| Gemeindeversammlung Habkern: Spycherkauf genehmigt
Die Gemeindeversammlung Habkern hat am Montag dem Kredit für den Kauf des Spychers im Dorfzentrum von Habkern zugestimmt. Das Strassen- und Wegreglement wurde diskussionslos genehmigt.
Der Spycher aus dem 18. Jahrhundert im Dorfzentrum von Habkern. (Bild zvg)
Gemeindepräsident Walter Zurbuchen konnte 50 Versammlungsteilnehmer zur ordentlichen Frühjahrs-Gemeindeversammlung in der Turnhalle Habkern begrüssen. Die kurze Traktandenliste war rasch behandelt. Zu reden gab einzig der vom Gemeinderat beantragte Kredit von 183 000 Franken für den Kauf des Spychers im Dorfzentrum. «Der Gemeinderat ist der Auffassung, dass der Spycher im Dorfzentrum ein wichtiges Objekt darstellt und dazu Sorge getragen werden soll», begründete Markus Karlen den Antrag des Gemeinderates. Der schmucke Spycher aus dem Jahr 1738 im Dorfzentrum von Habkern steht zum Verkauf. Der ursprüngliche Käsespycher wurde im Jahr 1976 umfassend renoviert und seither als Zweizimmer-Ferienhaus genutzt. Die Liegenschaft könnte als neuen Standort für das Tourismusbüro genutzt und dafür an Habkern Tourismus vermietet werden.
Gemeindeschreiber Frank Siegenthaler, Habkern
Dagegen wehrten sich verschiedene Votanten. Sie waren der Meinung, dass der Spycher als Tourismusbüro ungeeignet ist und die Gemeinde das Geld anders als in zusätzliche Liegenschaften investieren soll. Erwin Zurbuchen stellte den Antrag, den Kredit für den Kauf des Spychers abzulehnen. Die Versammlung folgte dem Antrag des Gemeinderates und stimmte dem Kredit von 183 000 Franken mit 23 Ja- zu 17 Nein-Stimmen knapp zu.
Strassen- und Wegreglement
«Das bisherige Strassenreglement der Gemeinde Habkern datiert aus dem Jahr 1949» orientierte Hans Ulrich Brunner. Seither hat sich vieles verändert. Im Zusammenhang mit den Auflösungen der Weggenossenschaften Habkern-Lombachhöhe, Fahrenbühl-Allmend, Habkern-Bort und Bort-Bortallmend-Hellboden musste die Strassenunterhaltsregelung neu ausgehandelt werden. Der Gemeinderat beschloss, die Neuregelung der Strassenunterhaltsbeiträge zwischen der Einwohnergemeinde und den Bäuerten und Bergschaften in einem neuen Reglement festzulegen. Die Neufassung des Reglementes wurde auch mit den Bäuert- und Bergschaftspräsidenten besprochen. Das neue Strassen- und Wegreglement regelt insbesondere: Neuanlage und Ausbau der Strassen und Wege, Benützung und Unterhalt der Strassen und Wege sowie die Zuständigkeiten. «Eine wesentliche Änderung gegenüber der heutigen Handhabung bilden die Beiträge an die Bäuerten und Bergschaften für den laufenden Unterhalt der Strassen und Wege» wusste Brunner zu berichten. Es ist vorgesehen, den Bäuerten und Bergschaften für den laufenden Unterhalt jährliche Pauschalbeiträge aufgrund der Strassenlänge auszurichten. Die jährlichen Beiträge werden zirka 21 500 Franken betragen. Für Belagserneuerungen und den ausserordentlichen Unterhalt ist vorgesehen, dass die Einwohnergemeinde wie bisher Beiträge zwischen 50 und 100 Prozent ausrichtet. Die Versammlung genehmigte das Strassen- und Wegreglement einstimmig.
Einnahmen- statt Aufwandüberschuss
Gemeindekassier Markus Brunner erläuterte wichtige Zahlen aus der Verwaltungs-, Investitions- und Bestandesrechnung der Gemeinde. Die laufende Rechnung 2007 schliesst bei einem Aufwand von 2 742 387 Franken mit einem Einnahmenüberschuss von 5030 Franken ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 11 375 Franken, womit das Ergebnis um 16 405 Franken besser ausfällt als angenommen. Darin sind zusätzliche Abschreibungen von 270 000 Franken bereits berücksichtigt. Auf Grund des positiven Rechnungsergebnisses und dem vorhandenen Eigenkapital ist der Gemeinderat der Meinung, die laufende Rechnung, zusätzlich zu den bereits getätigten ordentlichen Abschreibungen von 159 064 Franken, mit zusätzlichen Abschreibungen von 270 000 Franken zu belasten. Die 2007 getätigten Bruttoinvestitionen betragen gesamthaft 1,203 Millionen Franken. Die Versammlung stimmte sowohl dem Nachkredit für die zusätzlichen Abschreibungen als auch der Verwaltungsrechnung 2007 diskussionslos zu.
Schwellenkorporation Habkern
Christian Zenger wurde für eine weitere Amtsdauer von vier Jahren zum Präsidenten der Schwellenkorporation Habkern gewählt. Ebenso wurden sämtliche Kommissionsmitglieder für vier Jahre im Amt bestätigt: Ernst Zurbuchen-Ellenberger, Hans Ulrich Brunner-Egli, Andreas Zurbuchen-Dauwalder, Hans Gysi, Walter Gurzeler und Heinz von Allmen.
An der Versammlung wurden der Verwaltungsrechnung 2007 mit einem Einnahmenüberschuss von 36 696 Franken sowie dem Budget 2009 mit einem Einnahmenüberschuss von 35 150 Franken einstimmig zugestimmt.
Ein Antrag zur Senkung des Schwellentellansatzes 2009 von 1,5 auf 1,0 Promille des amtlichen Wertes wurde mit 17 zu 11 Stimmen abgelehnt.
Die Bauvorhaben im Jahr 2008 sind vielfältig. Im Bohlbach wird die zweite Verbauungsetappe mit einem Investitionsvolumen von zirka 800 000 Franken in Angriff genommen. Zudem werden im Habbach eine Sperre erstellt und im Lombach weitere Holzereiarbeiten ausgeführt.
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