLS Cargo hat damit auch im vergangenen Jahr einen massgeblichen Beitrag zur Stärkung der Schiene im Alpentransit und zur Verkehrsverlagerung beigetragen.»

Unverminderter Aufschwung für die Lötschberg–Simplon-Achse

Die BLS habe sich stets für die Lötschberg–Simplonachse stark gemacht, heisst es im weiteren. Und die Entwicklung gebe ihr Recht: «Der Güterverkehr auf dem Abschnitt Thun–Brig nahm im Jahr 2004 um 18,2 Prozent auf 1446 Millionen Bruttotonnenkilometer zu; seit der Eröffnung des Huckepackkorridors im Jahr 2001 hat sich damit der Verkehr verdoppelt.» Für die Lötschbergachse sei der Fokus nun auf den 9. Dezember 2007 gerichtet: «Auf diesen Zeitpunkt wird die volle Betriebsaufnahme geplant – ein verkehrspolitischer Meilenstein für die Schweiz und Europa.» Das Ziel sei aus heutiger Sicht erreichbar, doch beinhalte es beträchtliche Risiken; denn es fehle die zeitliche Reserve. Massnahmen zur Beschleunigung seien deshalb rasch und unbürokratisch zu beschliessen: «Und solche Massnahmen sind nur sinnvoll, wenn parallel dazu die Problematik des Zugsicherungssystems ETCS Level 2 gelöst wird.»

Ausserordentliche Rückstellung für die Pensionskasse

Der Personalbestand der BLS-Gruppe stieg nach Angaben des Bahnunternehmens im Jahr 2004 nochmals um rund 100 Vollzeitstellen an. Damit habe der grosse Bedarf an Lokomotivführern zum Fahrplanwechsel 2004 knapp gedeckt werden können. Auch für das neue Konzept der Abendbegleitung in den S-Bahn-Zügen und für die Betriebsvorbereitungen der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen (Neat) seien zahlreiche Mitarbeiter rekrutiert worden. Der Personalaufwand habeum 12,5 Prozent auf 193,55 Millionen Franken zugenommen. Die BLS sei der Pensionskasse des öffentlichen Verkehrs «Ascoop» angeschlossen, deren Lage als schwierig bezeichnet wird: «Sanierungsmassnahmen wurden bereits auf Anfang 2004 eingeführt; weitere Schritte folgen auf Anfang 2006, namentlich die Umwandlung von der Gemeinschaftsstiftung in eine Sammelstiftung, die Umstellung vom Leistungs- auf das Beitragsprimat sowie die Erhöhung der jährlichen Sanierungsbeiträge von zurzeit zwei auf neu drei Prozent der Lohnsumme, welche mindestens paritätisch aufzuteilen ist.» Um den Sanierungspflichten der Unternehmung Rechnung zu tragen und um den Wechsel zum Beitragsprimat für die älteren Mitarbeiter abzufedern, habe die BLS eine Rückstellung von zwölf Millionen Franken zulasten der Rechnung 2004 getätigt. In der Pensionskassenfrage gehe die BLS mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) einig, dass im Rahmen der Verhandlungen des Bundes mit der SBB-Pensionskasse über eine zweite Sanierungsrunde zwingend auch die Sanierung der «Ascoop» berücksichtigt werden müsse. Denn ein weiteres Auseinanderklaffen der Aufwendungen für die Personalvorsorge zwischen SBB und den konzessionierten Transportunternehmungen (KTU) sei «angesichts des zunehmenden intramodalen Wettbewerbs» nicht tragbar.

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004




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