Freitag, 15. September 2000
Grindelwald: Nach Felssturz über 300 Schafe ausgeflogen
pd/S. Über 300 auf einer Alp bei Grindelwald seit einer Woche nach einem Felssturz von der Aussenwelt abgeschnittene Schafe sind am Freitag Morgen auf dem Luftweg evakuiert worden: Im Auftrag der Rettungsflugwacht (Rega) wurden laut einer Medienmitteilung mit einem Helikopter der Berner Oberländer Helikopter AG (Bohag) 326 Schafe zur Stieregg geflogen, von wo sie den Abstieg ins Tal auf konventionelle Weise hätten fortsetzen können.
Vor Wochenfrist habe sich im Gebiet des «Ankenbälli» oberhalb des Unteren Grindelwaldgletschers ein gewaltiger, bis nach Grindelwald hörbarer Felssturz ereignet, der über 300 Schafe von der Umwelt abgeschnitten habe: «Abklärungen des Schweizerischen Alpen-Clubs (SAC) ergaben, dass die Schafe nicht auf dem Landweg via Stieregg zu evakuieren sind.» Es bestehe weiterhin die Gefahr von Felsabbrüchen.
Zusammen mit der Schweizer Berghilfe leiste die Rettungsflugwacht einen wichtigen und willkommenen Beitrag zur Aufrechterhaltung der schweizerischen Alpbewirtschaftung, heisst es in der Medienmitteilung: «Um die Rega-Helikopter für Notfalleinsätze freizuhalten, werden für diese Tierflüge in der Regel Helikopter von Partnerfirmen zugemietet.» Rund 1100 Kälber, Rinder oder Kühe seien im Jahr 1999 mit dem Helikopter aus unwegsamem Gebiet bis zur nächsten, gut befahrbaren Strasse geflogen worden: «Am häufigsten handelte es sich dabei um verletzte oder kranke Tiere, wovon ein Teil wieder gesund wurde, oft aber nur noch ins Schlachthaus gebracht werden konnte.» Für Tierbesitzer mit einer Rega-Familiengönnerschaft seien diese Einsätze kostenlos. In anderen Fällen könne sich die Schweizer Berghilfe an den Kosten beteiligen. Gemeinsam mit der Berghilfe handle die Rega in katastrophenartigen Situationen im Berggebiet, so bei aussergewöhnlichen Schneefällen, Lawinen, bei Trockenperioden mit Wassermangel oder Erdrutschen mit Wegverschüttungen: «Auch bei der heutigen Evakuation auf der Grindelwaldner Schafalp organisierte die Rega den Einsatz und teilt die entstandenen Kosten mit der Schweizer Berghilfe.»
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