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Fast doppelt so viele Passagiere aufs Joch befördert

Jungfraubahn Holding AG im ersten Halbjahr 2000: «Ein ausserordentlich gutes Ergebnis»

S. Die Jungfraubahn (JB) hat im ersten Halbjahr mehr als 300'000 Passagiere auf das Jungfraujoch (3454 Meter über Normalnull) befördert – fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei der Wengernalpbahn (WAB) stiegen die Gesamtfrequenzen um 47 Prozent auf über 1,4 Millionen Passagiere an. Im Vergleich zum ersten Semester 1999 kletterte der Gewinn laut Aktionärsbrief der Jungfraubahn Holding AG von 1,2 auf 8,1 Millionen Franken.

Allein im vergangenen Juni war im Zeichen der bis 30. Juni 2000 gültigen Jubiläumsaktion der Raiffeisenbanken zu deren hundertjährigem Bestehen mit 132'865 Bergfahrten mehr als das Doppelte der 64'553 Bergfahrten im gleichen Monat des Vorjahres 1999 verzeichnet worden. «Im Zusammenhang mit dem Jubiläum 100 Jahre Raiffeisen haben wir im Frühjahr eine Aktion durchgeführt», heisst es dazu im Aktionärsbrief der Jungfraubahn Holding AG, «deren Promotion die ganze Schweiz abdeckte.» Aus der zur Belebung der Zwischensaison gedachten Massnahme habe sich eine Nachfrage entwickelt, «die sämtliche Erwartungen überstieg». An mehreren Tagen – siehe unter anderem auch Bericht «Wieder ein grosser Ansturm aufs Jungfraujoch» vom Dienstag, 20. Juni 2000 – habe der Verkauf von Fahrausweisen nach Jungfraujoch aus Kapazitätsgründen bereits am frühen Morgen eingestellt werden müssen. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Infrastruktur seien bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gefordert worden.

Auf der wiederholt als zusätzliche Parkgelegenheit zur Verfügung gestellten Wiese gegenüber dem Parkplatz beim Bahnhof Interlaken Ost wurden die Ausflügler am Dienstag, 20. Juni 2000 an Informationsständen auf andere Möglichkeiten aufmerksam gemacht. – Bild: Angestellte der Jungfraubahnen empfahlen den verhinderten Jungfraujoch-Reisenden etwa eine Fahrt mit der Schynige Platte-Bahn (SPB) auf die Schynige Platte (1987 Meter über Normalnull) oder mit der Harder-Bahn (HB) auf  den Harder Kulm auf 1304 Meter über Normalnull.

Auch in den Monaten Juli und August 2000 konnten laut Aktionärsbrief die Frequenzen des Vorjahres – siehe auch Bericht «Mehr als 108'000 Bergfahrten zum Top of Europe / Rekordergebnis für die Jungfraubahn im vergangenen Juli auch ohne Raiffeisen-Aktion» vom Donnerstag, 3. August 2000 – übertroffen und neue absolute Monatsrekorde erzielt werden. Im Gruppenreisegeschäft hätten markante Steigerungen erzielt werden können: «Die Anstrengungen zur weiteren Stärkung unserer Position auf den internationalen Märkten – insbesondere Asien – haben ihre Wirkung nicht verfehlt.» Der Stand der Buchungen für Gruppenreisen bis zum Ende der Sommersaison sei weiterhin erfreulich, heisst es im Aktionärsbrief. Das Ergebnis des zweiten Semesters sei trotz dieser positiven Aussichten auch von den Wetterverhältnissen im Herbst und dem Verlauf des Starts in die Wintersaison 2000/2001 abhängig: «Eine ähnliche Steigerung wie im für uns ausserordentlichen ersten Halbjahr wird nicht möglich sein.» Der Semesterabschluss diene primär zum Vergleich mit dem Vorjahr. Eine Hochrechnung zum voraussichtlichen Jahresergebnis sei nur beschränkt möglich. Dennoch erwarte die Jungfraubahn-Gruppe ihr bestes Jahresergebnis. Bis zum 30. Juni 2000 erzielten die beiden wichtigsten Bahnen der Gruppe laut Aktionärsbrief  folgende Frequenzen: Jungfraubahn (Jungfraujoch an) 317'105 (1999: 162'205; +95,5 Prozent) und Wengernalpbahn (Gesamtfrequenzen) 1'413'580 (1999: 960'857; +47,1 Prozent). Nach dem Rekordergebnis im Jahr 1997 mit 501'939 Bergfahrten waren im ganzen vergangenen Jahr 1999 insgesamt 490'698 Ankünfte auf dem Jungfraujoch gezählt worden.

Im Vergleich zum ersten Semester 1999 konnte nach Angaben der der Jungfraubahn Holding AG der Betriebsertrag um 11,4 auf 51,1 Millionen Franken gesteigert werden. Der Verkehrsertrag habe um 10,5 auf  39,9 Millionen Franken zugenommen: «Diese ausgezeichneten Umsätze sind auf unsere gezielten Marketingmassnahmen zurückzuführen, die es möglich machten, aus den positiven Entwicklungen im Umfeld den entsprechenden Nutzen zu ziehen», wird dazu im Aktionärsbrief ausgeführt: «Wie für ein Bahnunternehmen typisch weist unsere Kostenstruktur einen grossen Fixkostenblock auf.» Dies führe dazu, dass sich die Kosten im Vergleich zum Ertrag unterproportional veränderten und sich Schwankungen im Umsatz mit einem hohen Faktor auf das Ergebnis auswirkten: «Mit einem Halbjahresgewinn von 8,1 Millionen Franken können wir ein ausserordentlich gutes Ergebnis ausweisen.»

Zum Semesterabschluss wird im Aktionärsbrief im weiteren festgehalten, die Jungfrau-Gruppe dürfe auf eine gute Wintersaison zurückblicken: «Günstige Witterungsverhältnisse und eine Schneesituation, die bis zum Saisonende die Bereitstellung von optimalen Pisten ermöglichte, bildeten positive Rahmenbedingungen.» Die Logiernächte in den Hotels der Jungfrauregion hätten weiter zugenommen: «Die Einnahmen aus dem Verkauf von Skipässen konnten um 17 Prozent gesteigert werden.»

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