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Donnerstag, 7. Februar 2002
50 Jahre Postautolinie Lauterbrunnen–Stechelberg
pd/S. Zum 50-Jahr-Jubiläum der Postautolinie Lauterbrunnen–Stechelberg laden Postauto Berner Oberland und ihr Vertragspartner, das Postautounternehmen H. Schmocker AG, am 14. Juni 2002 die Bevölkerung des Lauterbrunnentales in die Postautogarage Stechelberg zu einem Jubiläumsfest ein. Am 10. Februar 2002 sind seit der offiziellen Eröffnung dieser Postautolinie 50 Jahre vergangen.
Die
modernen Postautos auf der Linie Lauterbrunnen–Stechelberg befördern
rund 350'000 Fahrgäste pro Jahr. (Fotos: zvg)
Der Automobil-Linienverkehr zwischen Lauterbrunnen und Stechelberg wurde nach Angaben von Postauto Berner Oberland auf Anordnung der Kreispostdirektion am 10. Februar 1952 offiziell eröffnet. Ein achtplätziger Wagen sei in Dienst gestellt worden. Bereits seit dem Jahr 1949 habe zuvor die Familie Gertsch in Stechelberg – mit einem eigenen fünfplätzigen Jeep – einen Automobildienst im Lauterbrunnental bedient.
Zum 50-Jahr-Jubiläum werden laut einer Medienmitteilung Postauto Berner Oberland und ihr Vertragspartner, das Postautounternehmen H. Schmocker AG, am 14. Juni 2002 die Bevölkerung des Lauterbrunnentales in die Postautogarage Stechelberg zu einem Jubiläumsfest einladen: «Eine Vorankündigung dazu finden die Einheimischen in den nächsten Tagen in ihren Briefkästen.
Die
Haltestelle «Stechelberg Post».
In den 50 Jahren habe sich viel verändert, wird dazu festehalten, Nachstehend eine kleine Chronik der privatrechtlichen Postautounternehmung, die auch ein Stück Verkehrs- und Postautogeschichte im Lauterbrunnental dokumentiere.
1839: Der Saumweg nach Lauterbrunnen wird schrittweise zur Fahrstrasse ausgebaut.
1889: Es verkehrt täglich ein Postkutschenkurs zwischen Interlaken und Lauterbrunnen. Die Beförderungstaxe betrug für den einfachen Weg 55 Rappen.
1890: Eröffnung der Berner Oberland-Bahn.
1893: Eröffnung der Bahnlinie Thun–Spiez–Interlaken.
1937: Es besteht ein Busverkehr zwischen dem Bahnhof Lauterbrunnen und den Trümmelbachfällen.
1942: Fritz Gertsch tritt als Briefträger in Lauterbrunnen in den Dienst der Post.
1944: Fritz Gertsch wechselt auf die Post Stechelberg.
1949: Die Wahl zum Posthalter erfolgt, Fritz Gertsch transportiert als Postautobote mit seinem eigenen fünfplätzigen Jeep die Talbewohner zwischen Lauterbrunnen und Stechelberg.
1952: Am 10. Februar wird der Autohalterkurs auf Anordnung der Kreispostdirektion vom 8. Februar offiziell eröffnet. Ein achtplätziger Wagen wird in Dienst gestellt.
1955: Ein 23plätziger Saurer Allwetterwagen (P 1594) wird in Dienst gestellt.
1960: Fritz Gertsch kauft die Auto AG Lauterbrunnen–Trümmelbach. Sechs Kurse pro Tag verkehren jetzt auf der Linie.
1962: Ein Saurer-L4C-Alpenwagen mit 36 Plätzen (Baujahr 1954/55) wird in Dienst gestellt.
1965: Die Schilthornbahn wird eröffnet (drei Sektionen in Betrieb).
1967: Die Schilthornbahn wird fertiggestellt und fährt am 12. Juni bis zum Gipfel. Fritz Gertsch ersucht die Kreispostdirektion um die Anschaffung eines Grossraumwagens, damit die erhöhte Nachfrage abgedeckt werden kann.
1968: Ein Saurer-Omnibus des Typs 3 DUK mit 45 Sitzplätzen kann in Betrieb genommen und damit die Transportkapazität entscheidend verbessert werden.
1974: Schwiegersohn Hans Schmocker tritt als Wagenführer bei Postautohalter Fritz Gertsch in den Postautodienst ein.
1978: Ein alltägliches Bild. Die drei Fahrzeuge fahren im Konvoi Richtung Stechelberg.
1980: Der Fahrzeugpark besteht aus einem FBW Omnibus C40 U («Haifisch»), einem Saurer Omnibus 5 DUX und einem Saurer Omnibus 3 DUK. Im November wird der erste von insgesamt drei Saurer-Frontlenkern RH 5 beschafft.
1981: Fritz Gertsch und sein Schwiegersohn Hans Schmocker gründen am 1. Januar die Kollektivgesellschaft Gertsch und Schmocker, Postautobetrieb Lauterbrunnen–Stechelberg.
1984: Ein weiterer Saurer-Frontlenker RH 5 mit 240 PS-starkem Motor, 48 Sitz- und 25 Stehplätzen wird in Dienst gestellt. Die Flotte umfasst drei Fahrzeuge, die täglich 13 Kurspaare fahren. Insgesamt werden pro Jahr rund 100'000 Passagiere befördert und 48'000 Wagenkilometer zurückgelegt.
1985: Am 1. Januar tritt Fritz Gertsch in den Ruhestand. Als Ablöser-Wagenführer bleibt er noch bis 1989 im Einsatz. Der Saurer Omnibus 3 DUK (Jahrgang 1964) wird an den Busbetrieb Wilderswil-Interlaken verkauft.
1989: Die Kollektivgesellschaft Gertsch und Schmocker wird per 31. Dezember im Handelsregister gelöscht.
1990: Seit dem 1. Januar besteht die Einzelfirma H. Schmocker, Matte, 3824 Stechelberg mit dem Zweck der Führung des Postautobetriebes auf der Linie Lauterbrunnen–Stechelberg.
1994: Die Fahrzeugflotte wird mit einem weiteren Saurer-Fahrzeug, das von der Kursgruppe Interlaken–Beatenberg übernommen wurde, verjüngt. Die drei Saurer-RH repräsentieren den Postautodienst von 1985 bis 1997.
1995: Postauto Schweiz rüstet sich für den Wettbewerb im öffentlichen Verkehr. Das Postauto-Regionalzentrum Berner Oberland löst die bisherige Kreispostdirektion in der Führung der Postautolinien im Berner Oberland ab.
1996: Am 1. Januar 1996 tritt das neue Eisenbahngesetz in Kraft. Jetzt besteht freier Wettbewerb im regionalen öffentlichen Verkehr.
1997: Per 1. Januar erfolgt die Umwandlung der Einzelfirma in die Aktiengesellschaft H. Schmocker AG, Stechelberg. Ein moderner Überlandwagen des Typs Setra 213 UL, übernommen aus der Postregie Balsthal/Meiringen, ersetzt die alternden Saurer-Fahrzeuge.
1998: Der Abonnement-Verbund Oberland-Ost wird eingeführt. Die «Sunnecharte» wird als Monats- oder Jahres-Abonnement «massgeschneidert» auf die Mobilitätsbedürfnisse der Kunden für sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel im östlichen Berner Oberland angeboten.
1999: Bedingt durch den wachsenden Wettbewerbsdruck im öffentlichen Verkehr werden die alten Postführungsverträge gesamtschweizerisch durch neue Postautohalterverträge abgelöst. Ein moderner Überlandwagen der Marke Setra 315 UL mit dem modernen Postauto-Design wird zum neuen Flaggschiff der Stechelberger Postautoflotte. Der Setra 213 UL erhält ebenfalls den modernen Anstrich. Am 27. Oktober werden die beiden Fahrzeuge in Stechelberg auf die Namen «Schilthorn» und «Lauterbrunnen» getauft. Gefahren wird jetzt im Halbstundentakt. Täglich sind es 18 Kurspaare, die Stechelberg mit Lauterbrunnen verbinden.
2002: Jubiläum 50 Jahre Postauto-Linie Lauterbrunnen-Stechelberg
am 10. Februar.
| Postauto-Kennzahlen
(Statistik 2000) |
Postauto
Schweiz |
Postauto
Berner Oberland |
Postautounternehmen
H. Schmocker AG Stechelberg |
| Anzahl Linien | 716 | 17 | 1 |
| Beförderte Passagiere | 94 Millionen | 1,86 Millionen | 348'231 |
| Anzahl Postautos | 1889 | 56 | 3 |
| Gefahrene Wagenkilometer | 83 Millionen | 1,70 Millionen | 88'416 |
| Private Postautounternehmen | 256 | 11 | 1 |
| Postautochauffeure | 2498 | 63 fest *** | 3 fest *** |
| 41 Ablöser *** | 2 Ablöser *** |
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