Berner Oberland News

Montag, 12. Mai 1997

Einsprachen gegen Gastrozelt zurückgezogen

Auch in diesem Sommer eine Zeltbar auf dem Belvédère-Areal in Interlaken

Grünes Licht für die zweite Sommersaison des im vergangenen Jahr auf dem Belvédère-Areal am Höheweg in Interlaken erstmals aufgestellten Gastrozeltes: Nach dem Rückzug von Einsprachen des Wirteverbandes und einer Gruppe von Restaurantbesitzern plant Beat Hutmacher aus Därligen unter dem Spitznamen "Yeti" bekannter Bergführer und innovativer Allrounder von Ende Mai bis Ende Oktober wiederum ein Gastrozelt zu betreiben.

Die zentrale Stütze für das mobile, heizbare Gastrozelt ist bereits aufgerichtet und daneben steht das übrige Material für den übermorgen Mittwoch vorgesehenen Baubeginn bereit. In der Stütze ist eine Hydraulik untergebracht, mit der sich das Zeltdach heben und senken lässt. (Foto: Peter Schmid)

Die Einsprachen wurden laut Hutmacher zurückgezogen und die Bewilligung für diese Saison erteilt, nachdem er sich bereiterklärt habe, ein vom kantonalen Lebensmittelinspektorat verlangtes Betriebskonzept auszuarbeiten. Die Einsprecher hatten unter anderem befürchtet, der Betrieb des Gastrozeltes erfülle die Vorschriften der neuen Lebensmittelverordnung nicht. Im weiteren sei dieses Jahr ein Wirtepatent vorhanden, und zwar jenes von Beat Hutmachers Bruder Fritz. Mit verbesserten WC-Anlagen sollen auch Auflagen der Gemeinde und der Polizei erfüllt werden. Wie schon in der vergangenen Saison soll aus Sicherheitsgründen auf den Einsatz von Glas verzichtet werden. Die Auflage, auf Gläser zu verzichten und nur Einwegbecher und -geschirr zu verwenden, bleibt laut Hutmacher bestehen.

Neben dem Gastrozelt mit einem Durchmesser von acht Meter und einer Höhe von dreieinhalb Meter soll dieses Jahr zusätzlich eine Jurte, ein nördlich des Himalajas verbreiteter Typ eines Nomadenzeltes aufgestellt werden. Laut Hutmacher werden in diesem Zelt mit einem Durchmesser von fünf Meter Küche und Buffet untergebracht. Neben einer grösseren Anzahl Stehplätze an der Zeltbar wird die Gesamtzahl der Sitzplätze im Freien und in dem sechseckigen, nach allen Seiten offenen Gastrozelt laut Hutmacher von 30 auf 60 verdoppelt. Um eine weitere Auflage zu erfüllen, soll der Restaurantbereich mit Wehrsteinen von der Trottoirfläche abgetrennt werden.

Betreut werden die Gäste wiederum täglich von 10 bis 0.30 Uhr von einem vierköpfigen Team. Zum Getränkeangebot gehören wie letztes Jahr Bier, Mineralwasser, Spirituosen, Cocktails, Kaffee und Tee. Auf der Snackkarte stehen unter anderem Pizzen, Hotdogs, Sandwiches und Glacen, aber auch Grillspezialitäten sowie aus der Pfanne asiatische Gerichte. Bereits übermorgen Mittwoch soll mit dem Aufbau des Gastrozeltes begonnen werden. Bereits letztes Jahr war für das Zelt mit rund 700 Kubikmeter Erde ein Teil der Belvédère-Baugrube aufgefüllt worden. Die kurzfristig bestellte Jurte kann voraussichtlich in den ersten Junitagen aufgestellt werden.