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Dienstag, 15. Mai 2001

Neue Lawinenschutzmauern im Weiler Boden in Guttannen

S. Das im Lawinenwinter 1999 von der Bänzlaui ebenso wie ein benachbartes Wohnhaus beschädigte Gebäude der Bäuertgemeinde Boden in Guttannen mit einem alten Ökonomieteil und einer Wohnung ist im Zuge der Reparaturarbeiten auch etwas vergrössert und vor kurzem an eine neu zugezogene Familie vermietet worden. Beide Gebäude erhielten Lawinenschutzwände aus Beton. Die Bäuertgemeinde Boden lädt auf den späteren Samstag Nachmittag, 26. Mai 2001 zu einem «Tag der offenen Tür» ein.

Sowohl bei dem von der Bänzlaui ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogenen Haus der Familie Kaspar von Bergen (links) als auch bei dem Gebäude der Bäuertgemeinde Boden (rechts) mussten Lawinenschutzwände aus Beton errichtet werden. (Fotos: Peter Schmid)

Einem in Guttannen und im Weiler Boden angeschlagenen Plakat ist zu entnehmen, dass die Bäuertgemeinde Boden am Samstag, 26. Mai 2001 von 16 bis 18 Uhr zu einem Tag der offenen Türen (Neubau Lawinenschutzwand/Erweiterung Wohnung) einlädt. Berechnet und zum Teil subventioniert wurden diese Bauten von der Abteilung Naturgefahren des Amtes für Wald in Interlaken. Darüber hinaus wurde als Ersatz für eine ebenfalls von der Bänzlaui zerstört alte Scheune etwas oberhalb der Wohnäuser ein neues Ökonomiegebäude erstellt. Der neue Standort und die Bauweise wurden mit der Abteilung Naturgefahren festgelegt.

Etwas oberhalb der beiden Wohnhäuser wurde als Ersatz für eine ebenfalls von der Bänzlaui zerstörte alte Scheune ein neues Ökonomiegebäude  (rechte Bildhälfte) erstellt.

Das Gebäude der Bäuertgemeinde Boden und das benachbarte Wohnhaus von Kaspar von Bergen sind nach Angaben von Heinrich Buri, Vorsteher der Abteilung Naturgefahren bisher die einzigen forstlich subventionierten Schutzbauten nach dem Lawinenwinter 1999. Suventionsberechtigte Kosten seien lawinenverstärkungsbedingte Mehrkosten, die sich für das Gebäude der Bäuertgemeinde auf 130'000 Franken und für das Wohnhaus von Kaspar von Bergen auf 145'000 Franken beliefen. Für die oberhalb der Wohnhhäuser an praktisch lawinensicherem Standort aufgebaute Scheune gebe es keine Subventionen. Geplant sei noch – bei subventionsberechtigten Kosten von etwa 65'000 Franken – der Schutz des Gebäudes von Hans von Bergen-Mathyer im Boden. – Nach Angaben der Gebäudeversicherung des Kantons Bern wurden laut Heinrich Buri in der Gemeinde Guttannen im Winter 1999 insgesamt 30 Gebäude von Lawinen beschädigt oder zerstört, woraus eine Schadensumme von etwa 1,4 Millionen Franken resultiere. Die von der Gemeinde Guttannen übernommenen Kosten für Instandstellungs- und Aufräumkosten belaufen sich laut Gemeindeschreiber Walter Schläppi auf rund 700'000 Franken. Daran leisteten Bund und Kanton 276'000 Franken und der Fonds für unversicherbare Elemetarschäden 257'000 Franken.

Das ganze Ausmass der Lawinenschäden in Guttannen wurde erst mit der Schneeschmelze im Frühjahr 1999 sichtbar. – Bild: Als stumme, aber eindrückliche Zeugen der Urgewalten ragten aus dem Lawinenschutt die Trümmer der samt Betonfundament aus ihrer Verankerung gerissenen Bandsäge der zerstörten Sägerei der Bäuertgemeinde Boden hervor. (Archivbild: Peter Schmid)

Lawine bis in die Küche vorgedrungen

Dem in Guttannen und Boden angeschlagenen Plakat ist – in gereimter Form – unter anderem zu entnehmen, dass im Lawinenwinter 1999 die Bänzloui bis in die Küche des Gebäudes der Bäuertgemeinde vorgedrungen sei, zum Glück aber niemand von den «frechen Zungen» erfasst worden sei. Der Text im Wortlaut:

Viele Jahre hat das Haus unbeschädigt überlebt,
doch im Lawinenwinter das ganze Gebäude bebt.
Die Bänzloui ist bis in die Küche vorgedrungen,
zum Glück wurde niemand erfasst von den frechen Zungen.
Der Schreck und der Schaden für die Bäuert waren gross,
doch schon bald danach sie den Wiederaufbau beschloss.
Trotzdem viele Ämter ihnen grosse Auflagen auferlegten,
dass hier das Wohnen nicht möglich sei, sie wiederlegten.
Eine grosse Lawinenschutzmauer musste erstellt werden,
das Dach verstärkt und alles verankert mit der Mutter Erden.
Die Kosten wurden hin und her gerechnet und verglichen,
mehr Wohnraum gebaut, dafür dies und jenes gestrichen.
Nun hoffen wir. dass der Neubau allen gefallen mag,
deshalb wurde beschlossen zu organisieren dieser Tag.
Möge das Haus bleiben verschont von allem Unglück,
und schon kehrt wieder Leben und Betriebsamkeit zuruck.


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