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Donnerstag, 3. Februar 2000

Kapitalerhöhung um mindestens 20 Millionen Franken geplant

«Erfolg an der Sponsoring-Front für den geplanten Mystery-Park von Erich von Däniken»

pd/S. Der projektierte «Mystery Park» in Matten bei Interlaken nach den Plänen Erich von Dänikens nimmt laut einer Medienmitteilung sowohl in baulicher als auch finanzieller Hinsicht zunehmend Konturen an. An der nächsten Generalversammlung von Ende April soll eine weitere Kapitalerhöhung um mindestens 20 Millionen Franken beschlossen werden. Wie im weiteren am Donnerstag verlautete, sei soeben ein Testgebäude zur Erprobung neuer Technologien im Bereich des Geländes errichtet worden.

Seit dem 1. November 1999 werden laut Medienmitteilung die Titel der Mystery Park AG an der Telefonischen Börse Bern sowie über die Berliner Börse im Deutschen Freiverkehr gehandelt. Bei einem Nennwert von 10 Franken habe sich der Aktienkurs inzwischen bei guter Nachfrage auf über 20 Franken in Bern und Berlin eingependelt. Aus der Sicht des grössten Aktionärs Helvetic-Star beurteile der Geschäftsführer der Berner Tochterfirma WP-Handel AG, Fritz Ruprecht, die Gewinnentwicklung als sehr gut. Das Vorhaben habe eine gute Wertschöpfung, es sei einerseits für Investoren interessant und schaffe andererseits Arbeitsplätze: «Zurzeit sind intensive Abklärungen mit potentiellen Investoren im Gange.» Im vergangenen Herbst sei die letzte Kapitalerhöhung von einer Millionen auf 5,5 Millionen Franken erfolgreich abgeschlossen worden: «Die auf Wertpapierhandel und Eigenkapital-Finanzierung spezialisierte WP-Handel AG hatte die 450'000 Aktien fest zum Nennwert von zehn Franken übernommen und anschliessend zu elf Franken pro Stück weiterverkauft.»

Testgebäude errichtet

Die Projektierung des «Mystery Parks», dessen Eröffnung für April 2002 vorgesehen sei, kommt laut Medienmitteilung termingerecht voran: «Die Verhandlungen mit dem Bundesamt für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) betreffend Landerwerb auf dem Areal des Flugplatzes Matten bei Interlaken sind weit vorangeschritten.» Der entsprechende Vertrag werde voraussichtlich noch diesen Monat unterzeichnet. Die Vorprüfung der Überbauungsordnung soll Mitte März abgeschlossen sein, und die Baugenehmigung werde per Mitte dieses Jahres erwartet. Der Park soll mit einem Bahn-Shuttle erschlossen werden: «Auch die Planung für die Zufahrt auf dem Strassenweg ist weit fortgeschritten.»

Erste Filmaufnahmen in Peru

Zur Überprüfung neuer Technologien und physikalischer Eigenschaften sowie für Klimatests ist laut Medienmitteilung soeben im Bereich des Geländes ein Testgebäude aufgebaut worden. Zur Entwicklung und Beschaffung der notwendigen Technologien sei die neue Firma Mystery Technik und Visualisierungs-Produktions AG (MTV) gegründet worden. Im weiteren verlautete, die Film-Produktionsfirma Alpine Films starte im April 2000 mit ersten Filmaufnahmen im peruanischen Nazca. Wegen ihrer Grösse seien die geheimnisvollen Bodenzeichnungen und die schnurgeraden, kilometerlangen Linien, welche die Wüste und Gebirge Perus überziehen, nur aus der Luft erkennbar: «Die massstabgetreu verkleinerten Luftaufnahmen werden in die mit interaktiver Technologie unterstützte Darstellung des Nazca-Rätsels im Mystery Park einfliessen.»

Expertenrat einberufen

Der «Mystery Park» wolle neue Wege des Lernens und Forschens beschreiten. Einer neu geschaffenen Stiftung «Bildung, Wissenschaft und Tourismus» (BWT) komme die Aufgabe zu, innovative Lernarrangements zu entwickeln und umzusetzen: «Damit der Park insbesondere den hohen Ansprüchen als Bildungspark gerecht werden kann, hat die Stiftung BWT einen interdisziplinären wissenschaftlichen Expertenrat ins Leben gerufen.» Der Rat soll das Vorhaben in seinen verschiedenen Phasen begleiten, zur Qualitätssicherung beitragen und den Kontakt zur Wissenschaft sicherstellen: «Die Bereiche Pädagogik, Didaktik, Tourismus, Freizeitsoziologie, Technologie, Kybernetik, Kommunikation, Ökonomie, Archäologie, Astronomie und Design sind die möglichen Disziplinen, welche ständig oder ad hoc im wissenschaftlichen Expertenrat vertreten sind.» Zu den ständigen Mitgliedern gehörten Professor Hansruedi Müller, Direktor des Forschungsinstituts für Freizeit und Tourismus an der Universität Bern, sowie mehrere Universitätsprofessoren aus Deutschland.

«Der Mystery Park will die existierenden, unerklärbaren Welträtsel mit modernsten multimedialen Mitteln darstellen», heisst es im weiteren: «Die Verantwortlichen rund um Erich von Däniken versuchen, für das breite Publikum und die Wissenschaft einen Ort der Begegnung zu schaffen, um die faszinierenden Rätsel dieser Welt in ihrer ganzen Dimension auszuleuchten.» Von Däniken, mit 60 Millionen verkauften Büchern in der Medienmitteilung als der erfolgreichste Sachbuchautor der Welt bezeichnet, habe sein umfassendes Archiv an Manuskripten, Büchern, Dias, Filmen und Forschungsstudien 1997 in die öffentlich kontrollierte Stiftung «Die grossen Rätsel dieser Welt»  eingebracht: «Die Stiftung bildet den reichen Fundus für den Mystery Park. Für dessen Planung, Realisierung und Betrieb wurde im November 1997 die Mystery Park AG gegründet.»

Eckdaten zum «Mystery Park»

Investitionssumme:  80 Millionen Franken. – Dimensionen: Gesamtfläche des Parks 100'000 Quadratmeter, davon für die Präsentation der Phänomene 50'000 Quadratmeter. – Erwartete Anzahl Besucher pro Jahr: 500'000. – Termine: Baubewilligung Herbst  2000. Spatenstich Januar 2001. Eröffnung Frühling 2002

Feldschlösschen-Gruppe, Sony und SBB

«Erfolg an der Sponsoring-Front für den geplanten Mystery-Park von Erich von Däniken», verlautet in einer weiteren Medienmitteilung: Als erster zukünftiger Partner habe die Feldschlösschen-Gruppe eine Kooperations-Vereinbarung unterschrieben. «Auch Sony und die SBB haben ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit schriftlich dokumentiert.» Verschiedene weitere konkrete Angebote lägen ebenfalls vor und würden derzeit vom Verwaltungsrat der Mystery Park AG geprüft: «Insgesamt sollen rund 20 Millionen Franken über kommerzielle Partnerschaften generiert werden, was 25 Prozent des Gesamtbudgets von 80 Millionen Franken entspricht.» Die definitiven Verträge sollen in den kommenden Wochen parallel zu den detaillierten Projektarbeiten ausgearbeitet und im Frühjahr 2000 unterzeichnet werden. Die Verhandlungen mit weiteren Partnern liefen auf Hochtouren: «Die Mystery Planungs AG hat sich zum Ziel gesetzt, bis im Frühsommer dieses Jahres die relevanten Weichenstellungen auch im Bereich der kommerziellen Partnerschaften gestellt zu haben.»

«Vom Monster zum Hoffnungsträger»

Lange Zeit standen Freizeitparks als «Freizeit-Ghetto», «Urlaub auf der Intensivstation» und «Naturvernichter» nach Einschätzung von Professor Dr. Hansruedi Müller, Direktor des Forschungsinstituts für Freizeit und Tourismus (FIF) der Universität Bern und ständiges Mitglied im wissenschaftlichen Mystery-Park-Expertenrat im Schussfeld der bildungsbürgerlichen Freizeit- und Tourismuskritik. Während Freizeitparks in Holland, Belgien und den USA, später in Frankreich, Spanien und in Japan und in jüngster Zeit in Deutschland, England und in Singapore boomten, seien die Schweiz und auch Österreich während langer Zeit von dieser Entwicklung verschont geblieben. In wenigen Jahren hätten die diversen Ausprägungen von «Parcs» und «Centers» vom Monster zum Hoffnungsträger avanciert. Und zwar deshalb, weil sie Arbeitsplätze schafften, hohe Auslastungen garantierten und Hoffnungen auf Gewinn regten: «Sie befriedigen Emotionen, bieten moderne Lebensgefühle in relativ kurzer Zeit, sind gut organisiert, in der Fläche konzentriert und kontrolliert. (Felizitas Romeiss-Stracke 5/99).»

Unsere Volkswirtschaft ist laut Müller auf dem Weg zur Tertiarisierung. Der Wohlstand insbesondere durch Dienstleistungsunternehmungen wie Banken, Versicherungen und Beratungen ermögliche einen grossen Spielraum für die Entwicklung eines neuen quartären Wirtschaftssektors: «Die Erlebniswirtschaft beruht auf stark personalisierten und spezialisierten Dienstleistungen.» Freizeitparks oder Wellnesszentren schafften nicht nur wertschöpfungsarme Jobs, sondern auch hochspezialisierte Arbeitsplätze in Bereichen wie Lehre, Forschung und Entwicklung, Entertainment, Hightech, Beauty, Fitness und so weiter: «Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Viertel der im Jahr 2020 vom Mystery Park ausgelösten Arbeitsplätze heute noch nicht oder kaum bekannt ist.» Eine Wertschöpfungsstudie soll Aufschluss geben, wie viel Einkommen beziehungsweise wie viele Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Mystery Park ausgelöst werden: «Dabei wird die von den MOW-Promotoren gemachte Hypothese, dass bis ins Jahr 2005 jährlich rund 100'000 zusätzliche Logiernächte ausgelöst werden, überprüft.»

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