| Neuer Bernardo für die Thuner «West Side Story»
Eine neue Hauptrollenbesetzung im Broadway-Klassiker «West Side Story» der Thuner Seespiele: Anstelle von Serkan Kaya der in Österreich ein Filmangebot angenommen hat, ist der Schweizer Musicaldarsteller Philipp Hägeli für die Rolle des Bernardo engagiert worden.
Der Musicaldarsteller Philipp Hägeli. (Bild zvg)
pd/bns. Serkan Kaya hat nach ergänzenden Angaben von Marketing- und Spielbetriebsleiter Ueli Schmocker in Österreich ein Filmangebot angenommen: «Die Gleichzeitigkeit der Produktion von ‹West Side Story› in Thun und ein Filmprojekt in Österreich war terminlich leider nicht machbar.» Für die Thuner Seespiele habe das als gelungen bezeichnete Engagement des Schweizers Philipp Hägeli (Bernardo) prioritäre Bedeutung: «Wir sind stolz, ihn für diese Rolle engagieren zu dürfen.» Ein Wechsel vor Probebeginn in einem international besetzten Cast ist laut Schmocker eigentlich nichts Aussergewöhnliches, er räumte aber ein, das komme auch nicht alle Tage vor.
Philipp Hägeli, einziger Schweizer Teilnehmer in der kürzlich ausgestrahlten Sat-1-Musical-Casting-Show, habe sich gegen Hunderte von anderen Mitbewerbern, hauptsächlich professionelle Musicaldarsteller, bei «Ich Tarzan, du Jane» im zehnteiligen TV-Darsteller-Wettanzen, -singen und -schauspielern durchgesetzt, wird in einer Medienmitteilung der Thuner Seespiele erinnert: «Auch wenn es nicht zum Sieg und damit zur Rolle im Hamburger Musical ‹Tarzan› reichte: Endlich konnte der 29jährige Stäfner Vollprofi einmal vor einem Millionenpublikum zeigen, was er drauf hat – die Schweiz hat einen neuen Musicalstar.» Ab 15. Juli werde sich nun ein mehrtausendköpfiges Publikum an den Thuner Seespielen von den grossen Qualitäten des «singende Tarzan vom Zürichsee» überzeugen können. Philipp Hägeli spiele in der Neuinszenierung von «West Side Story» eine Hauptrolle, nämlich den Bernardo, den Bruder von Maria und Anführer der puertoricanischen Strassengang «Sharks», Diese rivalisierten mit den ‹Jets› und beide machten das New York der fünfziger Jahre unsicher. «Es ist eine ideale Rolle für mich», sagt Hägeli, «auch wenn ich mir die rauhe Schale dieser Figur erst noch stärker erarbeiten muss.» Die Kraft und Emotionen die in der Figur dieses Bernardo stecke liege ihm sehr.» Und rein vom Äussern her, würde er ohnehin oft als Südländer eingeschätzt und gehe darum nun auch gut als hellhäutiger Kariber durch.
Seit bald neun Jahren sei Philipp Hägeli Musicaldarsteller, wird im weiteren erinnert: «Ja, das ist ein Beruf, ich habe nach der Matura nichts anderes gelernt», sagt er. Die Folgefrage sei dann vor allem in der Schweiz immer auch die gleiche: «Und von was lebst du?» Hägeli: «Ich lebe ganz gut von dem, was ich tue.» Musicaldarsteller seien im Vergleich zu Theaterschauspielern Mehrkämpfer: Sänger, Tänzer, Schauspieler in Personalunion. Und die Möglichkeiten für gute Jobs seien in den letzten Jahren auch im deutschsprachigen Raum stark gewachsen. Dazu zähle er auch die Thuner Seespiele, die Vorbildliches leisteten und die er von seinem erstmaligen Gastspiel bereits kenne. Vor zwei Jahren gehörte er nämlich laut der Medienmitteilung zum Cast von «Elisabeth». Das künstlerische Niveau sei in Thun genau gleich hoch wie in Hamburg, Köln, Wien oder Berlin, wo er auch schon mehrwöchige Gastspiele gehabt habe. Thun sei – er sagt es mit einem Wort – «Europaklasse».
Philipp Hägelis Begabung zum Singen sei bei ihm schon früh ausgeprägt gewesen, heisst es in der Medienmitteilung, und schon beim fünfjährigen Einzelkind, das am rechten Zürichsee aufwuchs und zur Schule ging, deutlich zu hören: «Als der am 5. Mai 1979 geborene Knirps im Radio zum ersten Mal in seinem Leben «Königin der Nacht» aus Mozarts ‹Zauberflöte› hörte, war er hin und weg. Innert kürzester Zeit hatte er diese Arie drauf: Zur Freude seiner Mutter, einer ehemaligen Kindergärtnerin und seines mittlerweile pensionierten Vaters, einem Ingenieur. 25 Jahre später wird Philipp zunächst zum Bernardo am Thunersee und durch diese Rolle dann mit Sicherheit in diesem Sommer zum ‹König der Nacht› – der Musicalnächte.»
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