Internationales Dampfschiff-Register
Steamboat Register

Verfasser/Editor: Max Kuhn, Interlaken, Schweiz/Switzerland



Verzeichnis der in Europa, Afrika, Australien/Neuseeland und Nordamerika
noch existierenden Dampfschiffe
List of Steamboats still existing in Europe, Africa, Australia/New Zealand and North America


USA

In den Vereinigten Staaten, nämlich auf dem Hudson River zwischen New York und Albany, konnte 1807 erstmals ein Dampfschiff erfolgreich in Betrieb gesetzt werden: Es war dies der vom Engländer Robert Fulton gebaute Seitenraddampfer «Clermont». Während über hundert Jahren haben später unzählige Dampfschiffe den wirtschaftlich bedeutungsvollen Verkehr auf den langen Flüssen, auf den Grossen Seen und entlang der Küsten Nordamerikas bewältigt. Das Bild der alten Mississippi-Heckraddampfer mit ihren beiden markanten Schornsteinen ist ja auch heute noch überall gegenwärtig. Um so mehr erstaunt es, dass in den USA und in ganz Nordamerika nur ganz wenige alte Dampfschiffe erhalten geblieben sind.

Zu einem guten Teil ist dies die Folge von gesetzlichen Vorschriften, die 1964/65 unter dem Eindruck einer Brandkatastrophe auf einem Passagierschiff an der Atlantikküste sowohl in den USA als auch in Kanada erlassen wurden: Mit diesen neuen Vorschriften wurden Schlafkabinen und damit Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste auf Schiffen mit Holzaufbauten grundsätzlich untersagt. Dies bedeutete aber für die meisten alten Dampfer deren Ende, besassen sie doch fast ausnahmslos Holzaufbauten und waren für Mehrtagesfahrten mit Übernachtungsmöglichkeiten an Bord eingerichtet. Die meisten in den sechziger Jahren noch vorhandenen Dampfer sind deshalb innert kurzer Zeit abgebrochen worden oder haben nur als stationäre Museumsschiffe überlebt. In Betrieb blieben bis heute einzig solche Schiffe aus der «Dampferära», die entweder von Anfang an Metallaufbauten besassen oder die nur dem Tagesverkehr dienen. Eine schöne Ausnahme machte hier allerdings bis vor kurzem der auf dem Mississippi und seinen Nebenflüssen fahrende Heckraddampfer «Delta Queen». Trotz seiner Holzaufbauten durfte dieser Kabinendampfer mit Jahrgang 1926 als historisches Objekt von nationaler Bedeutung mehrtägige öffentliche Passagierfahrten ausführen – dies aufgrund einer staatlichen Sonderbewilligung und nach dem Einbau besonderer Brandschutzeinrichtungen. Diese Sonderbewilligung wurde dem Schiff jedoch entzogen, womit zirka 2005 dessen endgültige Stillegung herbeigeführt wurde. Im Zuge der heutigen Nostalgie sind in den USA in jüngster Zeit aber auch einige, den geltenden Vorschriften entsprechende Passagierdampfer neu gebaut worden, meist im Stil der alten Mississippi-Dampfer und unter Verwendung noch vorhandener Maschinen abgebrochener Schiffe. Der zuletzt gebaute Dampfer, die «American Queen», trägt die Jahrzahl 1995!

Anaheim / CA (künstlicher See im Walt-Disney-Land)

Mark Twain. 1955, Todd Shipyards Corp., Los Angeles Division, San Pedro/CA / Walt Disney Production, Heck-RD, Pass, 33 m, 400 Pass, 2ZZw, OeF, E: Disneyland, a Division of Walt Disney Production, Burbank/CA. – Bem: Es handelt sich um eine freie Nachbildung eines alten Mississippi-Dampfers. Das Schiff ist nicht frei steuerbar, sondern macht seine täglichen Rundfahrten entlang eines im Wasser liegenden festen Geleises.

Baltimore / MD (Hafengebiet und Chesepeake Bay)

Baltimore. 1906, Skinner Shipyard and Drydock Co, Baltimore/MI, SD, a Schl, nun MusS, jedoch aD, 26,7 m, 36 Pass, 2ZV, KF, E: Baltimore Museum of Industry, Baltimore/MI. – Bem: Diente bis 1959 in Baltimore als Schlepper und anschliessend bis 1963 noch als Dienstboot der dortigen Hafenbehörden. Hierauf ging das Schiff in Privatbesitz über und wurde als Ausflugsboot verwendet. Im Jahr 1981 kehrte der Dampfer in verwahrlostem Zustand nach Baltimore zurück, wo er vom neuen heutigen Eigner restauriert wurde. Von 1985 an wurde das Schiff für Charterfahrten und gelegentliche öffentliche Rundfahrten eingesetzt, ist derzeit wegen neu anstehenden Reparaturen wieder aD.

John W. Brown. 1942, Bethlehem Fairfield Shipyard, Baltimore, SD, a Hochseetransporter der Marine (sogenanntes Liberty Ship), nun MusS, 128,8 m, 700 Pass, 3ZV, OeF, E: Staat USA; Betreiber: Project Liberty Ship Inc, Baltimore. – Bem: Bei der «John W. Brown» und der in San Francisco stationierten «Jeremiah O'Brien» handelt es sich um die beiden letzten in fahrfähigem Zustand erhaltengebliebenen «Liberty Ships». Diese beiden Dampfer gehörten zu einer Serie von insgesamt 2751 (!) Einheiten, die in den USA von 1941 bis 1945 von den verschiedensten Firmen nach gleichen Plänen erbaut worden sind und für den militärischen Einsatz im 2. Weltkrieg bestimmt waren. Die «John W. Brown» diente denn auch von 1943 bis 1946 zum Transport von Truppen und von Kriegsmaterial nach Europa und zurück in die USA sowie zu Transportaufgaben zwischen Grossbritannien und der Normandie. Nach dem Krieg wurde der Dampfer noch bis 1982 in New York als Marineschulschiff verwendet. Bemühungen, dieses noch weitgehend im Originalzustand mit seiner Kriegsausrüstung erhaltene und damit historisch repräsentative Schiff zu bewahren, hatten Erfolg. So gelangte der Dampfer im Jahr 1988 als Museumsschiff nach Baltimore, wo notwendige Restaurationsarbeiten ausgeführt wurden. Seit 1991 macht der Dampfer von Baltimore aus in jedem Jahr einige öffentliche Passagierfahrten.

Dearborn / MI (künstlicher See im Greenfield Village / Henry Ford Museum)

Suwanee. 1989, Henry Ford Museum, Dearborn (Maschine von 1927 von Ford aus einem Schiff gleichen Namens), Heck-RD, Pass, 18,3 m, 60 Pass, 2ZZw, KF, E: Henry Ford Museum & Greenfield Village, Dearborn. – Bem: Der Dampfer hat ein 1927 für den Suwanee River/FL erbautes Schiff ersetzt, welches allerdings 1935 neue Aufbauten im Stil eines Mississippi-Dampfers erhalten hatte und erst in den fünfziger Jahren nach Dearborn gelangt war. Der 1989 originalgetreu dem alten Schiff nachgebaute Dampfer wird weiterhin mit der alten Maschine angetrieben. Während der Öffnungszeiten von Park und Museum macht das Schiff regelmässig Rundfahrten.

Excelsior / Minneapolis/MN (Lake Minnetonka)

Minnehaha. 1906, Twin City Rapid Transit Comp, Minneapolis/St. Paul (Ersatzmaschine unbekannten Jahrganges und Erbauers, eingebaut 1994), SD, Pass, 21,3 m, 3ZV, KF. – Bem: War bis 1926 mit weiteren Dampfern auf dem Lake Minnetonka in Betrieb. Nachdem der reguläre Schiffsverkehr in diesem Jahr eingestellt worden war, wurde die «Minnehaha» auf einer Insel (Big Island) abgestellt, wo das Schiff verrottete und später an seinem Liegeplatz sank. Erst 1979/80 wurde das Schiff wieder entdeckt und von Dampferfreunden gehoben und konserviert. Seit anfangs der neunziger Jahre waren Restaurationsarbeiten im Gang um den Dampfer wieder fahrtüchtig zu machen; diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen und seit 1996 steht der Dampfer wieder in Betrieb.

bei Fredericksburg/Texas (Colorado River und Nebenflüsse)

Rio Colorado. 1997, Scripps Foundry &  Machine Works, Fredericksburg/Texas, Heck-RD, Pass, 13,1 m, 2ZZw, Holz- und OeF, E: Robert P. Scripps, Fredericksburg/Texas. – Bem: Das Schiff liegt in Fredericksburg und wird mit einem grossenTrailer zu Rundfahrten auf die jeweiligen Einsatzgewässer überführt.

Gloucester / MA (Küstengebiet)

Cangarda (ex «Magedoma» ex «Cangarda»). 1901, Werft in Wilmington/Delaware, SD, Pass (Yacht), vermutlich noch aD, 42,7 m, 3ZV, OeF, E : Dick Reedy, Gloucester. – Bem: Ist seit vielen Jahren aD, Restauration und Wiederinbetriebnahme fraglich.

Bei Grand Rapids / OH (Maumee River)

Shawnee Princess. 1970, Werft in Cincinnati/OH, Heck-RD, Pass, 14,8 m, 30 Pass, 2ZZw, OeF, E: Grand Rapids Steamboat Excursion Lines, Toledo/OH . – Bem: Das Schiff, erbaut im Stil eines Mississippi-Dampfers, hat in der Sommersaison an Wochenenden öffentliche Passagierfahrten gemacht. Nun ist das Schiff zum Verkauf ausgeschrieben.

La Crosse / WI (Mississippi R.)

Julia Belle Swain. 1971, Dubuque Boat & Boiler Co, Dubuque/Iowa (Maschine von 1916 von Gillet & Eaton des Fährdampfers «City of Baton Rouge»), Heck-RD, Pass, 32,9 m, 400 Pass, 2ZZw, OeF, E: Robert Kalhagen, La Crosse/WI. – Bem: Das im Stil eines alten Mississippi-Dampfers neu erbaute Schiff – enthaltend auch eine Dampforgel – macht während der Sommersaison auf dem Mississippi Tagesrundfahrten. Seinen Heimathafen und Ablegeplatz hatte das Schiff während längeren Jahren in Davenport und später noch in Clinton/Iowa; nach einem Eignerwechsel macht das Schiff seine Rundfahrten neuerdings ab La Crosse/WI.

Lake Geneva / WI (Lake Geneva)

Louise. 1902, Racine Boat Works, Racine/WI (Ersatzmaschine von 1926 von Plenty & Sons, Newbury/Grossbritannien, eines britischen Hafendienstbootes, eingebaut ca. 1977), SD, a PrivD, nun Pass, 22,9 m, 90 Pass, 2ZV, OeF, E: Gage Marine Corp, Williams Bay/WI . – Bem: Bis in die dreissiger Jahre wurde das Schiff auf dem Lake Geneva als private Dampfyacht verwendet. Hierauf ging das Boot an eine Transportunternehmung über, welche die Dampfmaschine durch einen Benzinmotor ersetzte. Die «Louise» wurde bis 1965 auf dem Lake Geneva für öffentliche Rundfahrten eingesetzt. In den siebziger Jahren wurde das verwahrloste Schiff von Dampferfreunden erworben, restauriert und mit einer britischen Ersatzdampfmaschine ausgerüstet. Seit 1978 steht das Schiff wieder unter Dampf und wird in der Sommersaison sowohl für Charterfahrten als auch für gelegentliche öffentliche Rundfahrten verwendet.

Lake George Village / NY (Lake George)

Minne-Ha-Ha. 1969, Eigenbau der Lake George Steamboat Co, Lake George Village / Semple Engine Comp, St. Louis/MO, Heck-RD, Pass, 31,4 m, 300 Pass, 2ZZw, OeF, E: Lake George Steamboat Co, Lake George Village/NY. – Bem: Das Schiff – enthaltend eine Dampforgel – führt während der Sommersaison ab Lake George Village tägliche Rundfahrten aus .

Louisville / KY (Ohio R.)

Belle of Louisville (ex «Avalon», ex «Idlewild»). 1914, James Rees & Sons Co, Pittsburgh/PA (Maschine von ca. 1880 eines unbekannten Erbauers), Heck-RD, Pass, 51,l m, 1153 Pass, 2ZZw, OeF, E: City of Louisville u. Jefferson County Fiscal Court, Louisville. – Bem: Bei der «Belle of Louisville» handelt es sich um den einzigen und letzten noch erhaltenen Dampfer aus der klassischen Zeit der Mississippi-Schiffahrt. Allerdings erinnert wenig mehr an seinen Ursprungszustand, wurde das Schiff doch verschiedentlich erneuert und umgebaut. So wurden die originalen Holzaufbauten bereits in den vierziger Jahren durch solche aus Metall ersetzt, welche bei einem erneuten umfassenden Umbau im Jahr 1968 ihrerseits einer anderen Konstruktion weichen mussten. Ausserdem wurde der Dampfer 1968 verlängert und verbreitert, wobei die für Mehrtagesfahrten bestimmten Gäste-Schlafkabinen grösstenteils entfernt wurden; das Schiff eignet sich deshalb heute nur noch für Tagesausflüge oder Rundfahrten. Bis in die zwanziger Jahre diente der Dampfer unter dem Namen «Idlewild» und mit Heimathafen Memphis dem damals gängigen Transport von Passagieren, Waren und Vieh auf dem Mississippi. Als das Transportwesen zunehmend auf die Strasse abwanderte, wurde der Dampfer von Memphis und später von New Orleans und St. Louis aus als Ausflugsschiff verwendet. Nach einem kriegsbedingten Einsatz als Schlepper für Ölkähne während der Jahre 1940 bis 1947 kam das Schiff nach Cincinnati, von wo aus es viele Jahre unter dem neuen Namen «Avalon» auf der ganzen Länge des Mississippi und seiner Nebenflüsse mehrtägige Touristenfahrten ausführte. 1962 kam der Dampfer schliesslich in den Besitz der heutigen Eigner und fand in Louisville neuen Heimathafen und neuen Namen. Mit dem Umbau von 1968 erhielt das Schiff sein heutiges Aussehen. Es wird während der Sommersaison regelmässig für kürzere Tages- und Abendrundfahrten eingesetzt, wobei auch seine Dampforgel entzückt.

Ludington / MI (Lake Michigan)

Badger. 1953, Chrity Corp, Sturgeon Bay/WI / Skinner Engine Co, Erie/PA, DSD, a Eisenbahn-, Auto- und Passagierfährschiff, nun Pass, 120 m, 500 Pass, 2 x je 4 mit Gleichstrom verbundene 2Z-Stapelverbundmaschinen (System Unaflow), KF, E: Michigan–Wisconsin Transportation Co. – Bem: Stand bis vor wenigen Jahren noch im Einsatz als Fährschiff über den Lake Michigan zwischen Ludington und Kewaunee. Heute wird der Dampfer nur noch für Passagierfahrten zwischen Ludington und Manitowoc verwendet.

Mayville / NY (Lake Chautauqua)

Chautauqua Belle.1976, Eigenbau des früheren Eigners Jim Webster, Mayville/NY / Harry McBride, Heck-RD, Pass, 19,8 m, 122 Pass, 2ZZw, OeF, E: Chautauqua Lake Historic Vessels Comp, Mayville/NY . – Bem: Das Schiff, erbaut im Stil eines Mississippi-Dampfers, macht in der Sommersaison tägliche Rundfahrten ab Mayville.

Mystic / Conn (Mystic River)

Sabino (ex «Tourist»). 1908, H. Irving Adams, East Boothbay/MA, SD, Pass, 17,4 m, 100 Pass, 2ZV, KF, E: Mystic Seaport Museum Inc, Mystic. – Bem: Bis 1958 stand der Dampfer im Staate Maine auf verschiedenen Flüssen und zuletzt in der Casco Bay im Passagierfährdienst. Hierauf kam das Schiff auf Gewässer im Staat Massachusetts, wo es von privaten Eignern als Ausflugsboot verwendet wurde. Im Jahre 1973 konnte der hübsche Dampfer schliesslich vom Mystic Seaport Museum erworben werden und macht seither im Sommerhalbjahr während den Öffnungszeiten des Museums tägliche Rundfahrten.

New Orleans / LA (Mississippi R.)

Natchez. 1975, Bergeron Shipyard, Brathwaite/LA (Maschine von 1925 des Dampfschleppers «Clairton»), Heck-RD, Pass, 80,8 m, 1600 Pass, 2 x 2Z-Tandem-Verbund-Maschinen, OeF, E: New Orleans Steamboat Co, New Orleans. – Bem: Das im Stil eines alten Mississippi-Dampfers erbaute Schiff macht während dem ganzen Jahr, ausgenommen die Zeit für notwendige Revisionsarbeiten, von New Orleans aus tägliche Rundfahrten auf dem Mississippi. Mit der weithin hörbaren Dampforgel werden Gäste zu solchen Fahrten eingeladen.

Von New Orleans / LA und von anderen am Mississippi und an dessen Nebenflüssen gelegenen Städten aus (Mississippi R, Ohio R, Cumberland R, Tennessee R, und Arkansas R.)

Die zwei grossen, mit Schlafkabinen versehenen Heckraddampfer stehen über das ganze Jahr auf dem Mississippi von New Orleans bis St. Paul sowie auf Nebenflüssen des Mississippi in Betrieb. Es werden Fahrten von drei- bis zwölftägiger Dauer angeboten, wobei ein Jahresfahrplan Auskunft gibt über die Fahrrouten der einzelnen Schiffe und die entsprechenden Ein- und Ausstiegsorte. Jedes Schiff besitzt eine Dampforgel, mit welcher Landungsplätze begrüsst und verabschiedet werden. E beider Dampfer?

American Queen.
1995, McDermott Shipyard, Morgan City/LA (Maschine von ca. 1930 eines unbekannten Erbauers, stammend aus dem Marine-Baggerschiff «Kennedy»), Heck-RD, Pass (mit Kabinen), 127,4 m, 436 Kabinenplätze, 2 x 2Z-Tandem-Verbund-Maschinen, OeF. – Bem: Die neu erbaute und mächtige «American Queen» hat mehr den Charakter eines schwimmenden modernen Hotels als denjenigen eines Dampfers. Nebst dem mit einer Dampfmaschine angetriebenen Heckrad besitzt das Schiff denn auch noch zwei Schrauben, welche mit Dieselmotor angetrieben werden; für den Normalbetrieb wäre das Heckrad der «American Queen» auch zu klein und zu schwach. Das Schiff kann somit wahlweise mit Heckradantrieb, mit Schraubenantrieb oder mit beiden Anlagen zugleich fahren.

Mississippi Queen. 1976, Jeffboat Inc, Jeffersonville/Ind / Pine Tree Engineering Co, Brunswick/MA, Heck-RD, Pass (mit Kabinen), 116,4 m, 414 Kabinenplätze, 2 x 2Z-Tandem-Verbund-Maschinen, OeF. – Bem: Ähnlich wie die «American Queen» wirkt auch die ältere «Mississippi Queen» mehr als schwimmendes Hotel denn als ein Dampfschiff. Trotzdem – es ist ein echter Dampfer. Bei der Dampfmaschine handelt es sich um einen Neubau, welcher allerdings nach den Plänen für die Maschine des früheren Dampfschleppers «Jason» von 1925 erstellt wurde.

Orlando / FL (Lake Buena Vista, ein künstlicher See in Walt Disney World)

Liberty Belle (ex Richard F. Irvine). 1973, Werft in Sarasota/FL / Walt Disney Production, Heck-RD, Pass, 30,5 m, 400 Pass, 1Z, OeF. E: Walt Disney World, Orlando/FL. – Bem: Es handelt sich um die freie Nachbildungen eines alten Mississippidampfers. Das Schiff ist nicht frei steuerbar, sondern es macht seine täglichen Rundfahrten entlang eines im Wasser versenkten festen Geleises.

Portland / OR (Columbia River)

Portland. 1947, Northwest Iron Works, Heck-RD, a Schl, nun MusS jedoch aD, 66,7 m, 2ZZw, OeF, E: Oregon Maritime Center and Museum, Portland/OR . – Bem: War als Schlepper im Dienst auf dem Willamette River und im Hafen von Portland bis 1981(!). Nach seiner Ausserbetriebstellung bemühten sich Dampferfreunde um die Erhaltung dieses Schiffes und konnten mit Unterstützung weiterer Institutionen dessen Restauration ermöglichen. Ab 1994 war der Dampfer wieder betriebsfähig, durfte jedoch wegen Sicherheitsvorschriften nur für private und nicht für allgemein zugängliche Passagierfahrten verwendet werden. Inzwischen kam das Schiff erneut aD.

Sacramento / CA (Sacramento River)

Elizabeth Louise. 1984, erbaut bei Sacramento nach Plänen von Harold Wilmunder, Carmichael/CA (Maschine von Haslup, Wheeling/West Virginia, vom Dampfschlepper «Detroiter», Baujahr unbekannt), Heck-RD, Pass, 44 m, 400 Pass, 2ZZw, OeF, E: Harald Wilmunder, Carmichael b. Sacramento/CA. – Bem: Das Schiff wurde im Stil der alten Westküstendampfer erbaut. Es wird derzeit vorwiegend für Charterfahrten eingesetzt.

San Diego / CA (Küstengebiet)

Medea (ex «Corneille», ex «Medea»).1904, Alexander Stephen & Sons, Glasgow/Grossbritannien, SD, a PrivD (Hochsee-Dampfyacht) sowie Dienstschiff, nun MusS, 33,4 m, 2ZV, OeF, E: San Diego Maritime Museum, San Diego. – Bem: Das Schiff ist als private Hochsee-Yacht gebaut worden und stand bis 1971 im Besitze verschiedener britischer, französischer und schwedischer Eigner. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg wurde der Dampfer als Dienstschiff für Operationen der französischen und britischen Marine zur Verfügung gestellt. Im Jahre 1971 kam das Schiff schliesslich in die USA und später nach San Diego in den Besitz des dortigen Schiffahrtsmuseums. Es wird allerdings nur für gelegentliche Privatfahrten von Vereinsmitgliedern eingesetzt; immerhin kann der Dampfer als schwimmendes Museumsobjekt besichtigt werden.

San Francisco / CA (San Francisco Bay)

Eppleton Hall. 1914, Hepple & Co Ltd, South Shields/Grossbritannien, RD, a Schl, nun MusS, jedoch aD, 30,6 m, 2 x 1Z-Balanciermaschinen, OeF, E : San Francisco Maritime Museum, San Francisco . – Bem: Der Dampfer «Eppleton Hall» war bis ca. 1967 als Schlepper auf britischen Flüssen und Hafenanlagen im Dienst. Nach anschliessendem Stillager wurde das Schiff vom heutigen Eigner erworben und nach erfolgter Restauration 1970 mit eigener Kraft (!) über den Atlantik nach San Francisco überführt. Seither wird das Schiff als stationäres Museumsobjekt präsentiert, wurde bis vor einigen Jahren aber auch für gelegentliche nichtöffentliche Sonderfahrten eingesetzt. Derzeit ist der Dampfer allerdings wegen anstehenden Renovationsarbeiten nicht mehr in einem fahrfähigen Zustand. Die Maschine kann in der Mitte der Radwelle getrennt werden, so dass sich nach Bedarf jedes Rad einzeln, nämlich mit einem eigenen Maschinenteil bewegen lässt. Eine gleiche Maschine besass der englische Schleppdampfer «Reliant», welcher als stationäres Museumsschiff im National Maritime Museum von London ausgestellt ist.

Hercules. 1907, John H. Dialogue & Son, Camden/NJ, SD, a Schl, nun MusS, 45,7 m, 3ZV, OeF, E : San Francisco Maritime Museum, San Francisco. – Bem: War von 1908 bis 1924 im Dienst als Hochseeschlepper an der Westküste der USA, wobei vor allem Holz transportiert wurde. Von 1924 bis 1962 diente der Dampfer dann in der San Francisco Bay als Schlepper von Eisenbahn-Fährbarken der Western Pacific Railroad Comp. Hierauf kam das Schiff aD und gelangte nach verschiedenen Eignerwechseln 1975 in den Besitz des San Francisco Maritime Museum. Nach umfassender Restauration befindet sich der alte Schlepper seit anfangs der neunziger Jahre wieder in einem betriebsfähigen Zustand. Er liegt zur Besichtigung im Museumshafen von San Francisco, wird jedoch für gelegentliche Sonderfahrten auch unter Dampf gesetzt.

Jeremiah O'Brien. 1943, New England Shipbuilding Co, Portland/MA, SD, a Hochseetransporter der Marine (sogenanntes Liberty Ship), nun MusS, 127,3 m, 700 Pass, 3ZV, OeF, E: Staat USA; Betreiber: National Liberty Ship Memorial Inc, San Francisco. – Bem: Bei der «Jeremiah O'Brien» und der in Baltimore stationierten «John W. Brown» handelt es sich um die beiden letzten in fahrfähigem Zustand erhalten gebliebenen «Liberty Ships». Diese beiden Dampfer gehörten zu einer Serie von insgesamt 2751 (!) Einheiten, die in den USA von 1941 bis 1945 von den verschiedensten Firmen nach gleichen Plänen erbaut worden sind und für den militärischen Einsatz im Zweiten Weltkrieg bestimmt waren. Die «Jeremiah O'Brien» diente denn auch von 1943 bis 1946 zum Transport von Truppen und von Kriegsmaterial nach Europa und zurück in die USA sowie zu Transportaufgaben zwischen Grossbritannien und der Normandie; ausserdem wurde das Schiff für Fahrten nach Südamerika und Australien eingesetzt. Im Jahr 1946 wurde das Schiff stillgelegt, blieb jedoch weiterhin im Marinehafen der Suisun Bay vertäut. Aufgrund von Bemühungen privater Kreise zur Erhaltung dieses historischen Schiffes und mit staatlicher Unterstützung konnte 1979 die Überführung des Schiffes nach San Francisco und die Restauration veranlasst werden. Seit 1980 kann der Dampfer zu gewissen Zeiten im Hafen von San Francisco besichtigt werden und gelegentlich gibt es auch öffentliche Passagierfahrten. Zur Feier des 50. Jahrestages der Invasion amerikanischer Befreiungstruppen in der Normandie ist die «Jeremiah O'Brien» sogar wieder über den Atlantik nach Europa gefahren, wohl als einziges Schiff, das seinerzeit «Aktivdienst» geleistet hat.

Seattle / WA (Puget Sound)

Virginia V. 1922, Mathew Anderson & Son, 0lalla/WA (Maschine von 1903 von Heffernan Engine Works, Seattle, des Dampfers «Virginia IV»), SD, Pass, 35,3 m, 328 Pass, 3ZV, OeF, E : The Steamer «Virginia V» Foundation Inc, Seattle. – Bem: Das Schiff besorgte bis 1939 den ordentlichen Linienverkehr zwischen Seattle und der am Südende des Puget Sound gelegenen Stadt Tacoma. Dann übernahm die «Virginia V» während einer längeren Periode den Fährdienst nach und entlang der Seattle vorgelagerten Insel Vashon, wurde vorübergehend aber auch im Unterlauf des Columbia River eingesetzt. Nach seiner Ausserdienststellung wurde der Dampfer von einer Liebhabergruppe übernommen und wieder in den alten Zustand zurückversetzt. Nebst Charterfahrten werden derzeit an bestimmten Tagen, vorwiegend an Sonntagen, von Seattle aus öffentliche Rundfahrten durchgeführt.

Register

Einleitung (Deutsch) / Introduction (English)
AbkürzungenAbbrevations



Seitenanfang