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Mit Gesang verschönerte die 6. Klasse den Anlass im Singsaal des Schulhauses Bönigen. (Bilder Dora Schmid) |
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Bönigen: Konzept für die Umsetzung des Altersleitbildes
Im Rahmen von «60+ / Senioren treffen ihren Gemeindepräsidenten» hat die Diplomgerontologin Marie-Louise Abegglen am Dienstagnachmittag ein «Konzept für die Umsetzung des Altersleitbildes in der Gemeinde Bönigen» vorgestellt.
Der Böniger Gemeindepräsident Hans Nyffenegger überreichte der Konzeptverfasserin Marie-Louise Abegglen einen Blumenstrauss.
ds/pvr. Das Umsetzungskonzept ist laut seiner Autorin nach Rücksprache mit dem Böniger
Gemeindepräsidenten Hans Nyffenegger im Rahmen ihrer dreijährigen Ausbildung an der
Höheren Fachschule für Angewandte Gerontologie SAG/HF verfasst, im November 2004
bei der Expertin zur Prüfung und Begutachtung eingereicht und Ende
Januar 2005 genehmigt worden. Marie-Louise Abegglen will ihre Diplomarbeit als Beitrag und mögliche Grundlage für eine Strategie verstanden wissen. Das Konzept schlägt laut seiner Autorin eine Auswahl an Massnahmen vor und zeige mögliche Wege für die Umsetzung auf. Da es sich um eine Literaturarbeit und nicht um ein Projekt handle, hätten die einzelnen Kapitel gerontologisch – Gerontologie sei die interdisziplinäre Wissenschaft des Alters und des Alterns – gut abgestützt werden müssen, so dass sie entsprechend ausführlieh daherkämen: «Dies wiederum ermöglicht den für die Umsetzung Verantwortlichen eine Vertiefung in die Materie und erleichtert ihnen ein fundiertes Begründen der Vorschläge.»
«Nicht in der Schublade verschwinden lassen»
Während einige Gemeinden und Regionen schon seit Jahren Altersleitbilder hätten, sei deren Erarbeitung andernorts noch voll im Gang: «Bönigen gab gemeinsam mit Interlaken, Matten, Unterseen, Ringgenberg und Wilderswil im Januar 2004 ein Altersleitbild heraus», erinnerte Marie-Louise Abegglen ihre Zuhörer im Singsaal des Schulhauses Bönigen. Nun wolle die Behörde von Bönigen dieses Leitbild mit seinen vielen guten Vorsätzen und Vorschlägen nicht in der Schublade verschwinden lassen und der Aufforderung zur Umsetzung folgen: «Sie macht sieh Gedanken, wie sie ihre ‹Hausaufgaben› an die Hand nehmen und somit die Altersplanung Schritt für Schritt angehen soll.»
Die Recherchen während Monaten hätten ihr bewusst gemacht, wie stark sich weite Kreise der
Dorfbevölkerung für ein kinder-, familien- und altersfreundliches Bönigen einsetzten und wieviel Freiwilligenarbeit und Nachbarschaftshilfe hier noch geleistet würden, führte Marie-Louise Abegglen aus. Die Bereitschaft, in unserem Gemeinwesen Verantwortung zu übernehmen, bewiesen insbesondere auch ältere Mitbürger: «Altersthemen und eine gute
Alterspolitik können eine Dorfgemeinschaft bereichern und lassen Visionen aufkommen, zum
Beispiel, Bönigen könnte über die Gemeindegrenze hinaus neue Impulse geben.» Altersarbeit
sei auch Vemetzungsarbeit, was die Nutzung von Synergien ermögliche und Doppelspurigkeiten vermeide.«Zu den Kernaufgaben in der Alterspolitik gehört daher die
Koordination und Förderung der Zusammenarbeit aller Akteure im Altersbereieh, vor Ort und
in der Region.»
Alterskommission vorgeschlagen «Alle Kontakte mit Personen, die mit Altersplanungen Erfahrung haben, zeigten mir, dass die
Umsetzung eines Allersleitbildes nur Erfolg haben kann, wenn eine Stelle, Person,
Kommission oder Organisation die Verantwortung übernimmt», legte Marie-Louise Abegglen dar: «Ich schlage daher der Gemeinde die Ernennung einer Alterskommission als Subkommission der Sozialkommission vor. Dieses mit der Umsetzung des Konzeptes beauftragte Gremium benötigt interdisziplinäre Kompetenzen in der Altersarbeit; gefragt ist also nicht Rezept-Know-how, sondern
Fachkenntnis insbesondere in gerontologischer, sozialer, sozialpolitischer und
betriebswirtschaftlicher Hinsicht. Vertreten sein soll auch die ältere Generation. Sinnvoll wäre
daher die Gründung eines Seniorenrates, der aus seinen Reihen einen oder mehrere Delegierte
bestimmt und sie zur Vertretung ihrer Interessen legitimiert. Die Alterskommission sollte zu
einer niederschwelligen und unkomplizierten Anlaufstelle für alle Belange und Fragen der älteren Menschen und deren Angehörigen werden.»
Bereicherung durch Freiwilligenarbeit
Ausführlich ging Marie-Louise Abegglen im weiteren auf die Bereiche Historisches und Kulturelles, Migration sowie Wohnen und Gesundheitsförderung im Alter ein. Ausführlich umschrieben werde die Gesundheitsförderung im Alter durch präventive Hausbesuche, eine Massnahme, die der Kanton zu den wichtigsten zähle, «weil sie erwiesenermassen Behinderungen im Alter wirksam vorbeugt und Heimeintritte hinausschieben oder vermeiden lässt.» Vorgeschlagen werde ein Projekt mit der Spitex. Ein grosses Kapitel in dem Konzept sei im weiteren der Freiwilligenarbeit gewidmet: «Zahlen dokumentieren die Bedeutung der formellen und informellen freiwilligen Tätigkeit in unserer Gesellschaft und erinnert wird an die Bereicherung und Sinnfindung durch die Freiwilligenarbeit. Behandelt würden sodann die Sicherheit – namentlich in den Bereiche materielle Sicherheit (AHV, Ergänzungsleistung, Hilflosenentschädigung, Erbschaft, Testament, und so weiter), Kriminalität und Verbrechensverhütung, Misshandlung alter Menschen, Vorsorgemassnahmen im Hinblick auf Erwachsenenschutzrecht und so weiter), Unfallverhütung sowie den Brandschutz. Als unerlässlich bezeichnete Marie-Louise Abegglen schliesslich eine gute Öffentlichkeitsarbeit: «Auch ältere und alte Menschen und ihre Angehörigen wollen wissen, was sie erwartet und was sie erwarten dürfen.»
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