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Samstag, 9. September 2000

Munterer Waschbären-Nachwuchs in Hasliberg-Hohfluh

S. Nachwuchs bei den Waschbären im Minizoo des Hotel-Restaurants «Bären» in Hasliberg-Hohfluh: Nach der Geburt vorerst während drei Wochen blind und dann noch zwei weitere zwei Wochen von ihrer Mutter «Mascha» in einer Kiste, die als Wurfhöhle diente, gut behütet, haben drei putzmuntere kleine Waschbären damit begonnen, ihr Gehege unter der grossen Terrasse des Restaurants zu erkunden.

Bei ihrer Geburt hatten die inzwischen kräftig herangewachsenen Waschbären etwa die Grösse einer Feldmaus und wogen ganze 70 Gramm. Waschbären können nach teilweise etwas unterschiedlichen Angaben in der Fachliteratur eine Kopf–Rumpf-Länge von etwa 40 bis 70 Zentimetern erreichen und dreieinhalb bis zwölf Kilogramm schwer werden. Der Schwanzlänge der ausgewachsenen Waschbären wird mit 20 bis 30 Zentimetern angegeben. Beim Nachwuchs in Hasliberg – Waschbären werfen zwei bis acht, meist drei bis fünf Junge – handelt es sich um zwei weibliche Tiere sowie möglicherweise – das Tier wehrte sich bei entsprechenden Abklärungen heftig und biss dabei «Bären»-Wirt Ernst Wahl in den Finger – um ein Männchen. Zwei Monate nach ihrer Geburt werden die drei Jungtiere zwar immer noch gesäugt, doch haben sie bereits begonnen, daneben auch feste Nahrung zu sich zu nehmen – wie die Elterntiere sind sie namentlich auf Spaghetti aus der «Bären»-Küche ganz versessen. Zum Menü der Waschbären, die ausgeprägte Allesfresser sind, gehören im weiteren: Fleisch aller Art, Erdnüsse, Trauben, etwas Kuchen, Äpfel, Bananen, Eintagsküken, Kartoffeln, Eier, Brot, Muscheln, Krebse und Popcorn. Neben der inzwischen auf zwanzig Tatzen angewachsenen Waschbären-Familie – die Elterntiere «Mascha» und «Jimmy» kamen vor rund anderthalb Jahren aus dem Restaurant «Plättli-Zoo» im thurgauischen Hauptort Frauenfeld nach Hasliberg – sind in insgesamt drei Wildtiergehegen unter der «Bären»-Terrasse zwei Schneeeulen und drei Iltis-Frettchen untergebracht. Ausserdem meckern in einer Stallung vier Zwergziegen.

Zu den Bewohnern des Minizoos gehören auch diese beiden Schneeeulen.

Der Waschbär (Procyon lotor) gehört nach einschlägiger Literatur zur Gattung der Kleinbären und kommt in sieben Arten in Nord-, Mittel- und Südamerika. Im Jahr 1934 wurden laut diesen Quellen zwei Paare des Nordamerikanischen Waschbärs im Gebiet des Edersees im Sauerland (Deutschland) ausgesetzt. Überdies sollen am Ende des Zweiten Weltkriegs in Brandenburg dreissig Tiere aus einer Pelztierfarm entwichen sein. Seither haben sich die Waschbären in ganz Mitteleuropa verbreitet. Allein in Deutschland soll es mehr als 100'000 wildlebende Waschbären geben. Wildlebende Waschbären kommen aber auch in anderen Ländern vor: In der Schweiz sollen sie erstmals im Jahr 1976 gesichtet worden sein, gefolgt von mehreren Dutzend sicheren Nachweisen namentlich aus der Nord-, Ost- und Nordwestschweiz.

Seinen Namen verdankt der Waschbär nach Angaben des landwirtschaftlichen Informationsdienstes Baden-Württemberg einer Fehldeutung von Beobachtungen in Gehegen, wo er häufig Nahrung zur Wasserstelle trage und sie zwischen den Pfoten im Wasser bewege. Diese als «Waschen der Nahrung» interpretierte Verhaltensweise trete jedoch nur in Gefangenschaft auf: «Heute nimmt man an, dass es sich hierbei um eine Ersatzhandlung für die in Gefangenschaft nicht mögliche Nahrungssuche im Wasser handelt.» Waschbären seien Allesfresser und eher Sammler als Jäger. Nach einer hessischen Untersuchung setze sich seine Nahrung im Jahresverlauf jeweils etwa zu einem Drittel aus Pflanzenkost, Wirbeltieren und Wirbellosen zusammen. Sein schlechter Ruf als «Niederwildschädling» beruhe auf der Tatsache, dass er als Allesfresser auch Vogeleier – Waschbären sind gute Kletterer – oder Junghasen nicht verschmähe.

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