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Hochwasserschutz Thunersee: Entlastungsstollen stösst auf Zustimmung
Der Entlastungsstollen «Schiffahrtskanal–Kraftwerk» für den Hochwasserschutz Thunersee ist im Rahmen der Mitwirkung mehrheitlich positiv aufgenommen worden: Die Eingaben konzentrieren sich laut einer Medienmitteilung auf den Schutz und Erhalt bestehender Bauten und Bäume, die Finanzierung, die Beeinträchtigungen durch die Bautätigkeit, die Wirkung auf die Unterlieger und die hydraulischen Berechnungen.
aid/bns. In den 35 Eingaben von Gemeinden, Anwohnerschaft und Öffentlichkeit wurde laut Medienmitteilung der Entlastungsstollen grundsätzlich gut aufgenommen. Die Anwohnerschaft an der Panoramastrasse verlange Schutz und Wiederherstellung von betroffenen Gebäuden und Bäumen sowie möglichst geringe Störungen durch die Bautätigkeit. Das Provisorium für den Busbetrieb der Verkehrsbetriebe Steffisburg–Thun–Interlaken (STI) bereite den Betroffenen Sorge. Im Selveareal müsse auf das ansässige Gewerbe und die zukünftige Nutzung Rücksicht genommen werden. Die Gemeinden entlang der Aare zwischen Thun und Bern interessierten sich für die Auswirkung des Stollens auf die Abflussmengen und Hochwasserspitzen: «Sie möchten über die Ausarbeitung des Regulierreglements informiert werden.» Die bürgerlichen Parteien erachteten das Vorhaben als finanziell aufwendig: «Die Funktionalität des Bauwerkes und die geringen Auswirkungen auf das Stadtbild werden ausdrücklich anerkannt.»
Auswirkungen der vorzeitige Absenkung des Thunersees: Einige Privatpersonen erachteten die vorzeitige Absenkung des Thuner- und Brienzersees immer noch als den besten Schutz vor Hochwasser, heisst es im weiteren. Umfangreiche hydraulische Berechnungen hätten zu folgenden Erkenntnissen geführt:
– Das Speichervolumen der beiden Seen ist im Verhältnis zum Einzugsgebiet (Aare, Kander, Simme) sehr klein.
– Der Pegel des Brienzersees ist direkt von den Zuflüssen abhängig und kann nur in sehr geringem Mass reguliert werden. Der Spielraum beim Kraftwerk Mühle in Interlaken beträgt wenige Zentimeter.
– Die vorsorgliche Absenkung des Thunersees bringt nur bei Hochwasserereignissen von kurzer Dauer einen Schutz. Bei langanhaltenden Hochwassern wie 1999 und 2004 haben die Berechnungen ergeben, dass selbst bei vorsorglicher Absenkung vergleichbare Höchststände einzig mit einer Verzögerung von wenigen Stunden erreicht worden wären.
Die Berechnungen werden laut Medienmitteilung gegenwärtig von der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich geprüft:
Mitwirkungsbericht. Der vollständige Mitwirkungsbericht liegt ab Montag 9. Mai 2005 während 30 Tagen bei der Direktion Bau und Liegenschaften der Stadt Thun, Industriestrasse 2, Thun, zur Einsicht auf oder kann im Internet unter der Adresse www.hochwasserschutzthunersee.ch (Rubrik «Downloads») heruntergeladen werden.
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