Internationales Dampfschiff-Register
Steamboat Register

Verfasser/Editor: Max Kuhn, Interlaken, Schweiz/Switzerland



Verzeichnis der in Europa, Afrika, Australien/Neuseeland und Nordamerika
noch existierenden Dampfschiffe
List of Steamboats still existing in Europe, Africa, Australia/New Zealand and North America


Deutschland / Germany

Bad Schandau (Elbe)

Wehlen-Bastei (ex «Stadt Wehlen-Bastei», ex «Pötscha-Wehlen-Bastei»). 1925, Werft Dresden-Uebigau, Dresden, SD, a Pass-Fährboot, nun Pass, 14,5 m, 40 Pass, 2ZV, KF, E: Oberelbische Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH, Pirna. – Bem: Bis anfangs der neunziger Jahre diente das Schiff dem Fährbetrieb über die Elbe bei Stadt Wehlen, in den letzten Jahren allerdings nur noch als Reserve für das an einem Stahlseil laufende neue Motorboot bei Hochwasser oder Eisgang. 1991 wurde der Dampfer aus dem Fahrdienst zurückgezogen, anschliessend jedoch restauriert. Seit 1995 macht das Schiff nun Passagierrundfahrten ab Bad Schandau, derzeit nur im Charterbetrieb.

Berlin (Märkische Wasserstrassen)

Andreas. 1944/50, Gebr. Wiemann, Brandenburg (Maschine von 1926 des Schleppers «Saaleck», ebenfalls erbaut von Gebr. Wiemann, Brandenburg), SD, a Schl, nun MusS, 35,2 m, 66 Pass, 3ZV, KF, E: Berlin-Brandenburgische Schiffahrtsgesellschaft e.V. Berlin. – Bem: Das Schiff stand bis 1970 auf den märkischen Wasserstrassen und auf der Elbe im Schlepp- und Schubdienst, wurde dann aber bis 1989 in Ostberlin nur noch als stationärer Dampferzeuger verwendet. Seit 1990 wird der Dampfer für Passagierfahrten eingesetzt, vorwiegend für Charterfahrten.

Kaiser Friedrich (ex «Siegfried», ex «Kaiser Friedrich III»). 1886, Möller & Holberg, Stettin (Ersatzmaschinen von ca. 1930 eines unbekannten Erbauers, stammend aus einem holländischen Bagger, eingebaut 1991), DSD, Pass, 31,2 m, 150 Pass, 2 x 2ZZw, OeF, E: Deutsches Technikmuseum Berlin; Betreiber: Stern- und Kreisschiffahrt GmbH, Berlin. – Bem: Verkehrte bis 1967 als Passagierdampfer in Berlin. Anschliessend fand das Schiff Verwendung als schwimmendes Wohnheim, wobei Maschinen und Kessel ausgebaut wurden. Nach einer grundlegenden Restauration in den Jahren 1990 bis 1993 und dem Einbau von Ersatzmaschinen kam der Dampfer 1993 wieder in Betrieb. Er führt seither auf den Berliner Wasserstrassen öffentliche Rundfahrten und Charterfahrten aus.

Seima (ex «Eintracht»). 1908, Gebr. Wiemann, Brandenburg, SD, a Schl/Schuber, nun MusS, 19,9 m, 20 Pass, 2ZV, KF, E: Deutsche Binnenreederei AG, Berlin; Betreiber: Berlin-Brandenburgische Schiffahrtsgesellschaft eV, Berlin. – Bem: War bis ca. 1988 im Raume Berlin als Schlepper/Schuber und zuletzt als Dampferzeuger im Arbeitsdienst. Neu wird das Schiff für gelegentliche Charterfahrten verwendet.

Brandenburg (Märkische Wasserstrassen)

Nordstern. 1902, Gebr. Wiemann, Brandenburg, SD, a Schl/Schuber, nun MusS, 26 m, 57 Pass, 3ZV, KF, E: Lothar Bischoff, Nauen. – Bem: War bis 1990 als Schlepper und später Schuber auf den märkischen Wasserstrassen im Einsatz, wobei das Schiff ursprünglich in Berlin auch für Passagierfahrten verwendet worden war. Seit 1990 macht der Dampfer nur noch Passagierfahrten im Raume Brandenburg/Berlin, vorwiegend im Charterbetrieb.

Bremerhaven (Nordsee)

Wal. 1938, Stettiner Oderwerke AG, Stettin, SD, a Eisbrecher, nun MusS, 50 m, 100 Pass, 3ZV, OeF, E: Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven eV, Verein zum Erhalt und Betrieb historischer Wasserfahrzeuge, Bremerhaven; Betreiber: Museumsschiff Dampfeisbrecher «Wal» eV, Bremerhaven. – Bem: Stand bis 1989 im Dienst als Eisbrecher für den Nord-Ostsee-Kanal. Nach Ausserdienststellung wurde der Eisbrecher mit Unterstützung der Stadt Bremerhaven von Schiffahrtsfreunden übernommen. Seit 1990 macht das Schiff, welches Gäste-Schlafkabinen besitzt, im Sommer verschiedene ein- und mehrtägige Hochseefahrten für Passagiere.

Dresden (Elbe)

In Dresden befindet sich heute nach wie vor die grösste Raddampferflotte der Welt. So stehen hier immer noch neun vollständig renovierte Raddampfer im sommerlichen Einsatz.

Seit jeher hatte die Oberelbe als Verbindungsweg zwischen Hamburg und der Nordsee über die innerdeutschen Städte Magdeburg und Dresden bis nach Prag eine aussergewöhnliche Bedeutung für den Güter- und Passagierverkehr, wobei Dresden zum eigentlichen Zentrum dieser Flussverbindung geworden war. Dazu wurde die Kulturstadt Dresden – seinerzeit Residenz er sächsischen Könige – ab Ende des 19. Jahrhunderts ebenfal1s Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten über die Elbe in die reizvolle «sächsische und böhmische Schweiz». Dies hat hier zu einem frühzeitigen und aussergewöhnlichen Aufschwung der Passagierschiffahrt geführt. Dabei wurde insbesondere auch die Passagierschiffahrt auf der Oberelbe ab Mitte des letzten Jahrhunderts im wesentlichen von der Sächsisch-Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft (SBDG) beherrscht. In Anbetracht der unstabilen Wasserverhältnisse wurden hier praktisch nur Raddampfer gebaut und verwendet, wobei die Flotte der SBDG laufend erneuert und erweitert wurde. So verfügte diese Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1914 über eine Raddampferflotte von 34 Einheiten und noch 1928 wurde mit der «Leipzig» ein letzter neuer Raddampfer in Betrieb genommen. Eine schmerzliche Dezimierung dieser Flotte brachte dann allerdings der Zweite Weltkrieg, in dessen Verlauf viele Schiffe durch Bomben beschädigt oder zerstört wurden. Ferner mussten nach dem Krieg verschiedene noch erhaltene Dampfer als Reparationsleistung an die UdSSR und die Tschechoslowakei abgegeben werden, wobei insbesondere das Schicksal der an die UdSSR abgegebenen sechs Schiffe weitgehend unbekannt geblieben ist. Weil damals aber die jüngsten noch fahrfähigen Einheiten zu Reparationsobjekten bezeichnet worden waren, nämlich vorab die grossen, ab 1900 gebauten Schiffe, blieben nur kleinere und ältere Dampfer aus einer Bauzeit vor 1900 in Dresden zurück, sowie, dank besonderen Umständen, die beiden letztgebauten Dampfer «Dresden» und «Leipzig»; die «Dresden» entging dem geplanten Abtransport im Sommer 1946 einzig deshalb, weil deren Aufbauten kurz vorher durch Brand zerstört worden waren, während die «Leipzig» damals wegen grosser Kriegsbeschädigungen nicht mehr fahrfähig war. Diese Umstände hatten zur Folge, dass in Dresden nach dem Zweiten Weltkrieg einzig alte Dampfer mit oszillierenden Maschinen, erbaut noch im 19. Jahrhundert, sowie als «moderne» Dampfer nur die beiden später wieder instandgestellten «Dresden» und «Leipzig» zurückgeblieben sind. Selbstverständlich mussten später verschiedene auch dieser Dampfer altersbedingt ausgemustert werden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der früheren DDR erlaubten indessen keine grössere Sanierung und Modernisierung der nun staatlich betriebenen «Weissen Flotte Dresden» , so dass nebst den Dampfern «Dresden» und «Leipzig» noch sieben weitere, vor 1900 erbaute Schiffe in unsere Zeit gerettet wurden und noch heute auf der Elbe schwimmen. Nach der deutschen «Wende» in den Jahren 1989/90 wurden die Schiffe der «Weissen Flotte Dresden» von der neuen heutigen Eignerfirma übernommen. Acht Dampfer wurden von 1992 bis 1990 völlig restauriert und modernisiert, ausserdem mit Ausnahme der «Diesbar» von Kohle- auf Ölfeuerung umgebaut. Erhalten hat sich im übrigen auch der seinerzeit ausgemusterte alte Raddampfer «Krippen»; dieses Schiff ist von einer privaten Reederei in Meissen übernommen und restauriert worden, konnte jedoch im Jahr 2000 wieder in die alte Elbe-Raddampferflotte zurückgeführt werden. Wechselvolle Umstände haben somit dazu geführt, dass der Stadt Dresden und der Oberelbe eine einzigartige Raddampferflotte erhalten geblieben ist, deren Wert als Kulturgut kaum hoch genug eingeschätzt werden kann. Abgesehen vom Dampfer «Diesbar», welcher vorwiegend für Charterfahrten eingesetzt wird, stehen alle fahrfähigen Dresdener Dampfschiffe während der Sommersaison im Liniendienst auf den Elbstrecken Dresden–Schmilka und Dresden–Seusslitz.– E aller Dampfer: Sächsische Dampfschiffahrts GmbH & Co, Conti Elbschiffahrts KG, Dresden.

Diesbar (ex «Pillnitz»). 1884, Werft Blasewitz, Dresden (Maschine von 1841 von John Penn & Son, Greenwich/Grossbritannien, des Dampfers «Bohemia»), RD, Pass, 52,7 m, 170 Pass, osz 2ZZw, KF. – Bem: Das Schiff kam 1978 aD, wurde dann allerdings in den Jahren 1985–89 von der Fachgruppe Elbe-Schiffahrt ehrenamtlich, wenn auch mit Unterstützung der staatlichen Denkmalpflege, vorbildlich restauriert und kam im Herbst 1989 wieder in Fahrt. Nach der späteren Übernahme des Dampfers durch die heutige Eignerin wurde hier glücklicherweise auf eine Modernisierung der Innenausbauten verzichtet.– Zur Maschine: Die im Jahr 1884 erbaute «Diesbar» erhielt seinerzeit keine neue Maschine, sondern diejenige des im Jahr zuvor ausgemusterten Dampfers «Pillnitz» (ex «Stadt Meissen») mit Baujahr 1857. Nun fällt auf, dass eine Kurbelwelle dieser von John Penn & Son, Greenwich/Grossbritannien, gebauten Maschine eine auch heute noch sichtbare Eingravierung «Krupp bei Essen 1853 – 10 Jahre Garantie» aufweist. Da es aber unglaubhaft erscheint, dass die renommierte Maschinenwerkstatt von John Penn & Son bei einem 1857 erfolgten Maschinenneubau einen älteren und dazu noch fremden Maschinenteil verwendet hatte, liegt der Schluss nahe, dass schon die «Stadt Meissen» im Jahr 1857 die Maschine eines älteren Schiffes übernommen hat, nämlich eine Maschine, welche kurz zuvor repariert worden war und dabei eine Ersatz- Kurbelwelle der Firma Krupp erhalten hatte. Dies kann aber nur die Maschine gewesen sein, welche die Werkstatt von John Penn & Son für das 1841 durch J.J. Ruston erbaute hölzerne Dampfschiff «Bohemia» geliefert hatte. Diese «Bohemia» war 1851 in den Besitz der «Elbdampfschiffahrts-Gesellschaft» und späteren SBDG gelangt, jedoch bereits 1856 abgebrochen worden. Damit stand dieser Gesellschaft 1857 als Erbauerin der neuen «Stadt Meissen» eine erst 16jährige, mit einer neuen Kurbelwelle ausgestattete John-Penn-Maschine zur Verfügung. Bei dieser Konstellation erscheint es aber als naheliegend, dass die «Bohemia»-Maschine in die neue «Stadt Meissen» eingebaut wurde. Daraus ist zu schliessen, dass es sich bei der heutigen «Diesbar»-Maschine um die alte «Bohemia»-Maschine von 1841 handelt. Dass dem tatsächlich so ist, wird nun aber insbesondere noch durch eine neue technische Untersuchung der «Diesbar»-Maschine sowie schiffahrtsgeschichtliche Abklärungen durch Fachleute überzeugend bestätigt. Es sei diesbezüglich auf den Aufsatz von Joh. Hirsch, M. Bor und W. Mahr in der Dampferzeitung Nr. 1/1994, S. 30ff verwiesen. Nun ist zwar davon auszugehen, dass im Verlaufe der Jahre nebst der Kurbelwelle auch noch andere Teile der ursprünglichen Maschine ersetzt worden sind. Trotzdem grenzt es an ein technisches Wunder, dass heute noch eine Dampfmaschine von 1841 zuverlässig ihren täglichen Dienst versehen kann. Zweifellos handelt es sich hier um die älteste in Betrieb stehenden Dampfmaschine der Welt, wobei sie sowohl ihrem Erbauer als auch den vielen Maschinisten, welche sie betreut haben, ein einzigartiges Zeugnis ausstellt.

Dresden. 1926, Werft Laubegast, Dresden, RD, Pass, 68,7 m, 610 Pass, 2ZV, OeF.– Bem: Der Dampfer hätte nach dem Zweiten Weltkrieg im Sommer 1946 zusammen mit sechs weiteren Schiffen der SBDG als Reparationsleistung in die UdSSR abgeführt werden sollen. Dank einem Brand im Juni 1946, durch welchen sämtliche Aufbauten zerstört worden waren, verblieb der Dampfer in Dresden. So konnte die «Dresden» nach ihrem Wiederaufbau den Fahrdienst 1949 in heimatlichen Gewässern wieder aufnehmen.

Krippen (ex «Tetschen»). 1892, Werft Blasewitz, Dresden, RD, Pass, 54,6 m, 220 Pass, osz 2ZZw, OeF. – Bem: Der Dampfer der SBDG und späteren Weissen Flotte Dresden kam 1980 altersbedingt aD. Im Jahr 1983 wurde das Schiff nach Kloschwitz an der Saale geschleppt und dort später an Land gesetzt. Während sich verschiedene Pläne um einen Verwendungszweck des abgestellten Dampfer zerschlugen, verfiel dieser mehr und mehr zum Wrack. Nach der deutschen «Wende» wurde das Schiff von einem Privatmann erworben und Ende 1991 zurück nach Dresden in die Werft Laubegast geschleppt. Hier wurden erste Renovationsarbeiten vorgenommen, die jedoch aus Kostengründen unterbrochen werden mussten. Nach der späteren Übernahme des Dampfers durch einen neuen Eigner aus Meissen konnten die Arbeiten in Laubegast wegen Überbelegung der Werft kurzfristig nicht wiederaufgenommen werden. Die «Krippen» wurde deshalb Ende 1993 in drei Teile zerschnitten und auf einem Seeleichter in eine Schiffswerft nach Oldenburg gebracht. Dort wurde das Schiff restauriert und konnte 1994 mit eigener Kraft nach Meissen zurückfahren. Hierauf hat der Dampfer von Meissen aus öffentliche Rundfahrten sowie auch längere mehrtägige Fahrten ausgeführt. Im Jahr 1997 kam das Schiff nach Frankfurt und wurde hier von der Köln-Düsseldorf-Schifffahrtsgesellschaft als Mieterin des Dampfers für sommerliche Rundfahrten im Stadtgebiet eingesetzt. Im November 1999 erfolgte die Rückfahrt des Dampfers in seine alte Heimat Dresden und wurde hier wieder in die alte Raddampfer-Flotte integriert.

Kurort Rathen (ex «Bastei»). 1896, Werft Blasewitz, Dresden, RD, Pass, 55,8m, 300 Pass, osz 2ZV, OeF. – Bem: War ursprünglich Glattdeck-Dampfer und wurde erst im Jahr 1926/27 zum Oberdeck-Dampfer umgebaut.

Leipzig. 1929, Werft Laubegast, Dresden, RD, Pass, 70 m, 610 Pass, 2ZV , OeF.

Meissen (ex «Sachsen», ex «König Albert»). 1885, Werft Blasewitz, Dresden, RD, Pass, 64,3 m, 350 Pass, osz 2ZV, OeF. – Bem: Besass ursprünglich eine osz 2ZZw, die 1914 zur Verbundmaschine umgebaut wurde. 1927 wurde das Schiff ausserdem verlängert und zum Salondampfer umgebaut.

Pillnitz (ex «Weltfrieden», ex «Pillnitz», ex «Diesbar», ex «Königin Carola»). 1886, Werft Blasewitz, Dresden, RD, Pass, 64,2 m, 350 Pass, osz 2ZV, OeF. – Bem: Besass ursprünglich eine osz 2ZZw, die 1915 zur Verbundmaschine umgebaut wurde. 1926/27 wurde das Schiff verlängert und zum Salondampfer umgebaut.

Pirna (ex «König Albert»). 1898, Werft Blasewitz, Dresden, RD, Pass, 56,1 m, 300 Pass, osz 2ZV, OeF.

Stadt Wehlen (ex «Mühlberg», ex «Dresden»). 1879, Werft Blasewitz, Dresden (Maschine von 1857 von Ruston & Co. Prag), RD, Pass, 58,5 m, 300 Pass, osz 2ZV, OeF. – Bem: Besass ursprünglich eine osz 2ZZw, die 1915 zur Verbundmaschine umgebaut wurde. War ursprünglich Glattdeck-Dampfer und wurde erst 1950 zusammen mit einer Verlängerung des Schiffes zum Oberdeck-Dampfer umgebaut.

Flensburg (Flensburger Förde)

Alexandra. 1908, Janssen & Schmilinsky, Hamburg, SD, Pass, 37 m, 120 Pass, 2ZV, KF, E: Förderverein Salondampfer «Alexandra» eV, Flensburg. – Bem: War bis 1975 in der Flensburger Förde im Linienverkehr. Dank einer Rettungsaktion von Freunden der alten «Alexandra» konnte die vorgesehene Verschrottung verhindert und das Schiff durch ehrenamtliche Helfer und grosszügige Spenden, in der letzten Phase auch mit öffentlicher Unterstützung restauriert und 1988 wieder in Betrieb gesetzt werden. Seither macht das Schiff von Flensburg aus regelmässig öffentliche Sonderfahrten sowie Charterfahrten.

Hamburg (Elbe, Alster, Nord- und Ostsee)

Claus D. (ex «Moorfleth», ex «Schulau»). 1913, Schiffswerfte & Maschinenfabrik AG, vormals Janssen & Schmilinsky, Hamburg, SD, a Schl, nun MusS, 17,8 m, 30 Pass, 2ZV, OeF, E: Museumshafen Oevelgönne eV, Hamburg. – Bem: Bis 1968 war das Schiff in Hamburg als Hafenschlepper und von da an noch als Dampfspender für Tankreinigungen im Einsatz. Im Jahr 1984 ging der Dampfer als Geschenk an den heutigen Eigner über und wird seither für Charterfahrten sowie für gelegentliche öffentliche Rundfahrten eingesetzt.

Elbe. 1911, Gebr. Wiemann, Brandenburg/Deutschland, SD, a Eisbrecher, nun MusS, 30,8 m, 150 Pass, 2ZV, KF, E: Matthias Kruse, Hamburg. – Bem: War bis 1976 als Eisbrecher im Dienst des deutschen Wasser- und Schiffahrtsamtes mit Heimathafen Lauenburg/Elbe. Nach längerem Stillager wurde der Dampfer an das Berliner Verkehrsmuseum verkauft. Hierauf lag das Schiff einige Jahre in Berlin, bis es 1987 aus nicht ganz verständlichen Gründen nach Holland weiterverkauft wurde. Seither lag die «Elbe» aD in Enkhuizen, bis sie vom heutigen Eigner erworben und 1997 nach Deutschland zurückgebracht wurde. Hier wurde das Schiff restauriert, ist seit dem Jahr 2008 wieder betriebsfähig und macht Charters sowie gelegentliche öffentliche Fahrten.

Otto Lauffer (ex «Wasserschutzpolizei 6», ex «Hafenpolizei VI»). 1928, H.C. Stülcken & Sohn, Hamburg, SD, a Polizeibarkasse, nun MusS, jedoch aD, 17,8 m, 30 Pass, 2ZV, KF, E: Museumshafen Oevelgönne eV, Hamburg. – Bem: Bis 1968 Polizeiboot im Hamburger Hafen. Nach seiner Ausserdienststellung wurde das Dampfboot 1969 dem heutigen Eigner übergeben, wobei seither gelegentliche Sonder- oder Charterfahrten ausgeführt wurden. Wegen Kesselschadens derzeit aD, jedoch in Restauration.

Schaarhörn (ex «Scharhörn», ex «Schaarhörn»). 1908, Schiffswerfte & Maschinenfabrik AG, vormals Janssen & Schmilinsky, Hamburg, DSD, a «Senatsyacht» sowie Peil- und Bereisungsdampfer, dann PrivD, nun MusS, 38 m, 85 Pass, 2 x 3ZV, KF, E: Stiftung Hamburg Maritim, Hamburg. – Bem: Das Schiff ist 1908 als Elbe-Peildampfer und gleichzeitig als «Senatsyacht» oder «Staatsyacht» für Repräsentationszwecke der Hamburger Behörden gebaut worden; dementsprechend sind auch grosse Mittel für ein schmuckes, schnelles und luxuriös eingerichtetes Schiff aufgewendet worden. Während des Ersten Weltkrieges wurde das Schiff dann allerdings für militärische Zwecke eingesetzt und anschliessend, nach vorübergehender englischer Beschlagnahme, ab 1925 nur noch als Peil- und Bereisungsdampfer mit Heimathafen Cuxhaven verwendet. Diese Aufgabe erfüllte das Schiff bis zu seiner Ausserdienststellung im Jahre 1972. Es wurde in der Folge von einem schottischen Liebhaber erworben und nach Schottland überführt, wo die «Schaarhörn» jedoch zunehmend verwahrloste und später auch noch durch Vandalenakte beschädigt wurde. 1979 erfolgte nach einem Eignerwechsel die Überführung nach dem nordwestenglischen Maryport; die geplanten und notwendigen Unterhalts- oder Restaurationsarbeiten konnten aber auch hier von den neuen Eignern nicht ausgeführt werden, so dass der alte Repräsentationsdampfer zum Wrack vergammelte. Dank der Initiative von Freunden dieses einmaligen Hamburger Schiffes und dank grosszügiger Spenden gelang es schliesslich, dieses zurückzukaufen und 1990 nach Hamburg zurückzuführen. Inzwischen wurde der Dampfer mustergültig restauriert und 1995 im Glanz von 1908 wieder in Betrieb gesetzt. Das prächtige Schiff wird jedoch nur bei besonderen Anlässen und für Charterfahrten unter Dampf gesetzt.

Stettin. 1933, Stettiner Oderwerke AG, Stettin, SD, a Eisbrecher, nun MusS, 52 m, 150 Pass, 3ZV, KF, E: Förderverein Eisbrecher «Stettin» eV, Hamburg. – Bem: War ursprünglich Eisbrecher in Stettin. Am Ende des Zweiten Weltkrieges im Frühjahr 1945 gelangte das Schiff auf einer abenteuerlichen Fahrt mit Flüchtlingen an Bord von Stettin über Kopenhagen nach Kiel. Später wurde das Schiff nach Hamburg verlegt und hier sowie im Nord-Ostsee-Kanal von 1947 bis 1981 als Eisbrecher eingesetzt. Durch eine beispielhafte Rettungsaktion entging der Dampfer seiner Verschrottung und wird nun seit 1982 im Raume Ost- und Nordsee als Museumsschiff für Charterfahrten eingesetzt, die vielfach auch der Öffentlichkeit zugänglich sind. Daneben könnte das Schiff notfalls immer noch als Eisbrecher dienen. Nebst der Antriebsmaschine verfügt das Schiff auch heute noch über 13 funktionierende Hilfsdampfmaschinen!

St. Georg (ex «Planet», ex «Deutschland», ex «St. Georg», ex «Galatea», ex «Falke»). 1876, Reiherstiegwerft, Hamburg (Ersatzmaschine von 1922 eines unbekannten Erbauers, eingebaut 1993/94), SD, Pass, 21 m, 100 Pass, 2ZV, OeF, E: Verein Alsterdampfschiffahrt eV, Hamburg. – Bem: War bis 1939 im Betrieb als Alsterdampfer in Hamburg. Nach einem kriegsbedingten Stillager kam das Schiff 1950 nach Berlin, wo es zur MS «Deutschland» umgebaut wurde, um zuerst weiterhin als Fahrgastschiff und zuletzt bis 1984 noch als stationäres Versorgungsschiff zu dienen. 1989 wurde das zum Wrack verkommene Boot vom heutigen Eigner übernommen, nachdem dieses kurz zuvor von Dampferfreunden nach Hamburg zurückgebracht worden war. Nach einer grundlegenden Restauration in der Werft Dresden/Laubegast, wo eine passende Ersatzdampfmaschine eingebaut werden konnte, kam das Schiff im Jahr 1994 wieder auf die Alster. Seither werden von Frühjahr bis Herbst täglich öffentliche Rundfahrten sowie Charterfahrten ausgeführt.

Tiger. 1910, Schiffswerfte & Maschinenfabrik AG, vormals Janssen & Schmilinsky, Hamburg, SD, a Schl, nun MusS, 16 m, 35 Pass, 2ZV, KF, E: Museumshafen Oevelgönne eV, Hamburg. – Bem: Der Dampfer war bis 1966 Hafenschlepper in Hamburg und wurde hierauf abgestellt. Nach der Übernahme durch den heutigen Eigner kam das Schiff nach einer umfassenden Restauration 1979 wieder in Betrieb. Es wird seither für gelegentliche öffentliche Rundfahrten sowie für Charterfahrten eingesetzt.

Taucher Flint III. 1912, Taucher M.A. Flint AG, Hamburg, SD, a Bergungsschiff, nun aD, 25 m, 2ZV, KF, E: Stiftung Hamburg Maritim, Hamburg. – Bem: Die Schale des Dampfers stammt von einer alten holländischen Segeltjalk namens «Welvaart», welche vor Cuxhaven gesunken war. Das Wrack dieser Segeltjalk wurde 1910 von der heutigen Eignerin geborgen und dann für ein dampfbetriebenes Bergungsschiff verwendet. Als solches diente das Schiff bis Ende der siebziger Jahre im Hamburger Hafen, ist jedoch seither aD und eine Rettung erscheint fraglich.

Waltershof (ex Vampyr II, ex «Waltershof», ex «Expert», ex «Hugo Stinnes V», ex «Collet»). 1911, Joh. van Bergh, Delfzijl (Ersatzmaschine von 1947 von Christiansen & Meier, Hamburg-Harburg, eingebaut 1949), SD, a Schl, dann Tankreinigungsschiff, nun aD, 22,l m, 2ZV, KF, E: Verein Alsterdampfschiffahrt eV, Hamburg. – Bem: War Hafenschlepper in Hamburg. Als Folge eines Bombentreffers im Kriegsjahr 1945 sank das Schiff, wurde jedoch 1949 wieder gehoben, restauriert und mit einer neuen Maschine ausgerüstet. Im Jahr 1958 wurde der Dampfer zum nicht mehr fahrbaren Tankreinigungsschiff umgebaut, wobei die Maschine jedoch im Schiff verblieb. Nach seiner Ausserdienststellung wurde das Schiff 1995 von Dampferfreunden übernommen, welche die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes als Schleppdampfer planen.

Woltman. 1904, Gebr. Sachsenberg AG, Rosslau, SD, a Schl, nun MusS, 22,2 m, 50 Pass, 2ZV, KF, E: Förderverein Schleppdampfer «Woltman» eV, Hamburg. – Bem: Stand bis 1977 in Cuxhaven als Hafenschlepper im Dienst. Hierauf gelangte das Schiff als Privatdampfer nach Holland, wurde jedoch 1984 vom Museumshafen Kappeln zurückgekauft. Auf der 1986 erfolgten Überführungsfahrt nach Kappeln erlitt der Dampfer einen schweren Kesselschaden. So kam die «Woltman» erst nach längeren Restaurationsarbeiten und einer Verlegung nach Hamburg 1994 wieder in Betrieb. Wird für gelegentliche Sonderfahrten sowie für Charterfahrten eingesetzt.

Kiel (Kielerförde)

Bussard. 1906, Jos. L. Meyer, Papenburg, SD, a Tonnenleger, nun MusS, 40, 6 m, 80 Pass, 3ZV, KF, E: Kieler Stadt- und Schiffahrtsmuseum, Kiel. – Bem: War als Tonnenleger in der Ostsee vorab im Gebiet der Flensburger- und Kielerförde bis 1979 im Einsatz. Nach seiner Ausmusterung wurde der Dampfer in Kiel als Museumsschiff vertäut, doch ist dieses nach erfolgter Restauration seit dem Jahr 2006 wieder betriebsfähig.

Freya (ex «De Nederlander»). 1990, Eigenbau des früheren Eigners Klemens Key, Rotterdam, und der Werf Brouwer, Zaandam (Maschine von 1923 von Hollandse Jjssel, Oudenwater), RD, Pass, 51 m, 200 Pass, 2ZV, OeF, E: Sven Paulsen, Westerland; Betreiberin Insel- und Halligreederei Adler-Schiffe, Westerland. – Bem: Die Schale stammt vom alten Passagier- und Frachtdampfer «Westerschelde», erbaut 1905 in der Schiffswerft J.& K. Smit, Kinderdijk. Dieser Dampfer kam jedoch bereits frühzeitig aD, und von 1933 bis 1988 wurde er nach Ausbau von Maschine und Kessel nur noch als stationäres Bunkerschiff namens «De Zwaan» benützt. Unter Verwendung dieser alten Schiffsschale und unter Einbau einer Maschine von 1923 aus einem alten Baggerschiff ist in den Jahren 1988 bis 1990 des Passagierschiff «De Nederlander» neu erbaut worden. Der Dampfer besitzt neben dem Radantrieb eine Schraube mit Dieselmotor. Nach Chartereinsätzen in Rotterdam kam das Schiff anfangs 2000 auf die Nordseeinsel Sylt und von hier nach Kiel, wo das Schiff im Sommer für Ausflugsfahrten eingesetzt wird.

Lauenburg (Elbe)

Kaiser Wilhelm. 1900, Dresdner Maschinenbau- und Schiffswerft AG, Dresden-Neustadt, RD, Pass, 57,2 m, 350 Pass, 2ZV, KF, E: Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums eV, Lauenburg. – Bem: War bis 1970 auf der Oberweser in Fahrt. Nach seiner betriebswirtschaftlich begründeten Ausserdienststellung wurde das Schiff vom heutigen Eigner übernommen und noch im gleichen Jahr nach Lauenburg überführt. Seither macht der Dampfer in der Sommersaison von Lauenburg aus nebst Charterfahrten an bestimmten Tagen, meist an Wochenenden, öffentliche Passagierfahrten.

Minden (Weser und Mittelland-Kanal)

Wappen von Minden (ex «Labe»). 1949, Werft Praga, Praha/CS, RD, Pass, noch aD, 53,1 m, 230 Pass, 2ZV, OeF, E: Stadt Minden, Betreiber: Mindener Fahrgastschiffahrt GmbH, Minden. – Bem: Es handelt sich um ein tschechisches Schiff, das bis 1986 in Prag und auf der Moldau in Betrieb stand. Mit seinem Bau wurde 1940 begonnen, doch mussten die Arbeiten kriegsbedingt eingestellt werden und konnten erst 1949 zum Abschluss kommen. Der Dampfer – ein Schwesterschiff der «Vltava» – kam deshalb erst 1949 in Betrieb. 1986 wurde die «Labe» in Prag aufgelegt und verkam zum Wrack. In diesem Zustand wurde das Schiff von deutschen Schiffahrtsfreunden erworben und 1998 nach Deutschland überführt. Nach unfangreichen Restaurationsarbeiten ist der Dampfer im Jahr 2001 unter Namensänderung wieder in Betrieb gekommen. Neben Charters werden öffentliche Sonntagsfahrten auf der Weser angeboten, meist nach Rinteln, aber auch Mehrtagefahrten bis zur Oberweser.

Pirna (Elbe)

Sachsenwald (ex «Ida-Erna»).1914, Gebr. Wiemann, Brandenburg, SD, a Schl , nun MusS, 30,4 m, 60 Pass, 3ZV, KF, E: Bernd Frenzel, Pirna. – Bem: War ursprünglich Schlepper im Raum Berlin/Brandenburg und auf der Unterelbe. Nach seiner Ausserdienststellung anfangs der siebziger Jahre wurde das Schiff 1980 vom heutigen Eigner erworben, auf die Oberelbe nach Königstein überführt und während Jahren nach Möglichkeit unterhalten. Nach der deutschen Wende wurde der Dampfer vollständig überholt und steht seit 1991 für öffentliche Passagierfahrten und Charterfahrten in Betrieb, bis 1994 auf der Oberelbe bei Pirna und Stadt Wehlen und von 1995 bis 2000 auf den märkischen Wasserstrassen bei Potsdam. Im Herbst 2000 kam das Schiff zurück auf die Oberelbe, wird derzeit aber nur für Charterfahrten eingesetzt. Um den Tiefgang zu verringern wurde das Schiff im Frühjahr 2004 um fünf Meter verlängert, so dass es auch bei Niedrigwasser eingesetzt werden kann.

Potsdam (Märkische Wasserstrassen)

Geheimrat Garbe (ex «Forelle», ex «Eintracht»). 1902(?), J.H.N. Wichhorst, Hamburg, DSD, a Schl, nun aD, 21,8 m, 2 x 2ZV, KF, E: Christoph Lebek, Potsdam. – Bem: War Binnenschlepper auf verschiedenen deutschen Wasserstrassen, zuletzt während Jahrzehnten auf den märkischen Wasserstrassen. Nach seiner Ausserdienststellung Ende der sechziger Jahre blieb das Schiff aufgelegt und wurde zeitweise als Wohnboot verwendet. Der heutige Eigner hat in den achtziger Jahren Restaurationsarbeiten eingeleitet, deren Abschluss aber noch nicht absehbar erscheint.

Gustav (ex «Auguste»). 1908, Gebr. Wiemann, Brandenburg, SD, a Schl/Schuber, nun Pass, 31,9 m, 100 Pass, 3ZV, KF, E: Havel-Dampfschiffahrt GmbH, Potsdam. – Bem: Das Schiff stand bis 1984 im Schlepp- und später Schubdienst auf den märkischen Wasserstrassen und der Elbe. Nach jahrelangen Restaurationsarbeiten kam das Schiff im Jahr 2001 wieder in Betrieb. Es wird für Charters und im Sommer an Wochenenden auch für öffentliche Rundfahrten ab Potsdam eingesetzt.

Waltrop / Heinrichenburg (Kanalgebiet)

Das Westfälische Industriemuseum mit Sitz in Dortmund hat in den achtziger Jahren die nachgenannten alten Dampfer von holländischen und belgischen Eignern erworben. Die Dampfer liegen beim alten, unter Denkmalschutz stehenden Schiffshebewerk Heinrichenburg in Waltrop bei Dortmund, wobei sie teils betriebsfähig sind und teils in Restauration stehen. Die Schiffe, soweit betriebsfähig, werden derzeit noch nicht für öffentliche Passagierfahrten eingesetzt, sondern nur für Sonderfahrten bei besonderen Anlässen. – E aller Dampfer: Westfälisches Industriemuseum, Dortmund.

Cerberus (ex «Havendienst 4», ex «Havenpolitie I»). 1930, Hubertina, Harlem/Niederlande, SD, a Hafen-Dienstboot/Feuerlöschboot/Schl, nun MusS, 20,8 m, 2ZV, KF. – Bem: War bis Ende der sechziger Jahre Dienstboot in Amsterdam. Hierauf ging das Schiff an private Eigner über und wurde schliesslich in betriebsfähigem Zustand nach Dortmund verkauft.

Express. 1884, Forges et Ateliers de Paris, St-Denis/France, SD, Pass, nun aD, 29,3 m, 2ZV, KF. – Bem: Das Schiff gehörte zu einer grossen Serie von Ausflugsdampfern, welche in den achtziger Jahren für Gewässer in und um Paris gebaut. worden sind. Später kam der Dampfer nach Belgien, wo er bis in die dreissiger Jahre gefahren sein dürfte. Fortan diente das Schiff in Lüttich nur noch als stationäres Büro- und Wohnboot. In verwahrlostem Zustand wurde das Schiff mit der noch vorhandenen Maschine schliesslich 1990 von der heutigen Eigentümerin erworben und nach Waltrop überführt, wo die Restauration des Dampfers geplant ist.

Fortuna (ex «Helgoland», ex «Zufall», ex «Midgard», ex «Max»). 1909, Gebr. Wiemann, Brandenburg, SD, a Schl, nun MusS, jedoch aD, 17,9 m, 2ZV, KF. – Bem: War von 1909 bis ca. 1965 auf norddeutschen Wasserstrassen im Schleppdienst, zuletzt mit Heimathafen Niegripp. 1974 kam das Schiff nach Holland, wo es nach Restauration als Privatdampfer verwendet wurde. Im Jahre 1985 wurde der Dampfer in betriebsfähigem Zustand an das Westfälische Industriemuseum nach Dortmund verkauft.

Nixe. 1939, Nobiskrug GmbH, Rendsburg / Werft Dresden-Uebigau, Dresden, DSD, a Bereisungs- u. Inspektionsboot, nun MusS, 24,3 m, 2 x 3ZV, KF. – Bem: War bis 1941 als Dienstschiff in Haldensleben/Mittellandkanal stationiert. Nach einem kriegsbedingten Einsatz in Frankreich kam der Dampfer später wieder nach Deutschland zurück, und zwar an das Wasser- und Schiffahrtsamt Hitzacker/Elbe. Im Jahre 1977 wurde das Schiff nach seiner Ausserdienststellung nach Holland verkauft, von wo es Mitte der achtziger Jahre in betriebsfähigem Zustand durch das Westfälische Industriemuseum erworben wurde.

Phenol. 1904, N.V. Wilton's Maschinefabrik en Scheepswerf, Schiedam/Niederlande, SD, a Binnentankschiff, nun aD, 43,5 m, 3ZV-Diagonal-Maschine, KF. – Das Schiff stand bis 1954 auf Wasserstrassen im Einzugsgebiet des Niederrheins in Betrieb, zuletzt in Belgien. Mitte der achtziger Jahre wurde der Dampfer in verwahrlostem Zustand vom Westfälischen Industriemuseum übernommen und nach Dortmund überfuhrt. Das Schiff wird derzeit restauriert, doch ist ungewiss, ob es wieder in einen betriebsfähigen Zustand kommen wird.

Tenier (ex «Ville de Liège», ex «No 1» ev. «No 2»). 1909, Piet Smit Jr, Rotterdam/Niederlande, SD, a Schl, nun MusS jedoch aD, 20,2 m, 2ZV, KF. – Bem: Fuhr als Binnenschlepper zuerst auf dem Rhein, dann von 1914 bis in die sechziger Jahre vorwiegend auf belgischen, aber auch auf niederländischen und deutschen Wasserstrassen. Nach seiner Ausserdienststellung und längerer Liegezeit  kam das Boot 1975 nach Holland, wurde jedoch erst 1984 restauriert und als Privatdampfer wieder unter Dampf gesetzt. 1986 wurde das Schiff in betriebsfähigem Zustand an das Westfälische Industriemuseum verkauft.

Waren (Müritz)

Europa. 2005, Porta Odra Werft, Stettin (Maschine von ca. 1925 vermutlich von Klawitter & Steimig, Danzig), SD, Pass, 36 m, 217 Pass, 2ZV, OeF, E: Weisse Flotte Müritz GmbH, Waren. – Bem: Das Schiff kann alternativ auch mit einem dieselelektrischen Motor angetrieben werden. Es wird von Waren aus sowohl für öffentliche Passagierfahrten als auch für Charters eingesetzt. Die «Europa» ist wohl das erste in Europa neu erbaute Dampfschiff für kommerzielle Fahrgastschiffahrt seit dem Ende der sogenannten Dampferära; beendet wurde diese Epoche 1961 mit dem Bau von noch 9 grossen Passagier-Fährdampfern in Glasgow/GB für deren Betrieb in Istanbul – Schiffe, welche inzwischen alle aD gekommen und teils bereits verschrottet sind.

Wilhelmshaven (Nordsee)

Kapitän Meyer. 1950, Werft Seebeck, Bremerhaven (Maschine von 1944), DSD, a Tonnenleger, nun MusS, 52 m, 70 Pass, 2 x 3ZV, OeF, E: Seglerkameradschaft «Klaus Störtebeker» eV, Wilhelmshaven. – Bem: War bis 1983 Tonnenleger mit Heimathafen Tönning. Nach Ausserdienststellung wurde das Schiff im Jahr 1984 vom heutigen Eigner übernommen und 1986 als Museumsschiff wieder in Betrieb gebracht. Nebst Charterfahrten macht der Dampfer, welcher Gäste-Schlafkabinen besitzt, auch vereinzelt öffentliche Passagierfahrten.

Register

Einleitung (Deutsch) / Introduction (English)
AbkürzungenAbbrevations



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