Internationales Dampfschiff-Register
Steamboat Register

Verfasser/Editor: Max Kuhn, Interlaken, Schweiz/Switzerland



Verzeichnis der in Europa, Afrika, Australien/Neuseeland und Nordamerika
noch existierenden Dampfschiffe
List of Steamboats still existing in Europe, Africa, Australia/New Zealand and North America


Österreich / Austria

Gmunden (Traunsee)

Gisela. 1870, Ruston, Werft Florisdorf bei Wien / Prager Maschinenbau AG, Prag, RD, Pass, 48,8 m, 300 Pass, osz 2ZV, OeF, E: Gesellschaft der Freunde der Stadt Gmunden, Gmunden, Betreiber: Traunsee-Schiffahrt, Inhaber Karl-Heinz Eder, Gmunden.– Bem: Von 1871 bis 1980 stand der schmucke Raddampfer «Gisela» ununterbrochen auf dem Traunsee in Betrieb. Das Schiff besass ursprünglich eine oszylierende 2ZZw-Maschine, die im Jahr 1939 auf das Verbundsystem umgebaut wurde. Als die Schiffahrtsunternehmung Ende der siebziger Jahre neue Sicherheitsauflagen der staatlichen Aufsichtsorgane aus wirtschaftlichen Gründen nicht erfüllen konnte, musste der Dampfer im Jahr 1980 aus dem Verkehr zurückgezogen werden und es drohte dessen Verschrottung. Aufgrund einer Rettungsaktion, die von der heutigen Eignerin an die Hand genommen und von weiten Bevölkerungskreisen getragen wurde, gelang es, die nötigen Mittel zu einer Sanierung der «Gisela» zu beschaffen. So kam der Dampfer nach einer gründlichen Restauration im Jahre 1986 wieder in Fahrt. Allerdings wird das Schiff trotz der inzwischen noch erfolgten Umstellung auf Ölfeuerung und dem Einbau einer elektronischen Ruderanlage nur zurückhaltend im Liniendienst eingesetzt, nämlich in der Regel nur während der Hauptsaison bei schönem Wetter an Wochenenden.

Hard (Bodensee)

Hohentwiel. 1913, Escher-Wyss & Cie, Zürich, RD, Pass, 56,8 m, 700 Pass, 2ZV, OeF, E: Verein Internationales Bodenseeschiffahrtsmuseum e.V, Lindau (Deutschland). – Bem: Stand bis 1962 im Dienst der deutschen Bodenseeflotte, betrieben zuletzt durch die Deutsche Bundesbahn. Dabei ist das Schiff im Jahre 1933 durch einen Umbau verändert worden, indem an der Schale Stabilitätswulste angebracht sowie die Aufbauten vollständig erneuert und modernisiert worden sind. Nach seiner Ausmusterung diente das Schiff in Bregenz als Klublokal einer Segler-Vereinigung und zeitweilig auch als Restaurant. Schliesslich «vergammelte» der alte Dampfer zum Wrack. Die Rettungsaktion und spätere Restaurierung der «Hohentwiel», welche im Jahr 1984 von Dampferfreunden und Politikern der Anrainerstaaten des Bodensees an die Hand genommen und nach sechs Jahren erfolgreich abgeschlossen wurde, grenzt denn auch an ein wahres Wunder. Damit besitzt der Bodensee seit 1990 wieder einen Dampfer, welcher übrigens nach den Plänen von 1913 stilgerecht restauriert worden ist. Allerdings war 1990 keiner der bestehenden Schiffahrtsbetriebe des Bodensees bereit, den Dampfer in seinen Liniendienst aufzunehmen. Der Schiffahrtseigner der «Hohentwiel», dem es ursprünglich nur um die Wiederherstellung und Erhaltung des Dampfers gegangen war, sah sich deshalb veranlasst, auch dessen Fahrbetrieb in eigener Verantwortung zu übernehmen. Die «Hohentwiel» macht deshalb nach einem speziellen Jahresfahrplan nur sogenannte Sonderfahrten. Fahrplan und Billets können bei einer Schiffahrtsagentur in Konstanz oder auf dem Schiff selbst bezogen werden.

Klagenfurt (Wörthersee)

Thalia (ex Klagenfurt, ex Thalia). 1909, Dresdner Maschinenfabrik & Schiffswerft AG, Dresden/Uebigau, SD, Pass, 38,5 m, 400 Pass, 2ZV, OeF, E : Stadtgemeinde Klagenfurt. – Bem: Stand bis 1970 auf dem Wörthersee in Betrieb, Nach Ausserdienststellung des Dampfers konnten Bürgerinitiativen vorerst die vorgesehene Verschrottung verhindern und schliesslich auch die Restaurierung und Wiederinbetriebnahme des Schiffes veranlassen. Seit dem Jahr 1988 ist die «Thalia» wieder in Fahrt und wird in der Sommersaison im täglichen Linienverkehr auf dem Wörthersee von Klagenfurt nach Velden eingesetzt.

Linz (Donau)

Schönbrunn. 1912, Werft Altofen, Budapest, RD, Pass, 74,6 m, 900 Pass, 2ZV, OeF, E: Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte, Linz. – Bem: Die «Schönbrunn» stand bis 1988 im Fahrdienst der traditionsreichen l. Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft (DDSG), die von 1823 hinweg bis in unsere Zeit den Passagier- und Güterverkehr auf der Donau beherrscht hat. Dabei ist die «Schönbrunn» zur Hauptsache auf der oberen Donau, nämlich auf den Strecken Wien–Passau und Wien–Budapest eingesetzt worden. Bei einem Umbau des Dampfers wurden 1985 leider die Schlafkabinen des bisher für Mehrtagesfahrten bestimmten und geeigneten Schiffes entfernt. Dieses war von da an nur noch für Tages- und Rundfahrten geeignet, was sich im Betrieb als äusserst unwirtschaftlich erwies. Jedenfalls sah sich die DDSG im Jahr 1989 veranlasst, den Dampfer trotz seines guten Erhaltungszustandes aus dem Fahrdienst zurückzuziehen. Von 1989 hinweg wurde das Schiff deshalb nur noch als fest vertäutes Spielcasino in Budapest verwendet, konnte aber immerhin noch mit eigener Kraft zu Revisionsarbeiten nach Wien fahren. Im Jahr 1994 kam das Schiff definitiv zurück nach Österreich, liegt jedoch seither in Linz. Bekanntlich ist die alte DDSG inzwischen zusammengebrochen und deren Schiffspark musste liquidiert werden. Dabei wurde die unter Denkmalschutz stehende «Schönbrunn» vom obenerwähnten Verein übernommen. Der Dampfer wurde hierauf restauriert und kam im Jahr 2001 wieder in Betrieb, vorerst für Rundfahrten ab Linz.

Wien (Donau)

Frédéric Mistral (ex «Columbia»). 1914, Werft Schipper & Van Dongen, Gertruidenberg/NL / I. A. Kreber, Vlaardingen/NL, SD, a Schl, nun MusS jedoch aD, 60 Pass,  26,4 m, 3ZV, OeF. E: Franz Scheriau, Wien. – Bem: Der ursprünglich unter ungarischer Flagge fahrende Donauschlepper kam 1918 als Kriegsbeute an Frankreich und diente fortan der französischen Donau-Schiffahrtsgesellschaft SFND auf der unteren Donau und vorübergehend von 1943 bis Kriegsende auch der österreichischen Donau-Dampfschiffahrtsgesellschaft (DDSG). Nach seiner Ausserdienststellung im Jahr 1997 wurde das Schiff' schliesslich vom heutigen Eigner übernommen und 1998 nach Wien überführt. Hier wurde das Schiff restauriert und ist  im Jahr 2001 als Museumsschiff wieder in Fahrt gekommen, kam jedoch 2002 wegen Kesselproblem erneut aD.

Pascal (ex «Leine», ex «Bertha Anna», ex «West Havelland»). 1907, Gebr. Wiemann, Brandenburg/D, SD, aSchl, nun MusS, noch aD, 21,8 m, 2ZV, 0eF. E: Franz Scheriau, Wien. – Bem: Der Schlepper stand ursprünglich im Gebiet von Plaue/Brandenburg im Einsatz, kam jedoch bereits 1916 auf die Donau. Gleich wie die «Frédéric Mistral» wurde auch dieses Schiff 1918 im Gefolge des Krieges von der französischen Donau-Schiffahrtsgesellschaft SFND übernommen und bis zu seiner Ausserdienststellung im Jahr 1992 auf der unteren Donau eingesetzt. Zusammen mit der «Frédéric Mistral» wurde die «Pascal» schliesslich vom heutigen Eigner erworben und 1998 nach Wien überführt. Auch dieses Schiff soll hier restauriert werden.

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Einleitung (Deutsch) / Introduction (English)
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