| Brünigpass: Ehemaliges Asylzentrum wird wiedereröffnet
Das ehemalige Zentrum für Asylsuchende «Casa Alpina» auf dem Brünigpass wird Anfang Juni wieder eröffnet. Da die Zahl der neu zugewiesenen Asylsuchenden in den letzten Monaten hoch ist, muss die kantonale Polizei- und Militärdirektion neue Unterkünfte zur Verfügung haben. Die Unterkunft wird als Sachabgabezentrum geführt, in dem rechtkräftig weggewiesene, ehemalige Asylsuchende vorübergehend Nothilfe erhalten.
Die rund 1000 Meter über Meer auf dem Brünigpass gelegene «Casa Alpina». (Bild Peter Schmid)
aid/bns. Die dem Kanton Bern vom Bund zugewiesenen Asylsuchenden müssen laut einer Medienmitteilung den Entscheid über ihr Gesuch im Normalfall in einem der kantonalen Durchgangszentren abwarten. Das habe der Regierungsrat im Juni des letzten Jahres im Hinblick auf die neuen Bundesvorschriften (ab 1. Januar 2008) entschieden: «Da in den letzten Monaten die Zuweisung neu ankommender Asylsuchender anhaltend hoch war, sind die bestehenden Durchgangszentren derzeit stark ausgelastet. Dies gilt insbesondere auch für diejenigen Zentren, die für die Gewährung von Nothilfe an Ausreisepflichtige vorgesehen sind. Nach dem revidierten Asylgesetz des Bundes müssen rechtskräftig Weggewiesene die Schweiz selbständig verlassen. Sie haben keinen Anspruch mehr auf ordentliche Sozialhilfe. In sogenannten Sachabgabezentren kann diesen Personen vorübergehend Nothilfe in Form von Sachleistungen gewährt werden. Wegen des allgemeinen Platzmangels in den Durchgangszentren kommt die Umsetzung dieses Sozialhilfestopps nur noch schleppend voran.»
Um auf diesen Engpass zu reagieren, habe der Migrationsdienst des Kantons Bern aufgrund objektiver Kriterien wie Lage, Grösse und Einrichtung entschieden, das ehemalige Durchgangszentrum «Casa Alpina» auf dem Brünig als Sachabgabezentrum wieder in Betrieb zu nehmen, heisst es in der Medienmitteilung. Das Zentrum verfüge über maximal 60 Betten und werde im Auftrag des Kantons vom Verein Asyl Biel und Region geführt. Die Trägerschaft sei Betreiber der Durchgangszentren in den Regionen Oberland, Berner Jura und Seeland und verfüge über grosse Erfahrung in der Betreuung von Asylsuchenden: «Erste Belegungen des ‹Casa Alpina› erfolgen voraussichtlich Anfang Juni.»
Der Migrationsdienst habe die Gemeindebehörden von Meiringen sowie die zuständige Regierungsstatthalterin über seine Absichten informiert, verlautet abschliessend: «Die Gemeindebehörden haben deutlich gemacht, dass sie mit dem Entscheid des Kantons nicht einverstanden sind und das Vorhaben ablehnen.»
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