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Überarbeitete «Geschichte der Alphirtenfeste» in neuer Auflage
Im Vorfeld des Unspunnenfestes vom 2. bis 4. September 2005 ist eine von den beiden Autoren Rudolf Gallati und Christoph Wyss überarbeitete und mit den neusten Quellen abgeglichene Neuauflage der «Geschichte der Alphirtenfeste» aus dem Jahr 1993 erschienen.
Die beiden Autoren Rudolf Gallati (links) und Christoph Wyss. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)
ds/bns. An der Vernissage im Kirchgemeindehaus «Futura» in Unterseen vom Mittwochabend wurde darauf hingewiesen, in der Neuauflage «Unspunnen 1805 – 2005 / Die Geschichte der Alphirtenfeste» würden sowohl die politischen als auch die touristischen Folgen des Festes dargestellt. Nicht alles sei so schön und ruhig gewesen wie die Politiker das gerne dargestellt hätten. Während des Festes selber habe es zwar keine Unruhen und Ausschreitungen gegeben. Hingegen seien die folgenden Jahre bis zur Gründung des modernen Staates Bern lebhaft und unruhig gewesen und hätten im Jahr 1814 in einem Aufstand gegipfelt; dieser sei von der Regierung selbstverständlich niedergeschlagen worden. Ein weiteres Ziel sei auch die Erneuerung des Gesangs und die Förderung des Alphorns gewesen. Die Stifter des Festes seien der Meinung gewesen, dass die Einflüsse der französischen Revolution und auch die Eroberung der Schweiz durch Napoleon die Sitten und besonders den Gesang schlecht beeinflussten. Deshalb seien neue Lieder komponiert und gedichtet und der Bevölkerung gratis abgegeben worden.
Rudolf Gallati beim Signieren an der Vernissage.
Auch in den vergangenen zwölf Jahren nach Herausgabe der ersten Auflage der «Geschichte der Alphirtenfeste» hätten Rudolf Gallati und Christoph Wyss weiter Material gesammelt und seien dabei auch immer wieder auf neues Material gestossen, verlautete an der Buchvernissage. Die beiden Autoren seien immer irgendwie mit dem gerne als Startanlass für den Fremdenverkehr genannten Unspunnenfest verbunden gewesen – etwa im Touristikmuseum der Jungfrauregion in Unterseen bei einer Führung. Aber auch sonst hätten sie Augen und Ohren offen gehalten um neues Material über das Unspunnenfest und seine Auswirkungen zu finden. In der überarbeiteten Neuauflage des Buches sei auch ein Kapitel über die Finanzierung solcher Feste hinzugekommen. Von Bedeutung sei der Kantonsbeitrag mit Defizitgarantie. Die Gründer hätten in den Jahren 1805 und 1808 noch von Subskription gesprochen – heute würde das als Sponsoring bezeichnet. Ein eigentliches Sponsoring mit einem Hauptsponsor habe es jedoch erst vor zwölf Jahren gegeben: Nach dem Wissen der beiden Verfasser sei es auch das erste Mal gewesen, dass ein volkstümlicher Anlass gesponsert worden sei.
Ueli Bettler, der Organisationskomiteepräsident des Unspunnenfestes 2005, wies an der Buchvernissage darauf hin, nachdem bereits eine Briefmarke der PTT herausgegeben und drei Gedenksteine auf dem Bödeli gesetzt worden seien – siehe auch Berichte Gedenksteine werben für das Unspunnenfest vom Dienstag, 19. April 2005 und
Sondermarke zum Unspunnenfest 2005 vom Dienstag, 8. März 2005 – sowie nun das Buch herausgekommen sei, werde das Unspunnenfest am Freitag, 3. Juni 2005 um 22.30 Uhr mit einem grossen Knalleffekt lanciert: Vom Oberhasli bis Bern sollen 33 Chutzenfeuer entzündet werden.
Das Jubiläum 200 Jahre Unspunnenfest bedeutet laut Organisationskomiteepräsident Ueli Bettler eine beeindruckende Vielfalt von Volksbräuchen in unserer kleinen Schweiz. Diese Volksbräuche hätten wir dem Unspunnenfest zu verdanken. Ohne das Unspunnenfest von 1805 gäbe es das Grand Hotels Victoria-Jungfrau laut einer an der Generalversammlung von Verwaltungsratspräsident Präsident Peter Bratschi geäusserten Annahme nicht – mit der Begründung, der Tourismus in der Schweiz habe ganz sicher seine Wiege in Interlaken und das Unspunnenfest sei daran massgeblich beteiligt.
Unspunnen 1805 – 2005. Die Geschichte der Alphirtenfeste. Die neue Ausgabe umfasst 176 Seiten mit vielen farbigen Abbildungen alter Stiche, Originalbilder und
Signeten der neueren Feste.
Das Buch kostet 25 Franken plus 2 Franken Porto und Verpackung und kann beim
Touristikmuseum der Jungfrauregion, Obere Gasse 26, 3800 Unterseen – unterseen.ch/museum / museum@wf-geometer.ch – bestellt werden.
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