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Dienstag, 3. Mai 2005
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Oberried: Ein Gemeinschaftsgrab neben der Kirche

Bei der Kirche von Oberried am Brienzersee ist am 1. Mai 2005 eine Anlage mit Gemeinschaftsgrab für Aschenbestattungen eingeweiht worden. 


Pfarrer Martin Gauch bei der Einsegnung der Anlage. (Bild zvg)

Die alte Hoffnung, Oberried werde einmal über einen eigenen Friedhof in der Nähe der Kirche verfügen, hat sich anfangs der neunziger Jahre zerschlagen. Am vergangenen Sonntag konnte nun aber anlässlich eines Gottesdienstes ein bescheidenes Gemeinschaftsgrab östlich der Kirche eingeweiht werden. Das ausgewählte Projekt «Röseligarten» ist fast zeitlos bescheiden gestaltet, bezieht aber die Umgebung auf zwei gestuften Ebenen symbolisch mit ein. Auf der unteren Terrasse, einem kargen Mergelplatz mit etwas Ruderalflora bewachsen, steht ein mächtiger , urtümlicher und roher Stein, an dessen Front künftig die Plättchen mit Namen, Geburts- und Todesjahr der hier beigesetzten Menschen befestigt werden.
Gemeindeschreiber André Chevrolet, Oberried
Ein paar Schritte auf einem Weglein über die rückwärtige, grob geschichtete Mauer führen zum erhöhten Plätzchen mit einem von Büschen umrandeten, jetzt noch leeren Garten. Hier soll über der beigesetzten Asche jeweils ein Rosenock gepflanzt werden, wodurch der Röseligarten über längere Zeit langsam entstehen und wachsen wird.

Pfarrer Martin Gauch  führte in seiner Predigt auf die anschliessende Einsegnung des Gemeinschaftsgrabes hin. Er schlug moderat den Bogen von der Taufe zu Beginn des Gottesdienstes zum Tod und forderte dazu auf, das Feuerchen des Lebens  leuchten und wärmen zu lassen, damit die Würde des Lebens hoch gehalten werde. Gemeinderat Theo Keller referierte über Funktion und Intention der Anlage, umriss deren Entstehung und wies auf den kulturellen Wandel im Umgang mit Tod und Bestattungsesen hin.

Gemeindepräsident Eugen Gerber dankte allen Beteiligten und übergab der anwesenden Vertretung des Kirchgemeinderates Brienz die durch die Gemischte Gemeinde Oberried errichtete Anlage. Von nun an wird die Begräbnisgemeinde der Dörfer am oberen Brienzersee die Anlage gemäss ihrem Reglement betreuen und betreiben. Als Zeichen dafür pflanzte Urs Gerber, Friedhofgärtner in Brienz, den ersten Rosenstock in den Gottesacker.

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004





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