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| Grindelwald: Eiger-live-Bergfeuer entfacht
Mit einer Extrafahrt der Jungfraubahn ist am Montagmorgen in der Frühe eine Eiger-live-Gruppe nach Alpiglen gefahren: Das Bergfeuer, welches die Eiger-live-Woche begleitet, wurde am Ort der Stille entzündet.
Schauen in dieser Woche zum Bergfeuer von Eiger live: Charly von Allmen (links) und Hansruedi Burgener. (Bild Bruno Petroni)
Montagmorgen um vier Uhr hoch über Grindelwald: Ausser vereinzelten Lichtern im Dorf, bei der Station Nordwand und auf der Kleinen Scheidegg ist es stockfinster auf Alpiglen. Ein seichtes Lüftchen weht von der Eigernordwand herunter, aber es ist «gäbig» warm da oben. Der zehnminütige Fussmarsch der 35 Frühaufsteher führt zu einer einsamen Matte am Fusse der Eigernordwand. Auf halbem Weg sind in der Stille der Bergwelt plötzlich ganz leise, aber immer lauter werdende Alphornklänge zu vernehmen: Das Duo Willi Michel und Heinz Balmer begrüsst die Schar musikalisch.
Hier oben, knapp 1700 Meter über Meer schwärmt die grüne Grossrätin Christine Häsler: «Ich spüre, dass ich etwas ganz aussergewöhnliches verpasst hätte, wenn ich zuhause geblieben wäre.»
Bruno Petroni, Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch Und sie begrüsst die versammelten Naturfreunde mit den Worten «Carpe diem, pflücke den Tag», frei nach dem Gedicht von Horatius Flaccus um das Jahr 23 vor unserer Zeitrechnung. Häsler: «Wir sollen unsere knappe Lebenszeit jetzt und heute nutzen, anstatt auf den nächsten Tag zu vertrauen. Pflücken wir uns diesen wunderschönen Tag!» Ort der Stille
Traditionsgemäss wird die Eiger-live-Woche mit dem Entzünden des Bergfeuers so richtig eröffnet. Ebenso Tradition ist es, dass das Feuer vom Präsidenten des Grindelwalder Bergführervereins entfacht wird, also von Hansruedi Burgener. Während der Woche brennt das Feuer jeden Tag ab zehn Uhr morgens. Der pensionierte Bergführer Charly von Allmen wacht in diesen Tagen über das Bergfeuer. An diesem Ort der Stille wird morgen Mittwochabend das Yoga stattfinden, und am nächsten Sonntag um 11.30 Uhr eine Bergpredigt.
«Den Eiger kümmert es nicht»
Inzwischen ist es fünf Uhr. Das Feuer flackert, die Funken fliegen Grindelwald entgegen. Die dicken Wolken vermögen die Tagesdämmerung nicht mehr aufzuhalten. Die mächtige, bedrohlich schwarze Silhouette des Eigers wird immer deutlicher erkennbar. Ein Gefühl von Demut kommt hoch. Doch den Eiger «kümmert es nicht», wie das entlang der Nordwand in Stein gemeisselte Gedicht des populären Zürcher Kabarettisten und Schriftstellers Franz Hohler so schön endet.
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