Berner Oberland News
Aktuelle Frontpage (http://www.beo-news.ch)
Translation into English / Deutschsprachige Version (2 Klicks)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Mittwoch, 13. September 2000

Diebstähle um über 40 Prozent zurückgegangen

Erfolg für Sicherheitsmarketing in der Thuner Innenstadt

pkb/S. Das Fax-Frühwarnsystem, vermehrte Polizeipräsenz, aber auch speziell geschultes Personal und periodische Warnung der Kunden haben sich laut einer Medienmitteilung bewährt. Die Diebstahldelikte in der Thuner Innenstadt seien um 41,4 Prozent zurückgegangen: «Das Sicherheitsmarketing-Projekt Thun kann als erfolgreich abgeschlossen werden.»

Insgesamt sind nach Angaben der Kantonspolizei die Diebstahldelikte in der Vergleichsperiode vom 1. Juni 1999 bis zum 31. Mai 2000 gegenüber der Zeit vom 1. Juni 1996 bis zum 31. Mai 1997 von 191 auf 112 oder um 41,4 Prozent zurückgegangen: «Den grössten Rückgang können mit 32 Delikten (gegenüber 81 in der Periode zuvor) dabei die Taschendiebstähle verbuchen.» Dies bedeute einen Rückgang um 60,5 Prozent. Die Ladendiebstähle haben laut Medienmitteilung von 59 auf 36 Delikte (39 Prozent) abgenommen; die übrigen Delikte von 51 auf 44 (13,7 Prozent).

Zu diesem Erfolg haben laut Kantonspolizei verschiedene Massnahmen beigetragen: In den grösseren Geschäften Thuns werde die Kundschaft sporadisch mit Tonbandspots zu vorsichtigerem Verhalten aufgerufen.   Zudem verhält sich das speziell geschulte Personal aufmerksamer: «So werden beispielsweise auffallende Personen früher angesprochen.»

Das im Mai 1999 auf Anregung der Innenstadt-Genossenschaft Thun (IGT) in Betrieb genommene Fax-Frühwarnsystem sprechet sich nicht nur in den einschlägigen Kreisen herum, sondern bestärke auch das Personal, wiederum aufmerksamer zu sein und besser zu beobachten, heisst es im weiteren: «Heute sind bereits 63 Geschäfte in der Stadt Thun am Frühwarn-System angeschlossen; weitere Interessierte können sich jederzeit via IGT dem System anschliessen.» Seit Inbetriebnahme sei das Fax-Frühwarnsystem durchschnittlich 1,5 mal pro Monat benutzt worden: «Verdächtige Personen oder Täter nach begangenen Straftaten werden von den Geschäften mittels Signalementsblatt der Kantonspolizei gemeldet.» Innerhalb weniger Minuten könne die Meldung an die angeschlossenen Geschäfte verbreitet werden. «Nicht zuletzt vermittelt eine gezieltere Polizeipräsenz in Uniform einerseits ein Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung, andererseits verursacht sie bei der Täterschaft ein momentanes Unsicherheitsgefühl.»

Bälliz und Diebstähle im Vordergrund

In Thun hatte die Kantonspolizei Bern zusammen mit der Stadtpolizei Thun laut Medienmitteilung im Mai/Juni 1997 eine Umfrage bezüglich des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung durchgeführt: «Die Auswertung und die Analyse führten zum Bälliz und Diebstähle als vorrangiger Problemort und -bereich.» Nach einem Aufruf in den Medien habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich aus Vertretern der IGT, aus dem privaten Sicherheitsbereich, dem Sicherheitsdienst der Migros und der SBB-Bahnpolizei aber auch aus absoluten Privatpersonen zusammensetzte. «Erste Massnahmen wurden eingeleitet.» Im Jahr 1998 erfolgte nach Polizeiangaben eine erste Zwischenkontrolle, die ein eher ernüchterndes Resultat gebrcht habe. Im Bereich der Ladendiebstähle war eine Zunahme der erfassten Delikte um 55 Prozent und bei den Taschendiebstählen um 30 Prozent zu verzeichnen: «Damals wurde bewusst auf eine Korrektur verzichtet, weil noch nicht alle Massnahmen vollumfänglich umgesetzt wurden und zudem die Zeitspanne seit dem Start des Projekts als zu kurz betrachtet wurde.» Die zweite und abschliessende Erfolgskontrolle, die jetzt ausgewertet worden sei, zeige eine deutliche bis sehr deutliche Abnahme der deliktischen Tätigkeiten: «Das Projekt Thun kann damit als erfolgreich abgeschlossen werden.» Weil die Problematik des Diebstahls aber weiterhin bestehe, habe sich aus der nun aufgelösten Arbeitsgruppe eine Kerngruppe mit je einem Vertreter der Kantonspolizei, der IGT, der Warenhäuser und einer Privatperson gebildet: «Diese Kerngruppe hat den Auftrag, einmal jährlich eine Lagebeurteilung vorzunehmen und allenfalls Korrekturmassnahmen einzuleiten.» Zudem könne ein sich akut aufdrängendes Problem angegangen werden.

Start mit fünf Pilotgemeinden

Mit fünf Testgemeinden hatte die Kantonspolizei Bern im Jahr 1996 ihr «Sicherheitsmarketing» gestartet. Zwei Jahre später seien zwölf weitere Gemeinden dazu gekommen. Seit 1999 ist das «Sicherheitsmarketing» flächendeckend eingeführt und von den politischen Behörden des Kantons Bern in den Richtlinien der Regierungspolitik 1999 bis 2002 verankert worden.

Aktuelle Frontpage Berner Oberland News (www.beo-news.ch)
Leserbriefe und Bestellung von Bildern in druckfähiger Auflösung
(E-Mail p.schmid@beo-news.ch)

Herausgegeben von Peter Schmid, Freier Journalist, Kreuzli, CH-3852 Ringgenberg / Redaktionsstube Ringgenberg Telefon +41 (33) 821 10 61 und Fax +41 (33) 821 10 64 / Handy  +41 (79) 427 45 78 / Wohnung (privat) +41 (33) 821 10 60 / Postcheckkonto 40-71882-7

Zurück an den Seitenanfang