Internationales Dampfschiff-Register
Steamboat Register

Nachgeführt / Last Update 23. Juli 2010

Verfasser/Editor: Max Kuhn, Interlaken, Schweiz/Switzerland

Verzeichnis der in Europa, Afrika, Australien/Neuseeland und Nordamerika
noch existierenden Dampfschiffe
List of Steamboats still existing in Europe, Africa, Australia/New Zealand and North America


Einleitung

Im Jahre 1807 gelang es Robert Fulton, auf dem Hudson River in den USA erstmals ein Dampfschiff erfolgreich in Fahrt zu bringen, nämlich den mit einer englischen Maschine ausgerüsteten Raddampfer «Clermont». Demgegenüber hatten in Europa verschiedene und langwierige Versuche beim Bau von Dampfschiffen vorerst noch keinen Erfolg. Erst mit der geglückten Inbetriebnahme des kleinen Radschiffes «Comet» auf dem River Clyde in Schottland gelang im Jahr 1812 auch in Europa der Durchbruch. Die Weiterentwicklung im Dampfschiff- und Dampfmaschinenbau führte dazu, dass das Dampfschiff als neues Verkehrsmittel hierauf rasch Verbreitung fand. So beherrschten die Dampfschiffe bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts einen grossen Teil des Personen- und Güterverkehrs auf den Binnengewässern der alten und neuen Welt. Um die Jahrhundertwende lösten Dampfschiffe aber auch mehr und mehr die grossen Weltensegler ab. Dagegen vermochten sich die Dampfer während langen Jahren gegenüber neueren, mit Dieselmotor angetriebenen Schiffen zu behaupten, weil sich der ums Jahr 1895 erfundene Dieselmotor vorerst nur für kleinere Boote eignete. Dampfschiffe, seien es Rad- oder Schraubendampfer, prägten damit während über hundert Jahren, nämlich bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts, weltweit das Bild der Schiffahrt auf Flüssen, Seen, in Hafenanlagen und auf den grossen Überseerouten.

Eine Umwälzung brachten erst die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Als Folge sowohl der technischen Weiterentwicklung beim Dieselmotorbau als auch des wirtschaftlichen Aufschwunges in den Industrieländern während der Nachkriegsjahre wurden die alten und vertrauten Dampfer, obgleich meist noch betriebsfähig, durch wirtschaftlichere Motorschiffe ersetzt. So verschwanden vorab in den Jahren 1950 bis 1970 – man möchte sagen «über Nacht» – in ganz Europa und auch in andern Kontinenten die meisten Dampfschiffe und Dampferflotten. Wenn trotzdem einzelne Dampfschiffe diese Zeit des allgemeinen «Dampfersterbens» überlebt haben, so wohl nur deshalb, weil entweder besondere lokal oder wirtschaftlich bedingte Umstände den Ersatz eines einzelnen Dampfers oder die vollständige Erneuerung einer ganzen Flotte verzögert oder verhindert haben. In der Folge hat dann das in den siebziger Jahren weitherum erwachte Interesse an der Erhaltung noch existierender Schiffe dazu geführt, dass Dampfer der vorgesehenen Verschrottung entgingen und bis heute in Betrieb geblieben sind. So haben sich einerseits Schiffahrtsunternehmungen entschlossen, alte Dampfer als Publikumsattraktion trotz relativ hoher Betriebs- und Unterhaltskosten im Fahrdienst zu belassen. Anderseits sind auch recht viele ausser Dienst gestel1te Schiffe von Museen, privaten Vereinigungen oder Privatpersonen übernommen und nach erfolgten Restaurationsarbeiten für Sonder-, Charter- oder Privatfahrten wieder in Betrieb gesetzt worden. Damit haben wir das Glück, Dampfschiffen und ihren Maschinen nicht nur in Museen zu begegnen, sondern auch heute noch als lebendige Zeugen einer früheren Epoche unter Dampf und in Fahrt erleben zu dürfen.

Wie überhaupt alle Schiffe, so lassen sich auch die Dampfer entsprechend ihrer Aufgabe in zwei Kategorien aufteilen, nämlich in Passagierschiffe oder Schiffe der «weissen Flotte» und in Arbeitsschiffe oder Schiffe der «schwarzen Flotte». Zu den letzteren gehören insbesondere Lastschiffe, Schlepper, Eisbrecher, Tonnenleger und Dienstboote von Schiffahrtsbehörden. Während erhaltengebliebene Passagierdampfer auch heute noch in aller Regel ihrer ursprünglichen Aufgabe entsprechend für Passagierfahrten eingesetzt werden, trifft dies bei den Arbeitsdampfern nicht mehr zu. Die für den täglichen Einsatz unwirtschaftlich gewordenen alten Arbeitsschiffe sind weltweit ausser Dienst gestellt worden; sie sind der Verschrottung nur dann entgangen, wenn sie von Museen oder Dampferfreunden übernommen wurden, um nach notwendigen Restaurationen und Anpassungen als historische Ausflugsschiffe Verwendung zu finden. Eine Ausnahme machen hier einige immer noch mit Dampfmaschinen angetriebene Lastschiffe auf den Grossen Seen in Nordamerika mit Heimathafen teils in den USA, teils in Kanada. Allerdings fehlen nähere Angaben zu diesen grossen Schraubendampfer.

Die Internet-Version des vorliegenden Dampfschiffregisters basiert auf einer Publikation aus dem Jahres 1995, welche seither nach dem Wissensstand der beiden Verfasser laufend aktualisiert wird. Dabei ist zu diesem Register folgendes zu bemerken:

  • Das Register beschränkt sich auf die Auflistung der in Europa, Afrika, Australien/Neuseeland und Nordamerika noch existierenden Dampfschiffe. Mangels geeigneter Unterlagen und Informationsquellen musste dagegen darauf verzichtet werden, ebenfalls die in Asien und in Südamerika noch existierenden Dampfer einzubeziehen. Dem Vernehmen nach sollen dort allerdings nur noch vereinzelte Dampfschiffe in Betrieb stehen.

  • Es  werden nur Dampfer aufgeführt, welche heute noch in Betrieb sind oder mit deren Wiederinbetriebnahme gerechnet werden darf. Demgegenüber werden Schiffe nicht erwähnt, die zwar noch existieren, deren Wiederinbetriebnahme jedoch nach den ganzen Umständen für absehbare Zeit als ausgeschlossen erscheint, so etwa Dampfer, die als stationäre Museumsschiffe oder fest vertäute Restaurants Verwendung gefunden haben, oder die nur noch als Wracks vorhanden sind. Des weiteren wird darauf verzichtet, kleine, bloss für den Privatgebrauch gebaute und verwendete Dampfboote – in England als «steam launches», bezeichnet – aufzuführen. Aus der eigentlichen «Dampfschiff-Ära», nämlich aus der Zeit um die Jahrhundertwende, sind nur wenige solche Kleindampfer erhalten geblieben; man findet sie vorab noch in England – schöne und kostbare Schiffchen. In jüngerer Zeit werden aber zunehmend solche kleine Dampfboote neu gebaut, so vor allem in Grossbritannien, aber auch in den USA, in nordeuropäischen Ländern, Holland, Deutschland und der Schweiz. Eine Erfassung all dieser privat verwendeten Kleindampfer würde indessen den Rahmen des vorliegenden Registers sprengen.

  • Bei den einzelnen Schiffen werden nur die wesentlichsten baulichen und technischen Daten vermerkt; nach Möglichkeit wird jedoch auch kurz auf ihre Geschichte und ihre Besonderheiten hingewiesen. Ferner werden bei Dampfschiffen, die regelmässig öffentliche Passagierfahrten machen, Einsatzort und -zeit vermerkt – selbstverständlich ohne Gewähr.

Die Verfasser des Registers haben sich um Vollständigkeit und Genauigkeit bemüht. Trotzdem konnte es nicht gelingen, von jedem Schiff alle Daten und die neusten Informationen zu erhalten. Ausserdem ist damit zu rechnen, dass sich bei diesem oder jenem Dampfer kleinere Fehler eingeschlichen haben. Für diese Mängel wird um Verständnis und Nachsicht gebeten. Danken möchte der Verfasser an dieser Stelle aber vor allem den vielen Dampferfreunden im In- und Ausland, die ihnen schon bisher mit ihren wertvollen Auskünften und Abklärungen unterstützt und das Register damit erst möglich gemacht haben,

Register

Einleitung (Deutsch) / Introduction (English)
AbkürzungenAbbrevations



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