Berner Oberland News
Aktuelle Frontpage (http://www.beo-news.ch)
Translation into English / Deutschsprachige Version (2 Klicks)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Samstag, 23. September 2000

Ein Gigant bohrt sich Richtung Berner Oberland

Start der ersten grossen Alptransit-Tunnelbohrmaschine im Wallis

at/S. Am Fensterstollen Steg vor dem Portal Niedergesteln im Wallis kann es losgehen: In einem offiziellen Festakt wurde laut einer Medienmitteilung gestern Freitag der Fensterstollen Steg unter den Schutz der Patronin der Bergleute, der heiligen Barbara, gestellt. Gleichzeitig sei die erste grosse Alptransit-Tunnelbohrmaschine angedreht worden, welche am 2. Oktober 2000 Richtung Berner Oberland in den Berg verschwinden soll.

Am Portal Niedergesteln ist bereits mit dem Tunnelausbruch begonnen worden: Die ersten 22 Meter des Fensterstollens dienen als Startröhre für die gestern Freitag angedrehte Tunnelbohrmaschine. – Bild:  Montage der Tunnelbohrmaschine vor dem Portal Niedergesteln. (Foto: zvg/BLS Alptransit AG)

Die Bauarbeiten an den Basistunnel-Röhren des Lötschberg-Basistunnels laufen nach BLS-Alptransit-Angaben – siehe auch Bericht «Taufe des Lötschberg-Basistunnels Nord» vom Samstag, 12. August 2000 – schon seit Herbst 1999. Nun komme auf der Baustelle Steg die erste Tunnelbohrmaschine (TBM) zum Einsatz: «Die 142 Meter lange offene Hartgesteins-Tunnelbohrmaschine mit einem Bohrkopf-Durchmesser von 9,40 Meter steht startklar vor dem Portal Niedergesteln und wurde an einer Feier auf der Baustelle erstmals offiziell angedreht.» Gleichzeitig habe Pfarrer Stupf den Fensterstollen Steg eingesegnet und ihn unter den Schutz der heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute gestellt. Die Tunnelbohrmaschine Steg mit ihren 15 Mann «Besatzung»  bohrt sich laut Medienmitteilung rund neun Kilometer in den Fels, bevor sie Ende des Jahres 2002 mit den Mineuren zusammentreffe, welche den Tunnel vom Fusspunkt Ferden her in Richtung Wallis sprengen.

Der Lötschberg-Basistunnel ist Bestandteil des Alptransit-Konzeptes.  Der 34,6 Kilometer lange Tunnel führt dereinst von Frutigen im Kandertal nach Raron im Rhonetal. Als nördliche Zufahrt dienen die grossen Neubaustrecken der Bahn 2000 Basel–Liestal und Olten–Bern. Im Süden schliesst der bestehende Simplon-Basistunnel an, dessen Zufahrtslinien gegenwärtig von unseren italienischen Nachbarn ausgebaut werden. (zvg/BLS Alptransit AG)

In seiner Rede rühmte laut Medienmitteilung der Walliser Staatsrat Jean-Jacques Rey-Bellet die positive Zusammenarbeit zwischen den Kantonen der Westschweiz und zwischen den Kantonen Bern und Wallis, «aber auch die aktive Unterstützung durch die Region, die Anliegergemeinden, die Bundes- und kantonalen Stellen und durch die BLS, um dem Projekt des Lötschberg-Basistunnels zur Realisierung zu verhelfen». Den Auftakt zur Feier habe die Enthüllung einer neuen BLS-Alptransit-Lokomotive durch den Direktor der BLS Lötschbergbahn AG, Mathias Tromp, und den Präsidenten der Communauté d’intérêt de la ligne Simplon Lötschberg (CISL), Michel Béguelin, Ständerat (Waadt) gebildet. Diese Lokomotive soll laut Tromp Botschaftsträger für die Basislinie Lötschberg–Simplon sein.

Fensterstollen Ferden termingerecht fertiggestellt

Mitte September ist die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) ATF, welche für die BLS Alptransit AG den Fensterstollen Ferden des Lötschberg-Basistunnels baut, mit ihren Vortriebsarbeiten auf dem Niveau des Basistunnels angelangt: Der 3921 Tunnelmeter lange Zwischenangriff war damit laut einer Medienmitteilung termingerecht vollendet worden: «Ein wichtiger Meilenstein bei der Erstellung des Lötschberg-Basistunnels.»

Mit den Bauarbeiten am Fensterstollen Ferden habe die Arbeitsgemeinschaft ATF im Dezember 1998 begonnen, wurde dazu im einzelnen ausgeführt. Das Portal dieses Zwischenangriffs befinde sich beim Bahnhof Goppenstein am Eingang des Lötschentals (Wallis). Der Tunnel führe mit einem Gefälle von 12 bis 12,5 Prozent auf die Tiefe des Basistunnels hinunter, von wo aus später in diesem Jahr die Basistunnelröhren des Lötschberg-Basistunnels in Richtung Bern und in Richtung Wallis vorgetrieben werden. In der Zwischenzeit erstelle man den aus zahlreichen Kavernen und Tunnelröhren bestehenden Fusspunkt, den Standort der späteren Grossbaustelle unter Tag. Beim Bau des Fensterstollens hätten zwei kritische Zonen durchquert werden müssen: eine Phylit-Zone (Dornbach-Störung) sowie eine Karbon-Schicht: «Die Kenntnisse dieser Zonen geben wesentliche Aufschlüsse für den Basistunnel-Bau.» Mit Sprengungen von bis zu 13 Meter pro Tag habe die durchschnittliche Vortriebsleistung über die ganze Bauphase 6,6 Meter pro Tag betragen. An den Arbeiten des Fensterstollens Ferden waren laut Medienmitteilung 120 Mitarbeiter beteiligt. Die Arbeitsgemeinschaft ATF, welche für die BLS Alptransit AG die Bauarbeiten ausgeführt habe, bestehe im wesentlichen aus Schweizer und Walliser Unternehmen (Losinger, Evequoz, Deneriaz, Imboden, Theler, Prader).

Die BLS Alptransit AG mit Sitz in Thun amtet nach Angaben des Unternehmens als Bauherr für das nationale Projekt Lötschberg-Basistunnel. Dieser sei Teil der neuen Eisenbahn-Transversalen (NEAT) und soll im Jahr 2006/2007 in Betrieb gehen: «Die Bauarbeiten am 3,2 Milliarden Franken kostenden Werk sind im vollen Gange.» Zurzeit werde auf den Baustellen und Zwischenangriffen Mitholz, Ferden/Goppenstein, Steg/Niedergesteln sowie am Südportal in Raron gearbeitet. Der Lötschberg-Basistunnel zwischen Frutigen und Raron wird nach Angaben der «BLS Alp Transit AG» eine Länge von 34,6 Kilometer aufweisen.

Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 (33) 821 10 61 und Fax +41 (33) 821 10 64 / Handy  +41 (79) 427 45 78 / Wohnung (privat) +41 (33) 821 10 60 / Postcheckkonto 40-71882-7

Zurück an den Seitenanfang