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Der erste neue TBB-Wagen ist aufgegleist
Die rund 14 Millionen Franken teure Sanierung der Drahtseilbahn Thunersee–Beatenberg (TBB) nähert sich dem Abschluss: Am Donnerstag ist bereits der erste der beiden neuen Wagen angeliefert und aufgegleist worden. Nach dem Wagen mit der Beschriftung «Niederhorn» war für Freitag auch die Aufgleisung des Wagens «Beatenberg» vorgesehen. Vorbehältlich der Zustimmung des Bundesamtes für Verkehr ist vorgesehen, den Passagierbetrieb mit der neuen Bahn am Samstag, 25. Juni 2005 aufzunehmen.
Mit einem Autokran wurde der am späteren Donnerstagnachmittag auf der Strasse angelieferte neue TBB-Wagen «Niederhorn» – Leergewicht 12,5 Tonnen – bei der Talstation angehoben ...
ds/pvr. In der verbleibenden Zeit bis zur Einweihung am 24. Juni 2005 erfolgt laut einer Medienmitteilung nun die Inbetriebsetzung der Bahn: «Es werden Einstellarbeiten durchgeführt und die entsprechenden Ämter, insbesondere das Bundesamt für Verkehr, werden die Bahn auf Herz und Nieren prüfen.» Die Mitarbeiter der TBB erhielten dabei die Gelegenheit, die Bedienung und die Eigenschaften der neuen Bahn kennenzulernen, damit ab 25. Juni 2005 die Bahn ihren ordentlichen Betrieb wieder aufnehmen könne.
... und auf dem nach fast hundert Betriebsjahren ebenfalls erneuerten Trassee sorgfältig abgesetzt. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) Intensive Bauzeit
Am 24. Oktober 2004 seien die beiden Silberpfeile der Thunersee–Beatenbergbahn das letzte Mal im Dienst gestanden, wird in der Medienmitteilung erinnert. Kurz darauf seien die Wagen von einem Pneukran von den Schienen gehoben und zur Verschrottung abtransportiert worden: «In den letzten sieben Monaten wurde an der neuen Bahn intensiv gearbeitet; das ambitionierte Bauprogramm sah in dieser Zeit eine Erneuerung der gesamten Bahninfrastruktur vor.» Die fast hundertjährigen Schienen und der gesamte Trasseeunterbau wurden nach TBB-Angaben durch eine aufgestelzte Stahlkonstruktion ersetzt. Diese Konstruktion trage die neuen Geleise, die eine rüttelfreie Fahrt nach Beatenberg garantieren sollen. Das aus dem Jahr 1953 stammende Rollmaterial – Kasten 1953, Untergestelle 1910 – wurde laut Medienmitteilung durch zwei modernste Fahrzeuge mit je vier Abteilen und einem ‹Materialchratte› ersetzt; die Wagen mit der Beschriftung ‹Beatenberg› und ‹Niederhorn› nehmen Bezug auf die wieder erschlossenen Ausflugsziele.»
Der erste neue TBB-Wagen ist in der Beatenbucht angekommen. Von links nach rechts: Bernhard Tschopp, stellvertretender Technischer Leiter TBB, Fritz Bieri, Technischer Leiter TBB, Hans-Jürg Stettler, Leiter Infrastruktur Verkehrsbetriebe Steffisburg–Thun–Interlaken (STI) und Jürg Lehmann, Leiter Angebot (STI).
«Als Resultat der Überarbeitung des Betriebeskonzepts ergeben sich Neuerungen im Bereich der Wagenbegleitung (führerloser Betrieb), Billettverkauf, behindertengerechte Erschliessung der Verkehrsmittel und geordneter Personenfluss bei Grossandrang», heisst es im weiteren. Dies habe zu diversen Arbeiten in der Tal- und Bergstation geführt. Zudem seien die gesamte elektromechanische Einrichtung erneuert und der bestehende Antrieb revidiert worden.
Nach dreijähriger Vorarbeit und Projektierung hatte nach Angaben der TBB im Oktober 2004 mit den Bauarbeiten begonnen werden können. Noch während der letzten Fahrten der Silberpfeile seien die an das Trassee anliegenden Waldstreifen ausgeholzt und das Holz zum Teil mit dem Helikopter ausgeflogen worden: «Nach der Stillegung der Bahn und dem Abtransport des Rollmaterials wurde eine Bauseilbahn zwecks Umschlag des benötigen Baumaterials über dem Trasseeverlauf errichtet; das Parkhaus in der Beatenbucht wurde zu einem Umschlags- und Installationsplatz umfunktioniert.»
Neues Buffet in der Beatenbucht: In der Rekordzeit von nur vier Monaten wurde in der Beatenbucht ein neues Restaurant erstellt. Das neue Buffet weist 54 Innen- und 40 Aussensitzplätze auf. Die Eröffnung ist für den 10. Juni vorgesehen.
Parallel zu der Geleisedemontage und dem Trasseerückbau begannen laut Baubeschrieb die Felssicherungsarbeiten entlang der Strecke und im Tunnel. Anschliessend habe mit dem Neubau der Geleiseanlage begonnen werden können: «Mit einem Versatz von jeweils wenigen Tagen wurden folgende Arbeiten ausgeführt: Aushubarbeiten, Bohrarbeiten für die Mikropfähle (Fundationen), Erstellen der Betonauflager.» Aus der Talstation hätten die verschiedenen Arbeitsphasen in der Fallinie beobachtet werden können. Dank des guten Herbstwetters seien pro Tag zirka vier Fundamente millimetergenau erstellt worden.
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Eckdaten der neuen Standseilbahn TBB |
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Standseilbahn mit zwei Fahrzeugen im Pendelverkehr – Adhäsionsantrieb in der Bergstation – Einspurige Fahrbahn mit Ausweiche |
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Schräge Länge |
1705 Meter |
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Höhendifferenz Tal – Berg |
556 Meter |
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Mittlere Steigung |
34 Prozent |
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Grösste Steigung |
40 Prozent |
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Fahrgeschwindigkeit |
3,2 / 4,8 Meter/Sekunde |
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Effektive Fahrzeit |
6,5 Minuten |
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Fahrzeugkapazität |
90 Personen / 4 Rollstühle |
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Förderleistung |
700 Personen/Stunde |
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Anzahl Fahrzeuge |
2 |
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Anzahl Abteile pro Fahrzeug |
4 |
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Gewicht Fahrzeug leer |
12'500 Kilogramm |
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Gewicht Fahrzeug brutto |
19'700 Kilogramm |
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Zugseildurchmesser |
35 Millimeter |
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Spurweite |
1200 Millimeter |
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Projektierte Sanierungskosten |
zirka 14 Millionen Franken |
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Nach dem Erstellen des Grossteils der 187 Fundamente und der genauen Lagekontrolle sei ab Mitte März die Montage des Stahltragwerks der Fahrbahn erfolgt: «Die vorfabrizierten Elemente haben eine Länge von rund 18 Metern und wiegen zirka 5,3 Tonnen; mit diesen Massen wurde die Kapazität der Bauseilbahn voll ausgelastet.»
Ab Anfang April habe mit der Fixierung der Schienen und deren Verschweissung begonnen werden können: «Die Herausforderung dieser Etappe bestand in der Koordination der Transportkapazität der Bauseilbahn (1705 Meter lang), damit alle unmittelbar am Bau beschäftigten Unternehmer die zu verbauenden Materialien geliefert bekamen.»
Nach Beendigung der Arbeiten auf der Strecke sei in den vergangenen Woche die Seilbahn demontiert worden, um den Seilzug – Gewicht des neuen Seils zirka 8,5 Tonnen – und das Aufsetzen der beiden Wagen zu ermöglichen. Die gesamte Sanierung der TBB ist von deren Technischem Leiter Fritz Bieri unter www.beatenbergbilder.ch ausführlich dokumentiert worden. «Parallel zu den Arbeiten auf dem Trassee fanden in den Stationen Sanierungs- und Erneuerungsarbeiten statt, die den ganzen Winter und Frühling in Anspruch nahmen.»
Eröffnung am 25. Juni 2005
Vorbehältlich der Zustimmung des Bundesamtes für Verkehr können laut TBB die Fahrgäste die neue Bahn zum ersten Mal am 25. Juni 2005 benutzen: «Am Eröffnungstag bieten die Thunersee–Beatenberg–Niederhorn-Bahnen Ausflugsbillette zu stark ermässigten Preisen an; das Retourbillett Beatenbucht–Beatenberg für fünf Franken und das Retourbillett auf das Niederhorn für zehn Franken.
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