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Neue Triebzüge für die Lötschberg-Bergstrecke

Der erste von 13 neuen Zügen für den BLS-Regionalexpress auf der Lötschberg-Bergstrecke ist am Mittwochnachmittag beim Rollout in Villeneuve (Kanton Waadt) der Öffentlichkeit präsentiert worden.


Technisch basiert die neue Komposition auf den Niederflur-Nahverkehrszügen «Nina». (Bild zvg)

pd/bns. Unter der Bezeichnung «Lötschberger» sollen nach Angaben des Bestellers BLS AG die vom Konsortium Bombardier/Alstom gefertigten neuen Züge ab Mitte Jahr nach und nach fahrplanmässig eingesetzt werden: «Sie werden zum zentralen Teil eines umfassenden Ausflugskonzepts.» Das neue Rollmaterial wird laut einer Medienmitteilung mit Spannung erwartet. Die Erwartungen der Pendler ebenso wie der Fahrgäste im Freizeit- und Tourismusverkehr seien vielfältig: «Während die einen an einer möglichst hohen Zahl Sitzplätze interessiert sind, legen die anderen mehr Wert auf Komfort und Multifunktionsbereiche zum Abstellen von Sportgeräten, Gepäck und Kinderwagen. Der vierteilige Triebzug besteche von aussen durch die schnittige Front, die grossen Fenster und das spezielle Design: «Die elegante Farbgebung in Silbergrau, Blau und Grün wird ergänzt durch Motive entlang der Strecke Bern–Brig, welche die touristische Funktion des Zuges unterstreichen.» Mit dem Namen «Lötschberger» sollen die neuen Züge die touristischen Orte und Leistungsträger entlang der Einsatzroute miteinander verbinden: «Sie bilden das Rückgrat einer neuen Marke, welche die Ausflügler von der Planung über die Anreise, die Wanderung, die Besichtigung bis zur Einkehr im Restaurant begleitet. Der Lötschberger wird auch als Botschafter der Region nach aussen wirken.»

Technisch basieren nach BLS-Angaben die neuen Züge – im Eisenbahnerjargon als RABe 535 101–113 bezeichnet, auf den Niederflur-Nahverkehrszügen «Nina». Das habe den Vorteil, dass die BLS für die Bedienung und die Wartung der neuen Fahrzeuge auf das vorhandene Know-how zurückgreifen könne: «‹Lötschberger› und ‹Nina› können bei Bedarf an Spitzen­tagen auch zusammengekuppelt werden und in Vielfachsteuerung verkehren. Die neuen Triebzüge seien jedoch in vielen Punkten grundlegend überarbeitet, weiterentwickelt und den spezifischen Anforderungen für den Einsatz als Regionalexpress angepasst worden.
Der klimatisierte Fahrgastraum schlage die Brücke zum Fernverkehr: «Die Sitze sind traditionell zwei plus zwei in der 2. Klasse beziehungsweise zwei plus eins in der 1. Klasse angeordnet. In jedem Abteil hat es eine Steckdose, um das Handy oder den Laptop zu laden. Grosszügige Multi­funktionsabteile dienen je nach Tages- und Jahreszeit dem Transport von Koffern, Fahrrädern, Kinderwagen, Skis und Boards. Grosse Aufmerksamkeit wird der Fahrgast­information geschenkt, die optisch über 14 Bildschirme vermittelt wird. Die neue Komposition bestehe aus vier fest verbundenen Wagen. Sie ist 62,7 Meter lang und 107 Tonnen schwer. Sie bietet 171 Sitzplätze, davon 143 in der 2. Klasse und 28 in der 1. Klasse. Vier Motoren mit einer Dauerleistung von 1000 Kilowatt erlauben eine Maximal­geschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde. Für die Beschaffung der 13 Züge hat der Verwaltungsrat der BLS AG im September 2006 einen Kredit von 105 Millionen Franken bewilligt.»

Die neuen Züge stünden nach der Ablieferung für Test- und Instruktionsfahrten zur Verfügung, bevor sie im Laufe des zweiten Halbjahres nach und nach fahrplanmässige Leistungen im Simmental beziehungsweise auf der Lötschbergstrecke übernähmen, heisst es in der Medienmitteilung: «Ab Fahrplan­wechsel vom 14. Dezember 2008 führt die BLS mit dem ‹Lötschberger› das Flügelzug­konzept Lötschberg/Simmental ein. Der Zug aus Bern wird in Spiez getrennt, je ein Teil fährt weiter Richtung Lötschberg–Brig beziehungsweise Richtung Zweisimmen. In der Gegenrichtung werden die beiden Züge in Spiez vereint. Dadurch können künftig regelmässige Direktverbindungen zwischen Bern beziehungsweise Thun und dem Simmental angeboten werden.
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