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Donnerstag, 21. September 2000

Interlaken budgetiert ein Defizit von 332'000 Franken

IBI-Direktor Marco Schiltknecht vom Gemeinderat verabschiedet

goe. Das Budget 2001 der Gemeinde Interlaken rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 332'000 Franken. Alle Steuer- und Gebührenansätze sollen unverändert bleiben. IBI-Direktor Marco Schiltknecht tritt in den Ruhestand und ist vom Gemeinderat Interlaken verabschiedet worden.

Vom Gemeinderat als Direktor der Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) verabschiedet: Marco Schiltknecht. (Foto: Peter Schmid)

Die Abläufe in der Budgetierung haben sich in den letzten Jahren gut eingespielt. Für jedes Konto ist eine kontoverantwortliche Person bestimmt. Zusammen mit den klaren Budgetrichtlinien des Gemeinderates, die er im Frühjahr erlässt, sind die Leitlinien gesetzt. Dies hat in diesem Jahr erstmals dazu geführt, dass keine Budgetdiskussionen mit den Abteilungen durchgeführt werden mussten. Die von den Abteilungen eingegebenen Zahlen haben auf Anhieb zu einem Budget geführt, dem der Gemeinderat in einer einzigen Lesung zustimmen konnte. Bei zusätzlichen Abschreibungen von 300'000 Franken beläuft sich das budgetierte Defizit auf 332'150 Franken. Einem Aufwand von 32,4 Millionen Franken steht ein Ertrag von 32,1 Millionen Franken gegenüber. Damit können die Steueranlage und die Gebührenansätze unverändert bleiben.

Finanz- und Lastenausgleich

Der Gemeinderat und die Finanzkommission liessen sich von einem Fachmann aus der kantonalen Finanzdirektion über das neue Gesetz über den Finanz- und Lastenausgleich informieren. Das Gesetz soll auf den 1. Januar 2002 in Kraft treten und hat weitreichende Auswirkungen auf alle Gemeinden im Kanton Bern und auf den Kanton selber. Der Kanton übernimmt neu die Finanzierung verschiedener Aufgaben, bei denen es bisher Kostenteilungen mit den Gemeinden gegeben hat. Das führt aber dazu, dass der Kanton mehr Steuereinnahmen benötigt, die Gemeinden entsprechend weniger. Auf Grund von Modellrechnungen dürfte sich für die Interlakner Steuerpflichtigen nichts ändern. Einer Erhöhung der Steueranlage des Kantons ab dem Jahr 2002 um sieben Steuerzehntel dürfte eine Senkung der Interlakner Gemeindesteueranlage um ebenfalls sieben Steuerzehntel gegenüberstehen.

Verabschiedung von Marco Schiltknecht

Im würdigen Rahmen eines Nachtessens mit dem Gesamtgemeinderat ist Marco Schiltknecht als Direktor der Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) verabschiedet worden. Er wird auf seinen Wunsch Ende dieses Monats pensioniert. Marco Schiltknecht führte die Industriellen Betriebe während mehr als zwanzig Jahren. Er übernahm die Leitung im Jahr 1980 in einer für die Betriebe schwierigen Phase und verstand es, innert kurzer Zeit das Vertrauen in das Unternehmen wieder herzustellen. Neben verschiedenen grossen Ausbauprojekten fiel auch die Umwandlung der Industriellen Betriebe Interlaken in ein selbstständiges Gemeindeunternehmen in die Amtszeit von Marco Schiltknecht. Der Gemeinderat wünscht Marco Schiltknecht weiterhin viel Erfolg als Grossrat und in seinem neuen Lebensabschnitt. Der neue IBI-Direktor Gian-Franco Lautanio hat seine Stelle am 1. Juli 2000 angetreten und die Direktion bereits auf den 1. August 2000 übernommen.

Personalverordnung

Der Grosse Gemeinderat hat im August einer Änderung des Personalreglements zugestimmt. Das Personalreglement bildet die Grundlage für die neue Personalverordnung, die der Gemeinderat in seiner Kompetenz erlassen hat. Sie enthält alle Detailbestimmungen zum Anstellungsverhältnis des Gemeindepersonals. Die Änderung des Personalreglements und die Personalverordnung treten auf den 1. Januar 2000 in Kraft. Welche Funktionen neu welcher Gehaltsklasse zugeordnet werden, konnte der Gemeinderat noch nicht festlegen. Er hat einen Kredit bewilligt, um die vorgesehenen Zuordnungen noch durch eine externes Büro überprüfen zu lassen.

Arbeitsvergebungen

Der Planerauftrag Architektur-Landschaftsgärtner-Künstler für die Neugestaltung des Ostbahnhofplatzes ist für die Ausführungsphase an das Ehepaar Sylvia und Kurt Schenk, Bern, vergeben worden. Der Planerauftrag Bauingenieur für das gleiche Projekt geht an die Finger und Fuchs AG, Interlaken.

Abrechnungen

Die Sanierung der Trinkwasserversorgung mit Wasserkraftnutzung im Saxettal kostete mit 11,5 Millionen Franken rund 400'000 Franken weniger als budgetiert. Die Einführung der Tempo-30-Zone an der Oberen Bönigstrasse kostete 15'500 Franken. Bewilligt war fast das Doppelte. Auch die Kanalsanierung Bernastrasse konnte mit Kosten von 35'600 Franken unter dem bewilligten Betrag abgerechnet werden. Wie bewilligt kosteten die Anschaffung eines Gabelhochhubwagens und einer Vibrationswalze für das Bauamt je 16'000 Franken. Die Arbeiten für den Zusammenschluss der Wehrdienste Bödeli haben 18'000 Franken gekostet, 2000 Franken weniger als die eingesetzte Spezialkommission zur Verfügung hatte. Die Spezialkommission unter Leitung von Marco Schiltknecht ist mit dem besten Dank für die geleistete Arbeit aufgelöst worden.

Infrastrukturbeitrag an den Fussballclub

Der Fussballclub Interlaken ersucht die Bödeligemeinden sowie die Gemeinden Bönigen, Ringgenberg und Wilderswil um einen jährlichen Beitrag von 30'000 Franken an die Infrastrukturkosten. Als einer der wenigen Fussballvereine ist der FC Interlaken Eigentümer seiner Anlagen. Er hat damit auch die laufenden Betriebs- und Unterhaltskosten zu tragen. Vielerorts gehören solche Anlagen den Gemeinden und werden den Sportvereinen zur Verfügung gestellt oder nicht kostendeckend vermietet. Der Gemeinderat anerkennt die grosse Arbeit, die von den Sportvereinen in der Betreuung Jugendlicher geleistet wird. Er hat deshalb beschlossen den Interlakner Anteil von 9400 Franken pro Jahr an die gewünschten 30'000 Franken zu bewilligen. Diese Zusage gilt vorerst für fünf Jahre.

Lawinenschadenfonds 1999

Im Frühjahr 1999 haben die drei Bödeligemeinden einen gemeinsamen Lawinenschadenfonds beschlossen. Sie haben nach Bödelischlüssel insgesamt 30 000 Franken in den Fonds eingezahlt. Trotz verschiedener Aufrufe ist ein einziges Beitragsgesuch eingereicht worden, das auch bewilligt werden konnte. Die Gemeinderäte haben sich nun darauf verständigt, den Fonds mangels Gesuchen wieder aufzulösen. Die verbliebenen 28'000 Franken werden nach dem gleichen Schlüssel an die drei Bödeligemeinden zurückbezahlt.

Gemeinderat auf Reisen

Der Gemeinderat Interlaken hat sein «Schulreisli 2000» dem öffentlichen Verkehr gewidmet. Die von Gemeinderat Ruedi Simmler organisierte Reise führte mit der Bahn nach Frauenfeld, wo das Zentrum des Publicar-Angebotes der Region Frauenfeld besichtigt werden konnte. André Dähler und Thomas Lingg informierten über das seit fünf Jahren bestehende Konzept des Publicars. Nach einer Führung durch die Kartause Ittingen übernachteten die Mitglieder des Gemeinderates, begleitet von den Partnern, in Gottlieben. Am nächsten Morgen konnte die Leitzentrale der Mittelthurgaubahn in Kreuzlingen besichtigt werden. Direktor Peter Joss informierte ausführlich über sein fortschrittliches Bahnunternehmen, das sowohl Linien in der Schweiz als auch im angrenzenden deutschen Gebiet betreibt. Nach dem Mittagessen in Stein am Rhein und einer Schifffahrt nach Schaffhausen brachte die Bahn die Reiseteilnehmer sicher nach Interlaken zurück.

Verschiedenes

– Der Gemeinderat hat den Anschlussvertrag der Gemeinde Interlaken an das neue Mietamt Bödeli mit Sitz in Unterseen genehmigt.

– Die Übernahme der Materialkosten von Schülern, die nicht die öffentlichen Schulen, sondern die Rudolf-Steiner-Schule besuchen, ist abgelehnt worden.

– Der Gemeinderat ist einverstanden, dass der Betriebsrechnung des Bödelibades ein Betrag von 25'000 Franken für ein Vorprojekt und eine Wirtschaftlichkeitsprüfung eines Wellnessbereiches im Hallenbad Bödeli belastet wird.

– Für den Ersatz des Radarfahrzeuges der Gemeindepolizei sind 67'000 Franken frei gegeben worden.

– Die Gemeinde beteiligt sich am Expo.02-Projekt Onoma, in dem die Schweizer Gemeinden vorgestellt werden. Die Kosten für die Gemeinde betragen 7000 Franken.

– Monika Ruchti hat als Mitarbeiterin auf dem Bauinspektor gekündigt. Die Stelle ist zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.

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