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Mittwoch, 6. September 2000

Kristallklüfte erneut instandgestellt und gesichert

kwo/S.  Seit Mitte Juli am Grimselpass das Kinderbuch «Grims – Ein Ausreisser auf dem Kristallweg» vorgestellt und der Erlebnispfad eingeweiht worden ist, haben unbekannte Vandalen gleich zweimal in den dazugehörenden Kristalklüften gewütet. Und zum zweiten Mal haben laut einer Medienmitteilung der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) Strahler die Klüfte wieder instandgestellt: «Denn die vielen Familien, die an einem der kommenden schönen Herbsttage den Grims-Kristallweg noch begehen, sollen nicht auf den Blick in die geheimnisvolle Welt der Kristalle verzichten müssen.»

Der «Grims-Kristallweg» führt vom Grimsel Hospiz am Räterichsboden-Stausee und an «Chüenzentennlen» vorbei zum Hotel Handeck. Ausgangs-, Zwischen- und Endstation sind mit dem Postauto erreichbar, also kann auch eine Kurz- oder Halbvariante gewählt werden: «Die Wanderzeit beträgt insgesamt rund drei Stunden; kinderwagengängig ist der Weg nicht, mit guten Wander- oder Trekkingschuhen, Sonnen- und Regenschutz, bequemer Kleidung zum Wandern und Spielen ist man gut ausgerüstet.» Auf diesem Abschnitt des ehemaligen Säumerpfades treffen nach KWO-Angaben die Wanderer ein Dutzend Erlebnisposten an. Die meisten habe die Natur geschaffen – die Gletschermühle, das Flachmoor Chessibidmer, der mächtige Felsbrocken, der die Kraft des Wassers sichtbar mache, oder der Echostandort; bei anderen sei die Menschenhand mit im Spiel gewesen – bei den Windröhren, bei den von Säumern vor Jahrhunderten in die glatten «Hälen Platten» geschlagenen Stufen, bei der kürzlich erst eingeweihten Grillstelle beim (historischen) Rastplatz «Säumerstein» oder eben bei den von Fachleuten angelegten Kristallklüften Summerloch und Handeck.

Ziel des «Grims-Kristallweges» und des Kinderbuchs von Marianne Heinzelmann und Rolf Imbach ist es laut Medienmitteilung, bei jungen Menschen die Freude an der vielfältigen Natur der Grimsel-Bergwelt zu wecken. Da dürfe selbstverständlich ein Blick in das für viele geheimnisvolle Wesen der Kristalle nicht fehlen. Deshalb hätten zwei Strahler aus Guttannen in natürlich entstandenen Felsspalten mit grosser Sachkenntnis, Liebe zum Detail und mit einer respektablen Zahl von Kristallen zwei naturgetreue Klüfte eingerichtet. «Weder die beiden Fachleute noch die KWO, in deren Auftrag sie gearbeitet hatten, konnten ahnen, dass diese viel bestaunten Attraktionen bei einer oder mehreren bis heute unbekannt gebliebenen Personen Zorn oder Neid zu wecken vermögen: Ende Juli wurden beide Klüfte von Vandalen heimgesucht, zerstört und fast ganz ausgeraubt.»

Nicht nur bei den Initianten und den Erbauern des «Grims-Kristallweges» sei die Entrüstung ob der niederträchtigen Zerstörungsakte gross gewesen: «Auch in der Talbevölkerung und nicht zuletzt in vielen Familien, die den Weg zuvor begangen und kennen gelernt hatten, war man darüber entsetzt.» Darum und weil die Weg-Verantwortlichen  wollten, dass auch künftige «Grims»-Wanderer die trotz ihrer Bescheidenheit eindrückliche Kristallkluft auf der Widmanns-Höhe bestaunen können, sei sie ein weiteres Mal eingerichtet  und neu auch gesichert worden: «Dabei haben sich die Fachleute insbesondere beim neuen Absperrgitter um eine kreative und sehenswerte Lösung bemüht.» Zum gleichzeitig grossräumig eingerichteten Überwachungssystem würden aus naheliegenden Gründen keinerlei Angaben gemacht.

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