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Donnerstag, 19. Mai 2005
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Die LSE machten sich fit für die Fusion mit der Brünigbahn

«Beachtliche 6,6 Prozent Mehrerlös, der Durchstich des Tunnels Engelberg sowie das Jubiläum ‹40 Jahre Luzern–Stans–Engelberg-Bahn (LSE)› prägten das Geschäftsjahr 2004, welches als letztes unter der Bezeichnung LSE in die Geschichte eingehen wird und zugleich den Grundstein für die Fusion mit der Brünigbahn legte», lautet eine Kurzzusammenfassung des LSE-Geschäftsberichts 2004.

Aus der guten alten Brünigbahn zwischen Luzern und Interlaken ist durch die Fusion mit der Luzern – Stans – Engelberg-Bahn die «Zentralbahn geworden.

pd/pvr. 2004 sei für die LSE in jeder Hinsicht ein erfolgreiches Jahr gewesen, heisst es im weiteren: «Die gesteckten Ziele konnten weitgehend erreicht werden, das finanzielle Ergebnis macht Freude.» Die eingeschlagene Richtung bewähre sich, sagte Geschäftsführer Josef Langenegger an der der ordentlichen Generalversammlung der Zentralbahn AG im Hotel Winkelried Stansstad. Die rund 80 Mitarbeiter der LSE könnten stolz sein auf das Erreichte: «Die Erlöse konnten sowohl im Pendlerverkehr als auch im touristischen Verkehr um insgesamt 6,6 Prozent auf über 7,3 Millionen Franken gesteigert werden.» Das operative Ergebnis falle damit sehr erfreulich aus. «Leider musste man im November 2004 den Hinschied des Verwaltungsratsmitgliedes Beat Tschümperlin beklagen, welcher über zehn Jahre hinweg die Entwicklung der LSE wesentlich mitgeprägt hatte.

Durchstich des Tunnels Engelberg

Einen besonderen historischen Moment habe die LSE am Freitag, 29. Oktober 2004 erlebt, geht aus einer Medienmitteilung im weiteren hervor: Der 4043 Meter lange Tunnel Engelberg sei nach fast vierjähriger Bauzeit feierlich durchstochen worden: «Damit fiel allen Beteiligten sichtlich ein riesiger Stein vom Herzen, musste doch der Vortrieb bedingt durch die anforderungsreiche Geologie gleich zweimal unterbrochen werden, was zu einer Verspätung von rund einem Jahr führte.» Das Tunnelprojekt und damit die neue Bahnverbindung von Grafenort nach Engelberg stelle das grösste Bauvorhaben der LSE seit deren Neugründung im Jahr 1964 dar und schlage gleich zwei Fliegen auf einen Streich: Einerseits könne die LSE die Revision des nunmehr bereits über 100jährigen Bahntrassees umgehen und andererseits liessen sich dank des von 246 auf 105 Promille gesenkten Gefälles die Transportkapazitäten nach Engelberg von heute 300 auf 1000 Personen pro Stunde erhöhen und gleichzeitig die Fahrzeit minimieren: «Eigentlich wäre die Inbetriebnahme auf Ende 2006 geplant gewesen. Da als Folge der frühen Schneeschmelze im geologisch kritischen Teil die Tunnelröhre im Winter nicht fertig erstellt werden konnte, muss dieser Termin jedoch erneut verschoben werden.»

Verschiedene geologische Ereignisse hätten beim Bau des Tunnels nach Engelberg massive Mehrkosten ausgelöst, wird in der Medienmitteilung erinnert. Dadurch bedingte Verzögerungen wirkten sich gegenüber den letzten Prognosen mit einer Verschiebung der Inbetriebnahme von einem halben Jahr aus: «Der Tunnel kann aus heutiger Sicht somit im Sommer 2007 in Betrieb gehen.» Die Endkostenprognose laute jetzt auf 127 Millionen Franken. Nach Rücksprache mit Bund und Kantonen soll trotzdem am ursprünglichen Projekt festgehalten werden. Die Mehrkosten würden gemäss Vereinbarung nach dem bisherigen Schlüssel verteilt (85 Prozent Bund 15 Prozent Kantone Obwalden und Nidwalden).

Die Bauherrschaft habe auch Einsparvarianten gesucht verlautet dazu. So sei geprüft worden, ob auf den Ausbau der zweiten Ausweichstelle verzichtet werden könne: «Weil ein allfälliger späterer Einbau massiv teurer wäre, wird nun nach Rücksprache mit dem Bund (Bundesamt für Verkehr) und den Kantonen das Projekt wie geplant mit zwei Ausweichstellen im Tunnel fertiggestellt. Die Zustimmung des Bundes Die Zustimmung des Bundesamtes für Verkehr für den zweiten Nachtragskredit liege nun vor.

Jubiläum Luzern–Stans–Engelberg-Bahn

Zur Erinnerung an die Eröffnung der Luzern–Stans–Engelberg-Bahn vor 40 Jahren fand laut Medienmitteilung am 15. Dezember 2004 ein Jubiläumsanlass statt, welcher Rückblick auf die bewegte Geschichte der Bahn gehalten habe: «Die LSE hat die verkehrsmässige Entwicklung des Kantons Nidwalden und der Gemeinde Engelberg in den letzten 40 Jahren massgeblich mitgeprägt und sich zum eigentlichen Rückgrat des regionalen öffentlichen Verkehrs entwickelt.» Verwaltungsratspräsident Ferdinand Keiser: «Die LSE hat Verkehrsgeschichte geschrieben und Pionierhaftes geleistet, wie schon ihr Vorgänger, die Stansstad–Engelberg-Bahn (StEB); im Rahmen des Jubiläums wurde jedoch nicht nur rückwärts geschaut, sondern auch Ausblick auf die gemeinsame Zukunft mit der Brüniglinie als Zentralbahn gehalten.»

Entscheidende Fusionsschritte eingeleitet

Nach intensiven Vorabklärungen – siehe auch LSE und SBB-Brünigbahn fusionieren zur «Zentralbahn» vom Mittwoch, 7. Juli 2004 und Neue Werkstatt und der erste Schmalspur-Panorama-Triebzug vom Sonntag, 5. Dezember 2004)– hätten sich die Luzern–Stans–Engelberg-Bahn und die Brünigbahn entschlossen, sich per 1. Januar 2005 zur Zentralbahn zusammenzuschliessen. Die Zielvorgabe sei von Anfang an klar gewesen: Nutzung von Synergien bei der Beschaffung von Rollmaterial, beim Unterhalt, in der Administration und bei den Betriebsabläufen. Gleichzeitig sollten aber auch das Angebot ausgebaut und die Dienstleistungen verbessert werden. Im vergangenen Jahr seien dazu die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen worden. So seien die Prozesse und die gesamte Organisation neu definiert und bestimmt worden. Die Verhandlungen über einen Gesamtarbeitsvertrag – siehe auch Gesamtarbeitsvertrag Zentralbahn ausgehandelt vom Mittwoch, 4. Mai 2005 – seien aufgenommen und in eine entscheidende Phase geführt worden. Auf den 1. April 2004 habe Josef Langenegger die Geschäftsleitung von Christoph Tanner übernommen, welcher die LSE über drei Jahre hinweg mustergültig geführt habe: «Obwohl eine solche Neuausrichtung vielerorts auch Spuren und Unsicherheiten auslöst, sind sich die Verantwortlichen der neuen Bahn sicher: Dieser Konsolidierungsschritt wird sich lohnen, denn die Synergieeffekte sind relevant, die Erwartungen der Besteller können erfüllt werden.» Form, Inhalt und Zeitpunkt des Projektes entsprächen den Zielsetzungen der Bahnreform 2.

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Hintergrundinformationen siehe auch Bericht Staneks Planetenlexikon 2005: Mit dem Computer auf den Mars vom Sonntag, 14. November 2004




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