Mittwoch, 13. September 2000
Unterirdische Verbindung mit dem bestehenden Kurhaus geplant
Keine Einsprachen gegen die Überbauungsordnung «Kurhaus Alpina AG» in Ringgenberg
S. Gegen die Überbauungsordnung «Kurhaus Alpina AG» in Ringgenberg sind während der vierwöchigen Auflage- und Einsprachefrist bei der Gemeindeverwaltung keine Einsprachen eingegangen. Die Überbaungsordnung Grundlage für einen unterirdisch mit dem bestehenden Kurhaus Alpina verbundenen zweigeschossigen Erweiterungsbau mit zehn Doppelzimmern und einer teilweise überdachten Terrasse auf der gegenüber liegenden Südseite der Beundenstrasse wird der Gemeindeversammlung am kommenden 8. Dezember unterbreitet.
Auf
der Südseite der Beundenstrasse (rechte Bildhälfte) soll gegenüber
dem bestehenden Kurhaus ein zweigeschossiger Erweiterungsbau entstehen.
(Fotos: Peter Schmid)
Das im Jahr 1981 von einem Hotel- auf Kurhausbetrieb umgestellte und seither in zwei Etappen umgebaute und modernisierte «Alpina» in Ringgenberg soll mit Investitionen von zwei bis zweieinhalb Millionen Franken erweitert werden. Geplant sind ein unterirdisch mit dem bestehenden Kurhaus Alpina verbundener zweigeschossiger Erweiterungsbau mit zehn Doppelzimmern und eine teilweise überdachte Terrasse auf der gegenüber liegenden Südseite der Beundenstrasse. Gegenüber dem bereits vom 10. Januar bis 8. Februar 2000 auf der Gemeindeschreiberei Ringgenberg im Rahmen der Mitwirkung öffentlich aufgelegten Entwurf siehe auch Bericht «Zweigeschossiger Erweiterungsbau mit zehn Doppelzimmern» vom Freitag, 7. Januar 2000 waren in der vom 31. Juli bis 29. August 2000 aufgelegten Überbauungsordnung laut Baukommissionspräsident Hans-Ulrich Imboden keine Änderungen mehr vorgenommen worden. Am 8. Dezember 2000 hat nun nach Angaben von Gemeindeschreiber Peter Riesen die Gemeindeversammlung über die Überbaungsordnung «Kurhaus Alpina AG» zu befinden.
Karl
Caluori: «Hohe Nachfrage nach Pflegeplätzen im Alpina.»
Wirtschaftlichen Betrieb angestrebt
Den Erläuterungen zur Überbauungsordnung mit Zonenplanänderung ist zu entnehmen, dass das Bauvorhaben «aufgrund des Baureglements am gegebenen Standort Lage zur Beundenstrasse, Topographie und so weiter nur mit verschiedenen gewichtigen Ausnahmen realisiert werden könnte». Die Gemeindebehörden hätten deshalb beschlossen, das Bauvorhaben aufgrund einer Überbauungsordnung (UeO) zu behandeln und zu befürworten: «Als einzige Möglichkeit für eine räumliche Expansion des Betriebes bietet sich die bauliche Nutzung des seeseits des Alpinas gelegenen Grundstücks (Parzelle 1496). Die Familie Caluori als Betreiberin des Kurhauses habe sich entschlossen, ihren Betrieb auszubauen und weiterzuführen, «dies insbesondere auch aufgrund der hohen Nachfrage nach Pflegeplätzen im Alpina». In den vergangenen Jahren sei das Kurhaus den heutigen Anforderungen an einen Kurbetrieb angepasst worden, heisst es in den Erläuterungen im weiteren. Insbesondere sei der Komfort der Zimmer auch räumlich verbessert worden. Die Komfortanpassung habe eine Reduktion der Bettenzahl zur Folge gehabt. Nach Einschätzung von Karl Caluori ist die Bettenzahl heute dermassen tief, dass auf längere Sicht der wirtschaftliche Betrieb schwierig sein würde, «da laufend Strukturanpassungen (Investitionen) vorgenommen werden müssen, um den Anforderungen im Gesundheitswesen gerecht zu werden».
Auf
Niveau Beundenstrasse ist eine teilweise überdachte Terrasse «mit
zusätzlicher Nutzungsmöglichkeit für die Bewirtung von Gästen»
geplant.
Zusätzliche Arbeitsplätze
Das frühere Hotel Alpina, durch Karl und Anna Eleonore Caluori-Kaiser im Jahr 1970 von der Familie Werner Kaiser-Graven übernommen, wurde im Jahr 1981 auf einen ärztlich geleiteten Kurhausbetrieb umgestellt. Vorerst wurde nach Angaben von Karl Caluori im Jahr 1992 der Südteil des Hauses modernisiert. Bei einem zweiten grossen Umbau im Jahr 1997 seien im Nordteil ein Lift eingebaut und die Zimmer mit Duschen und WC ausgestattet worden. Durch diese Umbauten habe sich die Zahl der zumeist von Einzelpersonen belegten Doppelzimmer von 24 auf 17 reduziert. Zurzeit seien in dem von Karl Caluori und seiner Frau Anna Eleonore geführten Kurhaus neben drei externen Mitarbeitern 14 voll- und teilzeitangestellte Mitarbeiter tätig, darunter vier diplomierte Krankenschwestern und zwei Pflegeassistentinnen. Mit der Inbetriebnahme des auf der Südseite der Beundenstrasse geplanten Erweiterungsbaus rechnet Caluori mit der Schaffung von vier bis fünf zusätzlichen Stellen.
Aufgrund der zwischen den Architekten und der Familie Caluori erarbeiteten Studien sei ein Nutzungsprogramm definiert worden. Dieses sehe eine Ergänzung des Kurhauses Alpina durch ein Nebengebäude auf Parzelle 1496 mit zehn Doppelzimmern mit Nasszellen à total etwa 23 bis 30 Quadratmeter mit zusätzlichen Loggien/Balkonen vor, ferner eine unterirdische Verbindung mit dem bestehenden Kurhaus Alpina unter Berücksichtigung der Leitungen in der Beundenstrasse sowie einen Wintergarten/Aufenthalts- und Bewirtschaftungsbereich Terrasse auf Niveau Beundenstrasse mit der zusätzlichen Nutzungsmöglichkeit für die Bewirtung von Gästen: «Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten, insbesondere der Topographie und der Lage zur Beundenstrasse und zum Kurhaus Alpina einerseits und des Nutzungsprogramms anderseits, wurde ein Baukörper entwickelt mit zwei Geschossen unterhalb der Beundenstrasse und einer teilweise überdachten Terrasse auf dem Niveau der Beundenstrasse.» Aus landschaftspflegerischen Gründen sei die Schaffung von Schatten werfenden Loggien und die Schaffung eines maximal etwa ein Meter hohen Sockels wichtig. Sowohl der Uferschutzverband Thuner- und Brienzersee (UTB) als auch der Heimatschutz hatten, wie der Ringgenberger Baukommissionspräsident Hans-Ulrich Imboden bereits im vergangenen Januar bestätigte, dem Bauvorhaben grundsätzlich zugestimmt.
Aus
dem früheren Hotel Alpina wurde im Jahr 1981 ein ärztlich geführtes
und bereits in den Jahren 1992 und 1997 modernisiert Kurhaus.
Der Perimeter der Überbauungsordnung umfasst laut Überbauungsordnung das zu überbauende Areal (Parzelle 1496) und einen kleinen Teil der südlich angrenzenden Parzelle 105 sowie die Beundenstrasse im Bereich des Alpinas, da dort einerseits eine unterirdische Verbindung anderseits verkehrsberuhigende Massnahmen vorgesehen seien. Die Parzelle 1496 (W2) sei 535 Quadratmeter gross, und der Teil der Parzelle 105 (LWZ) etwa 50 Quadratmeter, insgesamt exklusive Strasse etwa 585 Quadratmeter. Die Parzelle 1496 liege in der Wohnzone W2, Parzelle 105 in der Landwirtschaftszone.
Burgergemeinde verkauft 50 Quadratmeter Land
Inzwischen hat die Burgergemeinde Ringgenberg-Goldswil wegen einiger dringender Geschäfte wurde auf vergangenen Freitag, 8. September 2000 eine ausserordentliche Versammlung einberufen dem Verkauf von maximal 50 Quadratmeter Land an die Kurhaus Alpina AG zum Quadratmeterpreis von 80 Franken zugestimmt: «Dem Landgesuch der Überbauungsordnung Kurhaus Alpina wurde in Anbetracht dessen, dass der Betrieb Arbeitsplätze ins Dorf bringt, zugestimmt», heisst es in einem Versammlungsbericht im «Oberländischen Volksblatt» vom Dienstag, 12. September 2000.
Kostenbeitrag an die Schulinfrastruktur
Die Differenz zwischen der heute möglichen und nach Zonenplanänderung neu zulässiger Bruttogeschossfläche wird mit 434,5 Quadratmeter angegeben, der fehlende Landanteil für die Realisierung der zusätzlichen Bruttogeschossfläche mit 869 Quadratmeter. Durch die Neuzonung ergebe sich ein Planungsmehrwert von 173'800 Franken. Als mögliche Abschöpfung nach Bundesgerichtspraxis werden 104'280 Franken (60 Prozent) genannt. Der Gemeinderat von Ringgenberg habe eine Abschöpfung von 86'900 Franken (50 Prozent) beschlossen. Diese Mehrwertabschöpfung soll als Kostenbeitrag an die Schulinfrastruktur in der Gemeinde Ringgenberg verwendet werden.
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