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Ballenberg: Ausstellung «Dinkel – das Schweizer Korn lebt!» eröffnet
Zur Feier ihres zehnjährigen Bestehens hat die Interessengemeinschaft Dinkel am Dienstag, 10. Mai 2005 auf dem Ballenbergareal «Berner Mittelland» beim Bauernhaus von Ostermundigen einen Jubiläumsmärit mit Marktständen von Dinkel-Fachleuten aus der ganzen Schweiz veranstaltet. Gleichentags wurde auch eine bis Saisonende dauernde Sonderausstellung «Dinkel – das Schweizer Korn lebt!» eröffnet.
Eröffnung der Sonderausstellung «Dinkel – das Schweizer Korn lebt!» im Bauernhaus von Ostermundigen: Hans Wintsch vom Bundesamt für Landwirtschaft beim Durchschneiden des Bandes.
ds/pvr. An diesem ersten Schweizer Dinkel-Märit vom Dienstag 10. Mai 2005 wurden unter anderme Mühlenprodukte, Brote, Gebäck, Teigwaren, Dinkelbier, Grünkernprodukte, Dinkelbücher, Spreukissen und Degustationen angeboten. Eine den ganzen Sommer über geöffnete Sonderausstellung unter dem Motto «Dinkel – das Schweizer Korn lebt!» in den Räumen der Schweizerischen Brotinformation im Bauernhaus von Ostermundigen – siehe auch Vorschau Ballenberg: Dinkel-Märit und Sonderausstellung vom Sonntag, 8. Mai 2005 – hat Geschichte, Anbau, Röllen, Mahlen, Handel, Produktevielfalt und Gesundheitswert von Dinkel zum Gegenstand.
Auch Marktfahrer aus dem Baselbiet fanden den Weg auf den Ballenberg.
Am ‹1. Schweizer Dinkel-Märit› boten nach Angaben der IG Dinkel (Inforama Bärau) die besten Schweizer Dinkelfachleute an ihren Marktständen alles von Mehl über Brot und Gebäck bis zu Pasta, Dinkelbier und sogar Spreukissen, dazu Produkte aus Grünkern und die besten Rezepte für die schmackhafte Dinkelküche. an – rund um das historische Bauernhaus von Ostermundigen im Freilichtmuseum Ballenberg «eine bisher noch nie dagewesene Vielfalt von Produkten aus Schweizer Dinkel». In der gleichentags bis zum Saisonende am 31. Oktober 2005 eröffneten Sonderausstellung «Dinkel – das Schweizer Korn lebt!» werde in den Räumen der Schweizerischen Brotinformation im historischen Bauernhaus Ostermundigen alles gezeigt, was rund um das uralte Trendgetreide Dinkel interessiere: Geschichte, Anbau, Verarbeitung (Röllen, Mahlen), Handel, Produktevielfalt und der Gesundheitswert des hochwertigen Korns.» Ein spannender Wettbewerb verspreche zudem nahrhafte Dinkel-Preise.
Zehn Jahre «Urdinkel»
Die Rettung des schweizerischen Urgetreides Dinkel, seit der Bronzezeit das Hauptgetreide der Schweiz, schien laut einer Medieninformation Anfang der 1990er Jahre vom Aussterben bedroht – verdrängt vom ertragreichen Weizen: «Dass Dinkel, das gesundheitlich hochstehende Gourmet-Korn, überlebte und jetzt als ‹Urdinkel› top im Trend liegt, verdankt es vor allem der 1995 im Emmentaler gegründeten Interessengemeinschaft (IG) Dinkel.»
Dinkel, das «Korn der Alemannen», sei über 3000 Jahre lang das wichtigste Getreide der Schweiz gewesen, bis es im 20. Jahrhundert fast völlig vom ertragreicheren, pflegeleichteren Weizen verdrängt worden sei. Um 1992 habe es schweizweit noch gerade 1000 Hektaren Dinkel gegeben – meist mit Weizen gekreuzte Sorten: «Im Emmental, wo der Dinkel seit Urzeiten das tägliche Brot lieferte, schlugen die Alarmglocken – denn das robuste, hohe Korn, genügsam und winterfest, ist ideal für den Anbau im Schweizer Voralpenland.» Engagierte Landwirte und Agrarpolitiker wie Hans Geissbühler (Initiator der Emmentaler IG Korn) seien aktiv geworden und am 8. März 1995 hätten 232 Dinkelproduzenten die «Schweizerische Interessengemeinschaft zur Förderung des Dinkels aus angestammten Gebieten» gegründet, kurz «IG Dinkel». Geschäftsführer wurde laut Medienmitteilung Thomas Kurth, Sitz der Geschäftsstelle das «Inforama Emmental» in Bärau.
«Im Sommer 1996 lancierte die IG Dinkel die Marke ‹Urdinkel›, um sich am Markt zu positionieren, auch im Hinblick auf die Liberalisierung des Getreidemarkts im Jahr 2001», verlautete im weiteren. Dazu sei das erste Pflichtenheft für die Produzenten gekommen: Nur die reinen alten Sorten «Oberkulmer Rotkorn» und «Ostro» aus angestammten Schweizer Gebieten, vom Bauern naturnah und umweltgerecht angebaut, hätten verkauft und verarbeitet werden. Schon im Herbst 1996 hätten die ersten begeisterten Bäcker das Urdinkelbrot lanciert: «Mit vollem Erfolg – auf den Spuren der berühmten Heiligen Hildegard von Bingen wurden die gesunden und Gourmet-Eigenschaften des Nährstoffkraftwerks Dinkel wiederentdeckt.»
Zum Trendgetreide avanciert
Dass der uralte Dinkel zum neuen Trendgetreide geworden sei, liegt nach einschätzung der IG Dinkel (Inforama Bärau) auf der Hand:
Immer mehr Konsumenten wünschten sich naturnah und traditionell hergestellte Nahrungsmittel aus der Region. Dinkel sei von Natur aus ein Ökogetreide. Seine Höhe schütze die Ähren vor Pilzkrankheiten, der Spelz die Körner vor Schadstoffen. Von Anfang an habe die IG Dinkel nur Verträge mit Schweizer Produzenten von alten Sorten abgeschlossen, die naturnah – ohne Insektizide, Fungizide und halmverkürzende Pflanzenhormone – angebaut seien. Im Jahr 2001 sie sie noch einen Schritt weitergegangen: «Die IP-Suisse stieg beim Urdinkel ein; alle marienkäfergeschmückten Produkte werden extern zertifiziert.» Stark im Vormarsch seien zudem Urdinkel-Bioprodukte.
«Heute steht das ‹Urdinkelland› Schweiz in voller Blüte, heisst es abschliessend. Zehn Jahre nach der Gründung der IG-Dinkel umfasse es eine Anbaufläche von gegen 2500 Hektaren und über 1100 Produzenten in zwölf Kantonen: «Bereits die Hälfte der rund 8000 Tonnen Dinkel, der 2004 geerntet wurde, ist Urdinkel – ein fabelhafter Öko- und Qualitätserfolg der initiativen, vorausschauenden IG Dinkel.»
Sonderausstellung «Dinkel – das Schweizer Korn lebt» im Freilichtmuseum Ballenberg. Täglich bis zum Saisonende am 31. Oktober 2005 von 10 bis 17 Uhr (Schliessung des Museums).
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